• 20.12.2010, 15:35:29
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Weiß für Sicherheit im Tunnel

Forschungskompetenz von KMU und VÖZfi ausgezeichnet

Wien (OTS) - Unzureichende Sicht und dunkle Wände sind häufige
Ursachen von Unfällen in Straßentunneln. So werden in den letzten
Jahrzehnten neue Tunnel mit einem hellen Farbanstrich versehen, der
in relativ kurzen Zeitabständen, manchmal bereits nach rund zehn
Jahren, nicht selten aber auch schon früher aufwändig erneuert werden
muss. Je nach Grad der Untergrundschädigung sind Folgesanierungen
etwa alle drei bis fünf Jahre zu wiederholen. Das Forschungsinstitut
hat in Zusammenarbeit mit der Firma Junger ein neues Verfahren für
weißen Spritzbeton entwickelt, welches eine glatte und leicht zu
reinigende Oberfläche ergibt. "Aufwändige Beleuchtung allein reicht
für eine sichere Fahrt im Tunnel nicht aus. Helle Flächen verbessern
das Sichtfeld und verringern so das Unfallrisiko. Das Wesentliche
unserer Neuentwicklung ist jedoch die Wirtschaftlichkeit", sagt DI
Dr. Stefan Krispel, Abteilungsleiter Beton und seit 2003 im
Forschungsinstitut der Vereinigung der Österreichischen
Zementindustrie VÖZfi tätig. Die Neuentwicklung spart Arbeitsschritte
und reduziert den Reinigungs- und Erhaltungsaufwand gegenüber
herkömmlichen Anstrichen. Durch wesentlich längere
Sanierungsintervalle verringern sich die Behinderungen durch
Instandsetzungsarbeiten und die Unfallgefahr. Das spart erhebliche
volkswirtschaftliche Kosten ein. Das neue System für
Tunneloberflächen wurde vom VÖZfi gemeinsam mit dem steirischen
Unternehmen Junger entwickelt und erhielt dafür kürzlich vom ACR
(Austrian Cooperative Research) den Kooperationspreis.

Häufige Anwendungen von Spritzbeton finden sich im Tunnelbau oder
bei Felssicherungen. Dieser spezielle Beton wird mit Druck gegen die
Auftragsfläche geschleudert, verdichtet sich an der Oberfläche und
härtet in kürzester Zeit aus.

Erfolgreiches Forschungsteam

Das Forschungsinstitut der österreichischen Zementindustrie
entwickelt regelmäßig mit privaten Unternehmen neue
Produktanwendungen. Die neue, dauerhafte Auskleidung für Tunnel ist
ein Komplettsystem aus abgestimmter Produkt- und Materialentwicklung.
Der helle Spritzbeton wird geschliffen und kommt ohne jegliche
Anstriche und Beschichtungen aus. Das Forschungsteam des VÖZfi
entwickelte einen robusten, weißen Spritzmörtel, der die höchsten
Anforderungen von Helligkeit, Festigkeit und Reinigungsfähigkeit
erfüllen musste. Mit einer eigens erarbeiteten Prüfmethode konnte der
Einfluss des Straßenbetriebes simuliert und die Qualität festgelegt
werden. Das Unternehmen Junger - spezialisiert auf Tunnel- und
Tragwerksinstandsetzung sowie Bauwerkverstärkung - entwickelte die
dazu gehörende Schleifausstattung, die eine glatte kantenfreie
Oberfläche erzielt. "Junger und VÖZfi waren ein hervorragendes
Entwicklungsteam, die Auszeichnung bestätigt unseren Weg, die
Kooperation mit privaten Unternehmen zu forcieren", zeigt sich Dr.
Johannes Steigenberger, Leiter des Forschungsinstitutes der
Vereinigung der Österreichischen Zementindustrie VÖZfi, erfreut.

Besonders wirtschaftliche Erhaltung

Gerade im Tunnelbau, wo durch die Emissionen der Kraftfahrzeuge
mit einer intensiven Verschmutzung der Wandflächen zu rechnen ist,
müssen die Flächen periodisch gereinigt werden, da die Rußpartikel
der Abgase eine starke Nachdunkelung bewirken und somit die Sicht
während der Tunneldurchfahrt beeinträchtigen. Tunnelreinigungen
werden im Schnitt zweimal im Jahr durchgeführt. Dabei oder danach
kann der Anstrich beginnen abzublättern. Der gesamte Anstrich muss
nach etwa zehn Jahren erneuert werden. Das bedeutet ein komplettes
Abtragen des Anstrichs, Teilen des Betonuntergrundes und ein
neuerliches Auftragen dieser Schichten. Der Zeitaufwand dieser
Sanierung ist groß, es entstehen hohe Instandsetzungskosten. Die
Neuentwicklung des weißen Spritzbetons hat einen erheblich geringeren
Wartungsaufwand. Die Reinigung erfolgt analog zu herkömmlichen
Anstrichen, ist der weiße Spritzbeton nach etwa zehn bis fünfzehn
Jahren nachgedunkelt, wird dieser einfach maschinell abgeschliffen.

Sicheres Lenken zwischen weißen Flächen

"Weißer Spritzbeton" ist ein mineralisches und damit
umweltfreundliches Material, das aus äußerst hellen Komponenten
besteht. Mit der kompletten Durchfärbung wird der gleiche
"Weißeffekt" erzielt wie mit einem weißen Anstrich. Die Farbe Weiß
ist in der Verkehrspsychologie von größter Bedeutung, da sie ein
Gefühl von Sicherheit und Verlässlichkeit vermittelt.

VÖZ, die Vereinigung der Österreichischen Zementindustrie

Die Vereinigung der Österreichischen Zementindustrie versteht sich
als Partner von Baugewerbe und Bauindustrie, der Behörden und
Auftraggeber, aber auch als Service- und Anlaufstelle für den
Endverbraucher. Die Österreichische Zementindustrie widmet sich
intensiv der Forschung und Entwicklung des Baustoffes Beton. Mit der
Forcierung neuer Technologien und dem Angebot von kundenorientierten
Speziallösungen erweist sich die VÖZ als innovativer Motor der
Bauindustrie. Darüber hinaus beobachtet die Vereinigung laufend die
aktuellen internationalen Entwicklungen und ist maßgeblich daran
beteiligt, den jeweils neuesten Stand der Technik in der
österreichischen Bauwirtschaft zu verankern.

Infos unter: www.zement.at; www.betonmarketing.at

Rückfragehinweis:
Pressestelle der Österreichischen Zementindustrie, Andrea Baidinger
andrea.baidinger bauen wohnen immobilien Kommunikationsberatung GmbH
Tel +43 1 904 21 55 0 email: [email protected]

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