- 17.12.2010, 10:51:27
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Armutskonferenz vergibt "Journalismus-Preis von unten" 2010
Hintergründige und respektvolle Armutsberichterstattung muss forciert werden
Wien (OTS) - Anlässlich des Europäischen Jahres gegen Armut und
soziale Ausgrenzung 2010 vergibt die Armutskonferenz einen
Journalismus-Preis für respektvolle Armutsberichterstattung.
Ausgezeichnet werden Beiträge, die den vielen Facetten von Armut
gerecht werden, Betroffene respektvoll behandelt, deren Stimmen
hörbar bzw. sichtbar macht und Hintergründe ausleuchtet. Die Jury des
"Journalismus-Preis von unten" setzt sich aus Frauen und Männern mit
Armutserfahrungen zusammen.
"Medienberichte tragen wesentlich zu den dominierenden Bildern und
zum Verständnis von Armut und Ausgrenzung bei, sind nicht selten aber
auch für problematische Stereotype verantwortlich", so Michaela Moser
von der Armutskonferenz. Mit dem Journalismuspreis soll respektvolle
Armutsberichterstattung prämiert und forciert werden.
Am 20. Dezember werden die AutorInnen der ausgezeichneten Beiträge
geehrt. Interessierte MedienvertreterInnen sind herzlich zur
Preisverleihung, die um 17.30 Uhr in der Galerie Sonnensegel,
Pressgasse 28, 1040 Wien stattfindet, eingeladen.
Die Ausgezeichneten:
In der Kategorie Fernsehen wird Markus Stachl für seinen Beitrag
"Stopp Armut" (ORF "Thema", 18.10. 2010) ausgezeichnet. Der sehr
umfassende Beitrag überzeugte die Jury, weil er in relativ kurzer
Sendezeit viele verschiedene Aspekte von Armut behandelt, wichtige
Fragen stellt und dabei mit Betroffenen sehr respektvoll umgegangen
wird.
Eine lobende Erwähnung in der Kategorie Fernsehen erhält Beate
Haselmayer für ihre Reportage "Mütter ohne Geld" (ORF "Am
Schauplatz", 23.7. 2010).
In der Kategorie Radio erhält Teresa Arrieta für ihren Beitrag
"Armutsgefährdete Alleinerziehende"(Ö1 "Journal Panorama", 19.10.
2010) eine Auszeichnung. Die Lebensbedingungen, Nöte aber auch
Hoffnungen von Alleinerzieherinnen wurden von Teresa Arrieta
umfassend und facettenreich behandelt. Betroffene kommen konsequent
und umfangreich zu Wort und werden hörbar ernst genommen.
Ebenfalls ausgezeichnet in der Kategorie Radio werden Maria und
Matthias Reichl für ihre Sendereihe "Begegnungswege" (Freies Radio
Salzkammergut). Sie haben in ihrer einstündigen Sendung mehrmals
relevante Themen wie Mindestsicherung, Grundeinkommen oder das
Europäische Jahr gegen Armut und soziale Ausgrenzung ins Zentrum
gerückt. Vor allem der Umstand, dass diese ausführliche Behandlung
des Themas Armut trotz Ressourcenknappheit in einem freien Radio
möglich gemacht wurde, soll besonders hervorgehoben werden.
Eine lobende Erwähnung in der Kategorie Radio erhält Johannes Kaup
für "Die Armutsfalle und mögliche Auswege" (Ö1 "Radiokolleg", 2.-5.8.
2010).
In der Kategorie Printmedium geht die Auszeichnung an Klaus
Buttinger für "Wir sind arbeitslos" (Oberösterreichische Nachrichten,
30. 4. 2010). Arbeitslosigkeit ist ein wesentlicher Aspekt von Armut.
Herausragend an dem Beitrag von Klaus Buttinger ist einerseits die
für eine Tageszeitung ungewöhnliche Platzfülle und auch Platzierung
in den OÖN. Andererseits kommen zahlreiche Betroffene zu Wort, die
Auswahl der Betroffenen ist nicht beliebig, sondern deckt eine breite
Palette von Menschen ab, sodass ein facettenreiches Bild von
Arbeitslosigkeit entsteht.
In der Kategorie Printmedium lobend erwähnt werden Julia Ortner
für "7 Euro"(Falter, 1. 9. 2010), Michelle Thoma für "Jung. Arm.
Österreichisch. Die Loser der Nation" (Tageblatt - Luxemburg, 11.11.
2010), Bärbel Mende-Danneberg für "Offene Herzen. Geschlossene
Gesellschaft"(Volksstimme, Dezember) sowie Maria Wölflingseder für
"Wer arm ist, soll schweigen" (Streifzüge, April 2010).
Rückfragehinweis:
Die Armutskonferenz
[email protected]
Tel.: 0660 343 2447
www.armutskonferenz.at
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