- 21.12.2010, 11:15:07
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"Journalismus-Preis von unten" für respektvolle Armutsberichterstattung vergeben
Armutskonferenz möchte hintergründige Armutsberichterstattung forcieren
Wien (OTS) - Gestern abend wurden die ersten "Journalismus-Preise
von unten" für respektvolle Armutsberichterstattung vergeben.
Anlässlich des Europäischen Jahres gegen Armut und soziale
Ausgrenzung 2010 hat die Armutskonferenz diesen Preis für
respektvolle Armutsberichterstattung ins Leben gerufen. Unter den
PreisträgerInnen fanden sich ORF-JournalistInnen ebenso wie
MitarbeiterInnen kleiner und alternativer Medien. Die Jury des
"Journalismus-Preis von unten" setzte sich ausschließlich aus
Menschen mit Armutserfahrungen zusammen. Im Rahmen der
Preisverleihung bedankten sich u.a. VertreterInnen von
Arbeitsloseninitativen, StraßenzeitungsverkäuferInnen und Initiatoren
von Selbsthilfegruppen persönlich bei den ausgezeichneten
JournalistInnen.
Ausgezeichnet wurden Beiträge, die den vielen Facetten von Armut
gerecht werden, Betroffene respektvoll behandeln, deren Stimmen
hörbar bzw. sichtbar machen und Hintergründe ausleuchten. "Besonders
wichtig ist uns, dass Betroffene selbst zu Wort kommen, unser Leben
so dargestellt wird, wie es für uns real ist und gleichzeitig auch
die politischen Hintergründe von Armut gezeigt werden", so Traude
Lehner von der Straßenzeitung Augustin. "Wir wünschen uns deshalb
noch viel mehr Beiträge, die Armutsbetroffene nicht beschämen und
statt Klischees von Armut reale Gegenenheiten und Lösungsvorschläge
verbreiten", ergänzte Susanne Stockinger vom Linzer Verein
Arbeitslose helfen Arbeitlosen.
Dass in der Berichterstattung wie auch an diesem Abend die
Armutsbetroffenen im Vordergrund standen, brachte nicht zuletzt
Preisträger Markus Stachl (ORF) auf den Punkt: "Die wahren Helden
sind die Betroffenen, die den Mut finden und mit ihrer Geschichte vor
die Kamera gehen."
Die Ausgezeichneten:
In der Kategorie Fernsehen wird Markus Stachl für seinen Beitrag
"Stopp Armut" (ORF "Thema", 18.10. 2010) ausgezeichnet. Der sehr
umfassende Beitrag überzeugte die Jury, weil er in relativ kurzer
Sendezeit viele verschiedene Aspekte von Armut behandelt, wichtige
Fragen stellt und dabei mit Betroffenen sehr respektvoll umgegangen
wird.
Eine lobende Erwähnung in der Kategorie Fernsehen erhält Beate
Haselmayer für ihre Reportage "Mütter ohne Geld" (ORF "Am
Schauplatz", 23.7. 2010).
In der Kategorie Radio erhält Teresa Arrieta für ihren Beitrag
"Armutsgefährdete Alleinerziehende"(Ö1 "Journal Panorama", 19.10.
2010) eine Auszeichnung. Die Lebensbedingungen, Nöte aber auch
Hoffnungen von Alleinerzieherinnen wurden von Teresa Arrieta
umfassend und facettenreich behandelt. Betroffene kommen konsequent
und umfangreich zu Wort und werden hörbar ernst genommen.
Ebenfalls ausgezeichnet in der Kategorie Radio werden Maria und
Matthias Reichl für ihre Sendereihe "Begegnungswege" (Freies Radio
Salzkammergut). Sie haben in ihrer einstündigen Sendung mehrmals
relevante Themen wie Mindestsicherung, Grundeinkommen oder das
Europäische Jahr gegen Armut und soziale Ausgrenzung ins Zentrum
gerückt. Vor allem der Umstand, dass diese ausführliche Behandlung
des Themas Armut trotz Ressourcenknappheit in einem freien Radio
möglich gemacht wurde, soll besonders hervorgehoben werden.
Eine lobende Erwähnung in der Kategorie Radio erhält Johannes Kaup
für "Die Armutsfalle und mögliche Auswege" (Ö1 "Radiokolleg", 2.-5.8.
2010).
In der Kategorie Printmedium geht die Auszeichnung an Klaus
Buttinger für "Wir sind arbeitslos" (Oberösterreichische Nachrichten,
30. 4. 2010). Arbeitslosigkeit ist ein wesentlicher Aspekt von Armut.
Herausragend an dem Beitrag von Klaus Buttinger ist einerseits die
für eine Tageszeitung ungewöhnliche Platzfülle und auch Platzierung
in den OÖN. Andererseits kommen zahlreiche Betroffene zu Wort, die
Auswahl der Betroffenen ist nicht beliebig, sondern deckt eine breite
Palette von Menschen ab, sodass ein facettenreiches Bild von
Arbeitslosigkeit entsteht.
In der Kategorie Printmedium lobend erwähnt werden Julia Ortner
für "7 Euro"(Falter, 1. 9. 2010), Michelle Thoma für "Jung. Arm.
Österreichisch. Die Loser der Nation" (Tageblatt - Luxemburg, 11.11.
2010), Bärbel Mende-Danneberg für "Offene Herzen. Geschlossene
Gesellschaft"(Volksstimme, Dezember) sowie Maria Wölflingseder für
"Wer arm ist, soll schweigen" (Streifzüge, April 2010).
Bilder der Preisverleihung auf www.armutskonferenz.at
Rückfragehinweis:
Michaela Moser
Die Armutskonferenz
[email protected]
Tel. 0676-544 26 46
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