• 15.12.2010, 12:55:42
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Greenpeace: Selbstbestimmungsrecht allein schützt Österreich nicht vor Gentechnik

Industriefreundliche Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) muss reformiert werden

Wien (OTS) - Greenpeace begrüßt den Parlamentsbeschluss, der sich
für ein nationales Selbstbestimmungsrecht bei Gentechnik-Anbau
ausspricht. Dennoch warnen die Umweltschützer davor zu glauben, dass
ein solches Recht Österreich vor Verunreinigungen mit gentechnisch
veränderten Organismen schützen könnte. Denn wenn jedes Land in
Europa selbst bestimmen darf, werden Gentechnik-freundliche Länder
auch mehr als bisher anbauen. Und da Gentechnik nicht an
Landesgrenzen halt macht, landet die Gentechnik durch Handel,
Pollenflug und Bienen auch auf österreichischen Tellern. Greenpeace
setzt sich daher für europäische Lösungen ein und appelliert an
Umweltminister Berlakovich, sich für eine Reform der bislang
industriefreundlichen europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit
(EFSA) auszusprechen.

"Der Fisch fängt beim Kopf zu stinken an. Nur wenn die EFSA
reformiert wird, kann Österreich auf Dauer frei von Gentechnik
bleiben", erklärt Gentechnik-Sprecher Philipp Strohm von Greenpeace.
Die Präsidentin der europäischen Lebensmittelsicherheitsbehörde sitzt
gleichzeitig im Vorstand von ILSI (International Life Science
Institute), einer der größten Gentech-Lobbyorganisationen,
vorgeschriebene Langzeitstudien werden regelmäßig ignoriert und die
Sicherheit von Gentech-Pflanzen wird auf der Grundlage von Daten
beurteilt, die vom Antragsteller selbst erhoben werden. "Hier von
unabhängiger Risikoanalyse zu sprechen, ist lachhaft", so Strohm
weiter.

Greenpeace hat letzte Woche gemeinsam mit der Plattform Avaaz das
erste europäische Volksbegehren an die Kommission übergeben. Darin
wird ein Moratorium auf weitere Zulassungen gefordert, bis die EFSA
zu einer unabhängigen Behörde umgestaltet wird.

"Gentechnik ist ein internationales Problem, wir brauchen daher
auch internationale Lösungen", fasst Strohm zusammen.

Rückfragehinweis:
Weitere Informationen:
Philipp Strohm, Gentechnik-Sprecher Greenpeace; Tel.: 0664-612 67 21
Melanie Beran, Pressesprecherin Greenpeace; Tel.: 0664-612 67 18

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