- 11.12.2010, 11:04:50
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WWF begrüßt Fundament für Weltklimaabkommen 2011
Kritik an den Positionen USA, Indien und China
Cancun/Wien. (OTS) - Die Regierungen der Welt haben auf der
Klimakonferenz in Cancún das Fundament für einen Vertrag gebaut, der
die Erderwärmung stoppen könnte, betont der WWF heute nach dem
Abschluss der Verhandlungen. Die Entscheidungen brauchen nun weitere
klare Prozesse um 2011 in Durban/Südafrika zu einem bindenden
Weltklimavertrag zu kommen. "Nach der Entäuschung im kalten
Kopenhagen wehte in Cancún der Wind der Hoffnung. Nun liegt es an den
einzelnen Ländern bis zur Klimakonferenz von Durban ihre
Klima-Hausaufgaben zu machen. Die Länder sollten sich gegenseitig
politisch anheizen um das Weltklima zu kühlen", sagte
WWF-Klimaexpertin Kathrin Hebel heute Mittag nach Abschluss der
Verhandlungen.
Der WWF bedauert, dass es zu keiner Einigung über die Fortsetzung des
Kyoto-Protokolls nach 2012 gekommen ist. Vor allem Japan und Russland
stellten sich gegen eine Weiterführung des Kyoto-Protokolls und
werden nun sicherlich bis zur COP 17 in Durban unter zunehmenden
Druck geraten. Die Kyoto-Länder wissen, dass sie bis 2020 ihre
Emissionen um 25 bis 40 Prozent auf Basis des Vergleichjahres 1990
senken müssen um die Welt vor einer Erwärmung um mehr als zwei Grad
zu bewahren. Doch das bedeutet mehr denn je an einem Strang zu ziehen
und sich weiterhin anzunähern.
Der WWF begrüßt das Instrumentarium für Messungen, Berichterstattung
und Verifikation der Maßnahmen zur Treibhausgasemission sowie das
Finanzierungsmodell. Leider kam es nicht zu einer Einigung über die
genaue Definition und eindeutige Festlegung von "Verlust und Schaden"
der vom Klimawandel am stärksten betroffenen Länder. Der nun
beschlossene "grüne Weltfonds" braucht noch zusätzliche Mittel. Diese
sollen vor allem aus einer Besteuerung der Schiff- und Luftfahrt
kommen. Schließlich sind diese beiden Wirtschaftsbereiche zusammen
für acht Prozent der weltweiten Emissionen verantwortlich. "Hier
sollen einige Milliarden Doller jährlich an Aufstockung des Fonds
möglich sein", so Hebel. Die WWF-Expertin begrüßt ebenso die
Entscheidung zum Stopp der Entwaldung (REDD+), betont aber, dass hier
noch viel Arbeit nötig sei. "Die Details sind bislang noch
unzureichend geklärt", so Hebel.
Enttäuscht war der WWF über die zögernde Haltung der USA, die kein
Kontrollsystem für ihr eigenes Land zuließen. Die starke Position
Mexikos zum nationalen Waldschutz und das Ziel Großbritanniens, seine
Emissionen bis 2030 um 60 Prozent zu reduzieren, übte einen starken
positiven Einfluss auf die anderen Länder aus. Der WWF lobte ebenso
die Organisation und Verhandlungsführung der mexikanischen
Präsidentschaft auf der Konferenz. Für die kommenden Verhandlungen
bis zur nächsten Klimakonferenz wünscht sich der WWF eine stärkere
Führerrolle der EU sowie der Länder wie Indien, China und USA.
Insgesamt bleibt also ein positives Resümée: die Klimakonferenz von
Cancún hat zumindest die Forderung erfüllt, die notwendigen Weichen
für ein Klimaschutzabkommen Ende 2011 zu stellen und die
Weltgemeinschaft aus ihrer Schockstarre zu befreien. "Das warme
Mexiko hat durchaus erkaltete Positionen auftauen lassen", so Hebel
abschließend.
Rückfragehinweis:
MMag. Franko Petri, Pressesprecher WWF, Tel. 0676-83488231, Email: [email protected]
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