- 31.12.2010, 10:00:13
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Langjähriger Vergleich der Kaufkraft zeigt Veränderungen des Lebensstandards auf
Wien (OTS/WIFO) - Für einen Sonntagsbraten musste ein
Industriearbeiter 1980 mehr als doppelt so lange arbeiten wie heute.
Für Dienstleistungen wie etwa Installateurleistungen (1 Stunde mit
Helfer) mussten dagegen im Jahr 1980 etwa 6 1/2 Stunden gearbeitet
werden, heute weit über 8 Stunden. Für einen Liter Benzin musste 1980
ein Industriearbeiter 7,5 Minuten arbeiten, heute nur noch 4,9
Minuten. Dies entspricht ungefähr dem Gegenwert der Arbeit im Jahr
1990. Benzin war 2010 somit etwa "gleich viel wert" wie vor 20
Jahren.
Ein Vergleich der Preisentwicklung mit der Entwicklung der
Einkommen kann ein grobes Bild der Veränderung des Lebensstandards
vermitteln. Als Indikator für die Preisentwicklung von Gütern und
Dienstleistungen wird der Verbraucherpreisindex herangezogen.
Als Maßstab der Einkommensentwicklung dienen die
Nettostundenverdienste von Industriearbeitern (Nettomonatsverdienste
Männer, einschließlich Sonderzahlungen, je geleistete Arbeitsstunde),
da nur für diese Variable eine Zeitreihe der Stundenlöhne bis 1980
gebildet werden kann. Die Auswirkungen der Arbeitsmarktentwicklung
der letzten zwei Jahrzehnte auf die allgemeine Kaufkraftentwicklung,
wie z. B. die Zunahme der Erwerbsbeteiligung von Frauen, des Anteils
der Teilzeitbeschäftigung und der geringfügigen Beschäftigung, des
Anteils der Beschäftigten im Dienstleistungssektor sowie die
durchschnittliche Verbesesrung der Qualifikation des Faktors Arbeit,
werden dadurch nicht berücksichtigt. Die dargestellten relativen
Preise bezogen auf den Faktor Arbeit können die gesamtwirtschaftliche
Kaufkraftentwicklung daher nicht vollständig abbilden.
Übersicht 1 stellt die Entwicklung der Preise einer Reihe von
Waren und Dienstleistungen, die im täglichen Leben eine Rolle
spielen, der Entwicklung der Nettostundenverdienste der
Industriearbeiter gegenüber. Diese Berechnung vergleicht, wie lange
ein Industriearbeiter im Jahr 1980, 1990, 2000 und im Jahr 2010
arbeiten musste (in Stunden und Minuten), um eine bestimmte Ware
kaufen zu können.
Zwischen 1980 und 2010 sank der Arbeitsaufwand, der dem Preis von
Textilien, technischen Gütern und einer Reihe von Nahrungsmitteln wie
Zucker oder Kaffee entsprach, stark. Der Arbeitsaufwand für
qualifizierte Dienstleistungen (Installateur , Mechaniker ,
Friseurleistungen), deren wichtigste Kostenkomponente Arbeitskosten
sind, nahm erheblich zu. Diese Divergenz ist in erster Linie auf den
Anstieg der Lohnsteuern, der Sozialbeiträge der Arbeitnehmer und
Arbeitgeber sowie der Gewinnaufschläge zurückzuführen, die in den
Nettolöhnen der Industriearbeiter definitionsgemäß nicht enthalten
sind. Der Aufwand für andere Dienstleistungen wie Putzerei oder
Briefporto ging zurück.
Der Arbeitsaufwand für Treibstoffe nahm im Untersuchungszeitraum
in den ersten 10 Jahren ab und blieb seither bei rund 5 Minuten für 1
Liter Normalbenzin (nur diese Zeitreihe ist im VPI bis 1980
verfügbar) etwa konstant geblieben.
Übersicht 1: Kaufkraftvergleich für Industriearbeiter 1980 bis
November 2010 - auf der WIFO-Website
(http://www.wifo.ac.at/wwa/jsp/index.jsp?&fid=12)
Rückfragehinweis:
Rückfragen bitte an Dr. Josef Baumgartner, Tel. (1) 798 26 01/230, [email protected] (am 31. Dezember 2010 von 10 bis 14 Uhr)
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