• 10.01.2011, 12:39:14
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Kärntner Verkehrsunfalldaten: Gemeinsam für mehr Verkehrssicherheit

LH Dörfler und Oberst Winkler präsentierten Unfalldaten von 2010: 42 Verkehrstote in Kärnten - Weitere Schwerpunkte bei Motorradfahrern und Fußgängern setzen

Klagenfurt (OTS/LPD) - Im Jahr 2010 sind auf Kärntens Straßen 42
Menschen bei Verkehrsunfällen gestorben. Das sind um zwei mehr als
2009, aber im Vergleich mit dem Jahr 2008 (56 Verkehrstote) oder dem
Jahr 2007 (58) ist ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen. Die
aktuellen Daten präsentierten heute, Montag, Verkehrsreferent
Landeshauptmann Gerhard Dörfler und der Leiter der
Landesverkehrsabteilung der Kärntner Polizei, Oberst Adolf Winkler,
in einer Pressekonferenz.

Dörfler machte vor allem auf die acht getöteten Motorradfahrer
und zehn getöteten Fußgänger aufmerksam. Bei diesen beiden Gruppen
will er mit weiteren Schwerpunktaktionen ansetzen. "Dafür, dass
Motorräder meist nur wenige Monate im Jahr unterwegs sind, ist hier
der Anteil der Verkehrstoten besonders hoch. Mit den
Sicherheitsorganisationen und dem Handel wollen wir schon vor Beginn
der Saison Bewusstseinsbildung betreiben", erklärte er. Bei den
Fußgängern zeige sich, dass seine "Sichtbar Sicher"-Initiative wirke.
In den Wintermonaten, der dunklen Zeit, sei die Zahl der getöteten
Fußgänger zurückgegangen. Sechs Fußgänger seien jedoch zwischen April
und Juli getötet worden, was für diese Monate erschreckend hoch sei.

Dörfler fordert daher vom Bund schnellstens eine neue
Gesetzgebung für die Benutzung von Zebrastreifen. Das jetzige Gesetz
delegiere die Verantwortung an den Autofahrer, der vermeintliche
Vorteil des Fußgängers bringe diesen jedoch in Gefahr. "Diese
Regelung beschützt die Fußgänger nicht, sondern bedroht sie",
formulierte der Landeshauptmann deutlich.

Eine weitere Sicherheitsforderung Kärntens an den Bund wird laut
Dörfler von einer Resolution der Landesregierung an die
Verkehrsministerin unterstrichen. "Wir fordern den Austausch von
veralteten Leitschienensystemen auf Kärntens Autobahnen, auf der A2
Südautobahn sind noch große Abschnitte betroffen", erinnerte er an
einen tödlichen Unfall bei Arnoldstein, wo ein LKW die
Mittelleitschiene durchbrochen hatte.

Als Straßenbaureferent verwies Dörfler auf Kärntens moderne
Umfahrungen, die zweiröhrigen Tunnel und verbesserten Tunnelportale.
Auch die Section Control auf der Autobahnumfahrung Klagenfurt zeige
positive Wirkung. "94 Prozent der Unfälle werden von den
Verkehrsteilnehmern verursacht, nur jeweils drei Prozent sind auf den
technischen Zustand des Fahrzeuges oder den Straßenzustand
zurückzuführen", appellierte er an die Verantwortung der
Straßenbenützer. Großen Dank gab es vom Landeshauptmann für die
Kärntner Polizei: "Oberst Winkler und sein Team arbeiten
hervorragend."

Als häufigste Unfallursachen führte Winkler nicht angepasste,
überhöhte Geschwindigkeit, Vorrangmissachtung und Unachtsamkeit (z.B.
Telefonieren ohne Freisprecheinrichtung) an. Erfreulich sei, dass die
Verkehrsunfälle mit Personenschaden in Kärnten deutlich abgenommen
haben. 2010 seien es 2.898, 2009 noch 3.028 und 2008 seien es 3.135
gewesen. Als Gründe für die Abnahme nannte er mehr Sicherheit durch
erfolgte Straßenbaumaßnahmen, erhöhte Bewusstseinsbildung und die
zielgerichtete Verkehrsüberwachung. "Nur alle gemeinsam, also
Behörde, Polizei und Verkehrsteilnehmer, können wir für mehr
Verkehrssicherheit sorgen", formulierte Winkler einen Neujahrswunsch.
Er und Dörfler wollen auch bei den LKWs ansetzen, die vor allem bei
Schnee oftmals gefährliche Situationen auslösen. Hier seien mehr
Verantwortung der Fahrer und international einheitliche Gesetze
notwendig.

Der Landeshauptmann zeigte die positive Entwicklung in
Zehnjahresschritten auf. 1970 habe es noch 205 Verkehrstote in
Kärnten gegeben, 138 im Jahr 1980, 106 im Jahr 1990, 69 im Jahr 2000
und 42 im Jahr 2010. Von diesen 42 Verkehrstoten im vergangenen Jahr
waren laut den Daten der Polizei 29 männlich und 13 weiblich. Die
meisten Toten gab es in den Bezirken Villach-Land (9) und Wolfsberg
(7), die wenigsten in den Bezirken Feldkirchen und St. Veit mit je
zwei. In den Städten Klagenfurt und Villach waren je drei
Verkehrstote zu beklagen. Fünf Verkehrstote waren unter 20 Jahre alt,
acht unter 30, acht unter 40, vier unter 50, neun unter 60 und acht
über 60. 19 Menschen starben bei PKW-Unfällen, zwei bei LKW-Unfällen,
acht bei Motorradunfällen, einer bei einem Motorfahrradunfall, zwei
bei Fahrradunfällen und weiters wurden zehn Fußgänger getötet.
(Schluss)

Rückfragehinweis:
Kärntner Landesregierung, Landespressedienst
Tel.: 05- 0536-22 852
http://www.ktn.gv.at

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