- 08.12.2010, 11:48:36
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WWF: Berlakovich ist Klimablocker in Cancun
Tricks mit Waldnutzung sollen Österreichs Klimaschuld entlasten
Wien/Cancun (OTS) - Österreich tritt derzeit auf der
Klimakonferenz in Cancun für eine Bilanzfälschung beim Waldschutz
ein. Der WWF kritisiert besonders die Haltung von Umweltminister Niki
Berlakovich, der bereits vor seiner verspäteten Ankunft in Mexiko den
Verhandlungsprozess blockierte. Der Minister stellt klar nationale
Interessen vor die Wirksamkeit eines gesamteuropäischen
Klimaschutzes, so der WWF. Nach Ansicht von Österreich sollten die
wachsenden CO2-Emissionen aus intensiver Waldnutzung künftig nicht
mehr zum Ausstoß der Treibhausgase des Landes hinzugezählt werden.
Eine ähnliche Ansicht vertreten Finnland und Schweden Das würde
bedeuten, dass europäische Staaten so viel Wald abholzen könnten wie
sie wollen, ohne dass die dadurch freigesetzten CO2-Emissionen auf
ihre Rechnung geschrieben werden. "Damit macht sich Berlakovich zum
Klimabilanzfälscher und blockiert die laufenden Verhandlungen in
Cancun", warnt WWF-Klimaexpertin Kathrin Hebel und kritisiert die
Position Österreichs, für die dem Land bereits auf der Klimakonferenz
in Kopenhagen 2009 der Titel "Klimakiller des Tages" verliehen wurde.
Durch die Schaffung dieses buchhalterischen Tricks in der Klimabilanz
müssten die EU-Staaten weniger Treibhausgasemissionen einsparen. Wenn
die Emissionen aus der intensiven Waldnutzung - gerade in Ländern mit
großen Waldflächen - nicht mehr in die Gesamtbilanz aufgenommen
werden, bleibt unter dem Strich ein geringerer Gesamt-CO2-Ausstoß des
Landes. Dieses Schlupfloch macht Österreich und damit auch die
gesamte EU zum Klimabilanzfälscher. Mit dem Zahlenspiel will
Österreich seine eigenen CO2-Emissionen auf dem Papier vermindern und
blockiert damit das globale Ziel die Erderwärmung unter 1,5 Grad zu
halten. "Dieses Trickspiel ist typisch für Österreich, wenn man
sieht, wie schlecht das Land bei der Erfüllung seiner Kyoto-Ziele
ist", so Hebel. Denn Österreich gilt als Klimschlusslicht in der EU
und kann als einziges EU-Land sein Kyoto-Ziel von 13 Prozent CO2
Einsparung bis 2020 nicht erreichen. Der WWF fordert Berlakovich auf
diese starre Haltung aufzugeben damit sich nicht die gesamte EU
dieser Klimabilanzfälschung zum Nachteil des Weltklimas anschließt.
Rückfragehinweis:
MMag. Franko Petri, Pressesprecher WWF, Tel. 0676-83488231, Email: [email protected].
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