• 15.12.2010, 12:21:25
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Landau zu Sozialbericht: Gerechtigkeitslücke muss geschlossen werden

Caritas warnt vor einer sozialen Krise infolge der Wirtschafstkrise

Wien (OTS) - Anlässlich der heutigen Veröffentlichung des
Sozialberichts 2009-2010 durch Bundesminister Rudolf Hundstorfer
erneuerte Caritasdirektor Michael Landau seine Forderung,
Sparmaßnahmen nicht einseitig den Schwächsten aufzubürden. Fakt ist,
dass kinderreiche, einkommensarme Familien heute schon zu den am
meisten gefährdeten Bevölkerungsgruppen gehören. "Die Daten zeigen
sehr deutlich, welche wichtige Rolle etwa Familienleistungen für die
Reduktion der Armutsgefährdung von Haushalten mit Kindern haben. Umso
unverständlicher ist, dass diese Leistungen im Zuge der aktuellen
Budgetsanierung nun massiv beschnitten werden. Hier wird an der
falschen Stelle und unverhältnismäßig der Sparstift angesetzt! Ich
fordere die Bundesregierung auf, nicht auf dem Rücken der Ärmsten zu
sparen."

Gleichzeitig zeigen die präsentierten Daten deutlich: Die Kluft
zwischen Arm und Reich wächst weiter. Über 2/3 der privaten Haushalte
besitzen kein nennenswertes Geldvermögen, während die obersten 10%
der privaten Haushalte daran einen Anteil von 54 Prozent haben, was
aktuell etwa 238 Mrd. Euro entspricht. Landau: "Es gibt eine
Gerechtigkeitslücke, auch in Österreich, und diese gilt es mit allen
Kräften zu schließen. Denn jetzt droht nach der Wirtschaftskrise eine
soziale Krise. Es ist nicht tolerierbar, dass Vermögende kaum einen
Beitrag zur Finanzierung dringend anstehender Zukunftsinvestitionen
in Bildung, Pflege und bei der Mindestsicherung leisten." Österreich
zählt, was den Beitrag der vermögensbezogenen Steuern am
Gesamtsteueraufkommen angeht, in der EU zu den absoluten
Schlusslichtern.

Familien besonders armutsgefährdet

In Haushalten mit einem Kind sinkt die Armutsgefährdung auf Grund der
Sozialleistungen von 19% auf 9%, in Haushalten mit zwei Kindern von
27% auf 10% und in Haushalten mit drei und mehr Kindern von 54% auf
20%. Ein-Eltern-Haushalte sind in besonders hohem Maße von
staatlichen Leistungen abhängig. Ohne Sozialtransfers wäre die Zahl
der Personen in armutsgefährdeten Ein-Eltern-Haushalten beinahe
doppelt so hoch. Jedoch auch mit Sozialtransfers verbleiben 29%
unterhalb der Armutsgefährdungsschwelle, geht aus dem Bericht
hervorgeht.

Rückfragehinweis:
Caritas der Erzdiözese Wien
Mag.(FH) Klaus Schwertner, Pressesprecher
Tel.: +43 (0)1/878 12-221 od. +43 (0)664/848 26 18
mailto:[email protected]
www.caritas-wien.at

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