- 07.01.2011, 13:24:16
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ÖGB begrüßt Umdenken in ÖVP-Bildungspolitik
Gemeinsame Schule muss das Ziel bleiben - Sozialpartner-Bildungskonzept umsetzen
Wien (OTS/ÖGB) - "Der ÖGB begrüßt, dass sich in der ÖVP ein
Umdenken in der Bildungspolitik durchgesetzt hat, und nunmehr die
Hürde von 10 Prozent bei Neuen Mittelschulen aufgelöst werden kann",
sagt ÖGB-Präsident Erich Foglar anlässlich des heute präsentierten
ÖVP-Bildungskonzepts. Damit könne zukünftig auch den Wünschen der
Eltern und SchülerInnen gerecht werden, denn zuletzt war der Ansturm
auf Neue Mittelschulen (NMS) deutlich größer als das Angebot.
"Die Ausweitung der Neuen Mittelschule kann aus Sicht des ÖGB aber
nur ein Zwischenschritt zu einem gerechten und effizienten
Schulsystem sein, denn nur auf die Hauptschulen neue Schilder zu
schrauben, das ist uns zuwenig", betont Foglar: "Im Sinne der
Chancengerechtigkeit muss eine gemeinsame Schule für alle bis zum 15.
Lebensjahr das Ziel bleiben." Der ÖGB-Präsident weiter: "Nicht mehr
der soziale Status oder das Einkommen von Eltern darf darüber
entscheiden, wer an welche Schule kommt. Schulerfolg darf nicht mehr
davon abhängen, ob sich Eltern Nachhilfe leisten können."
"Jetzt ist in der Bildungspolitik vor allem eines notwendig: Tempo.
Dass das österreichische Bildungssystem von Grund auf reformiert
gehört, ist schon lange klar. Der ÖGB-Vorstand hat Bildung als eine
der wichtigsten Zukunftsthemen ganz oben auf seine Schwerpunktliste
gesetzt. Bereits 2007 haben die Sozialpartner ein umfassendes
Bildungskonzept vorgelegt, dazu gehört auch die Durchlässigkeit des
Schulsystems und das Abbauen von Barrieren. "Dieses
Sozialpartnerpapier muss nun so schnell wie möglich umgesetzt
werden", fordert Foglar.(fk)
Die Forderungen zum ÖGB-Jahresschwerpunkt Bildung:
FÖRDERN STATT SELEKTIEREN
Chancengerechtigkeit: Bildungswegentscheidung mit 15 statt schon mit
10 Jahren
Defizite ausgleichen, Begabungen fördern statt Fehler abstrafen
Mädchen im technischen und naturwissenschaftlichen Bereich besonders
fördern
INVESTIEREN STATT SPAREN
Kleinere Klassen, kleinere Gruppen
Ganztagsschulen und Tagesbetreuung statt teurer Nachhilfe
Bessere Arbeitsbedingungen für LehrerInnen
QUALITÄT UND QUANTITÄT
Mehr politische Bildung
Mehr Fremdsprachen
Mehr Berufsschultage
ABSOLVENTEN STATT DROP-OUTS
Ausführliche Berufsinformation ab der 6. Schulstufe
Verpflichtendes Ausbildungsjahr für alle, die mit 15 noch nicht
wissen wohin
Berufsschule als Ort der Weiterbildung
ARBEITEN UND STUDIEREN
Eigens für Berufstätige konzipiertes Studienangebot in wichtigen
Fächern
Unis, Vorlesungen, Bibliotheken und Institute auch am Abend öffnen
Keine Studiengebühren, keine Zugangsbeschränkungen
Rückfragehinweis:
ÖGB Öffentlichkeitsarbeit
Nani Kauer
(01)53 444-39 261
[email protected]
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