ÖGB begrüßt Umdenken in ÖVP-Bildungspolitik

Gemeinsame Schule muss das Ziel bleiben - Sozialpartner-Bildungskonzept umsetzen

Wien (OTS/ÖGB) - "Der ÖGB begrüßt, dass sich in der ÖVP ein Umdenken in der Bildungspolitik durchgesetzt hat, und nunmehr die Hürde von 10 Prozent bei Neuen Mittelschulen aufgelöst werden kann", sagt ÖGB-Präsident Erich Foglar anlässlich des heute präsentierten ÖVP-Bildungskonzepts. Damit könne zukünftig auch den Wünschen der Eltern und SchülerInnen gerecht werden, denn zuletzt war der Ansturm auf Neue Mittelschulen (NMS) deutlich größer als das Angebot.

"Die Ausweitung der Neuen Mittelschule kann aus Sicht des ÖGB aber nur ein Zwischenschritt zu einem gerechten und effizienten Schulsystem sein, denn nur auf die Hauptschulen neue Schilder zu schrauben, das ist uns zuwenig", betont Foglar: "Im Sinne der Chancengerechtigkeit muss eine gemeinsame Schule für alle bis zum 15. Lebensjahr das Ziel bleiben." Der ÖGB-Präsident weiter: "Nicht mehr der soziale Status oder das Einkommen von Eltern darf darüber entscheiden, wer an welche Schule kommt. Schulerfolg darf nicht mehr davon abhängen, ob sich Eltern Nachhilfe leisten können."

"Jetzt ist in der Bildungspolitik vor allem eines notwendig: Tempo. Dass das österreichische Bildungssystem von Grund auf reformiert gehört, ist schon lange klar. Der ÖGB-Vorstand hat Bildung als eine der wichtigsten Zukunftsthemen ganz oben auf seine Schwerpunktliste gesetzt. Bereits 2007 haben die Sozialpartner ein umfassendes Bildungskonzept vorgelegt, dazu gehört auch die Durchlässigkeit des Schulsystems und das Abbauen von Barrieren. "Dieses Sozialpartnerpapier muss nun so schnell wie möglich umgesetzt werden", fordert Foglar.(fk)

Die Forderungen zum ÖGB-Jahresschwerpunkt Bildung:

FÖRDERN STATT SELEKTIEREN
Chancengerechtigkeit: Bildungswegentscheidung mit 15 statt schon mit 10 Jahren
Defizite ausgleichen, Begabungen fördern statt Fehler abstrafen Mädchen im technischen und naturwissenschaftlichen Bereich besonders fördern

INVESTIEREN STATT SPAREN
Kleinere Klassen, kleinere Gruppen
Ganztagsschulen und Tagesbetreuung statt teurer Nachhilfe
Bessere Arbeitsbedingungen für LehrerInnen

QUALITÄT UND QUANTITÄT
Mehr politische Bildung
Mehr Fremdsprachen
Mehr Berufsschultage

ABSOLVENTEN STATT DROP-OUTS
Ausführliche Berufsinformation ab der 6. Schulstufe
Verpflichtendes Ausbildungsjahr für alle, die mit 15 noch nicht wissen wohin
Berufsschule als Ort der Weiterbildung

ARBEITEN UND STUDIEREN
Eigens für Berufstätige konzipiertes Studienangebot in wichtigen Fächern
Unis, Vorlesungen, Bibliotheken und Institute auch am Abend öffnen Keine Studiengebühren, keine Zugangsbeschränkungen

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