• 06.01.2011, 11:28:38
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TIROLER TAGESZEITUNG "Leitartikel" vom 6. Jänner 2011 von Peter Nindler "Das politische Klima und der Generalverdacht"

Die Betroffenheit über die Briefbombenattrappe rechtfertigt keinen General-verdacht. Politisches Feingefühl ist gefragt.

Innsbruck (OTS) - Wenn Dinkhauser die Bauern und indirekt Toni
Steixner für die Briefbombenattrappe verantwortlich macht, ist das
letztklassig.

Hoffentlich wird der Absender der Briefbombenattrappe an
Bürgerforums-Mandatar Andreas Brugger geschnappt und mit allen
Konsequenzen zur Rechenschaft gezogen. Es war ein hinterhältiger und
feiger Versuch, einzuschüchtern und Angst zu verbreiten. Ob auch Hass
im Zusammenhang mit der Agrargemeinschaftsdebatte mitgespielt hat,
wird sich erst bei Ausforschung des Täters klären lassen - ist
letztlich aber unerheblich. Denn es geht darum, eine spürbare
Radikalisierung in Worten und Taten zu bekämpfen, aber nicht
Generalverdächtigungen auszusprechen.

Ein politischer Schulterschluss gegen Radikalisierungstendenzen
aller Art wäre notwendig, aber die Reaktion von Bürgerforum-Chef
Fritz Dinkhauser beweist, wie er zwanghaft versucht, noch
draufzuhauen, anstatt politisches Feingefühl an den Tag zu legen.
Seine Bürgerpolitik und sein Einsatz in der Agrardebatte haben einen
Nachdenkprozess in Tirol eingeleitet, doch Dinkhauser überschreitet
wegen seines biblischen Hasses auf Agrarreferent LHStv. Toni Steixner
und die Bauernfunktionäre selbst politische Grenzen. Wenn er indirekt
Steixner und den VP-Bauernbund für die Briefbombenattrappe
verantwortlich macht, so ist das letztklassig - nicht nur politisch.

Bauernbund und Dinkhauser haben sich in den vergangenen Jahren
verbal nichts geschenkt, keiner war zimperlich. Doch die
verständliche Betroffenheit Dinkhausers über die Briefbombenattrappe
rechtfertigt sicher keinen Generalverdacht gegen den politischen
Kontrahenten. Mit seinen Attacken auf Steixner und Co. heizt er das
politische Klima nur noch weiter an. Fritz Dinkhauser sollte deshalb
einmal darüber nachdenken, dass auch er als Oppositionspolitiker
Verantwortung für die Politik im Lande trägt.

Rückfragehinweis:
Tiroler Tageszeitung, Chefredaktion , Tel.: 05 04 03 DW 610

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