• 28.12.2010, 10:32:43
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VKI testet Goldverkauf: Differenzen von mehr als 1.000 Euro

Teils gravierende fachliche Fehler bei der Einschätzung des Wertes von Goldschmuck und Münzen

Wien (OTS/VKI) - "Bestpreis für Altgold", "Bargeld für Schmuck" -
kaum ein Haushalt blieb in letzter Zeit von derartigen Werbezetteln
verschont. Die dahinter stehende Botschaft: Beim derzeitigen
Goldpreis könne man alten Schmuck und Münzen gewinnbringend zu Geld
zu machen. Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat erstmals
umfassend getestet, was sich Konsumenten tatsächlich von
Ankaufsstellen für Gold und Schmuck (Juweliere, Scheideanstalten,
Altwarenhändler, Bruchgoldankäufer, Münzhändler und "Fliegende
Händler") erwarten können. Zwei Tester ließen sich von 16
Ankaufsstellen im Großraum Wien Kaufangebote zu zwölf
Goldschmuckstücken und zwei Münzen erstellen. Deren Wert betrug im
Zeitraum der Erhebung je nach Tageskurs rund 1.900 Euro. Das Ergebnis
fiel teils wenig glänzend aus. Vier Betriebe boten für Schmuck und
Münzen gar weniger als zwei Drittel des Wertes. Das geringste Offert
legte mit nur 748 Euro die Helvetia-International Susanne Forstinger
GesmbH gefolgt vom "fliegenden Händler" Bürstlein mit 875 Euro. Damit
ergibt sich eine Differenz von mehr als 1.000 Euro zum Bestbieter:
Die Höfinger KG Gold-Silber-Recycling-Company stellte rund 1.930 Euro
in Aussicht.

Grund für die stark schwankenden Ankaufspreise war u.a.
"Unachtsamkeit" beim Abwiegen der Wertsachen. So trennten etwa einige
Ankäufer nicht zwischen 14 und 18 Karat oder irrten sich beim Gewicht
des Schmucks zu ihren Gunsten. So lag zwar preislich auch die
drittgereihte Ögussa im vorderen Feld - allerdings wurde ein
18-karätiges Schmuckstück irrtümlich dem 14-karätigen Schmuck
zugeordnet und folglich falsch berechnet. Bei drei Viertel der
Betriebe wurde zudem die Gewichtskontrolle erschwert, da das Display
der Waage für den Kunden nicht einsehbar war. "Wer also dem
erstbesten Anbieter blindlings vertraut und nicht mehrere Angebote
einholt, verschenkt unter Umständen eine schöne Stange Geld", warnt
Ing. Franz Floss, Geschäftsführer des Vereins für
Konsumenteninformation (VKI), vor einem vorschnellen Verkauf. "Denn
wie der Test zeigt, garantieren ein hoher Goldkurs oder eine schöne
Werbebotschaft nicht automatisch auch einen hohen Verkaufspreis. Es
ist nicht alles Gold, was glänzt."

Tipps für den Goldverkauf:

- Selbst begutachten. Vorab den Wert von Schmuck und Münzen
errechnen; z.B. bei Schmuckstücken mittels Punze und aktuellem
Tageskurs auf der Ögussa-Homepage.

- Mehrere Firmen aufsuchen. Wertgegenstände nicht dem erstbesten
Anbieter überlassen. Mehrere Angebote einholen.

- Fliegende Händler. Betriebe, die ohne festen Firmensitz und
lediglich mit einer Telefonnummer auf einer Postwurfsendung
auftreten, besser meiden.

- Schriftliche Bestätigung des Verkaufs. Den Kauf vom Ankäufer
schriftlich bestätigen lassen. Darin sollten Adresse des Käufers,
Benennung und Auflistung der Schmuckstücke und Münzen, deren Gewicht
und der ausbezahlte Preis enthalten sein.

- Anfechtung. Ein Ankaufsangebot sollte den errechneten Wert um
höchstens fünf Prozent unterschreiten. Erhält man weniger als die
Hälfte des Marktpreises, besteht grundsätzlich die Möglichkeit einer
Anfechtung. Allerdings kann die Rückabwicklung eines abgeschlossenen
Goldverkaufs schwierig sein, da sich nicht immer beweisen lässt, wie
schwer das Schmuckstück war und wie viel Feingehalt bzw. Karat es
hatte.

Sämtliche Informationen zum Test gibt es im Jänner-Konsument und
auf www.konsument.at.

Rückfragehinweis:
Verein für Konsumenteninformation/Testmagazin "Konsument"
Mag. Andrea Morawetz, Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: 01/588 77 - 256
mailto:[email protected]
www.konsument.at

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