• 07.12.2010, 12:38:27
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Pisa-Studie: Leitl sieht "heilsamen Schock"

Bei Bildung rasch Reformen einleiten - österreichischer Weg der Berufsausbildung führt aber zu europäischen Spitzenwerten bei der Jugendbeschäftigung

Wien (OTS/PWK961) - "Die schlechten Pisa-Ergebnisse sind ein
heilsamer Schock für Österreichs Bildungssystem", fordert
WKÖ-Präsident Christoph Leitl alle Parteien und Bildungspolitiker
auf, "die Ärmel jetzt endlich aufzukrempeln und an die Arbeit zu
gehen. Die Ausgangslage ist einfach: Österreich gibt überproportional
viel für sein Bildungssystem aus und erzielt schlechte Ergebnisse.
Wir müssen einfach besser werden, wir müssen die Fähigkeiten und
Qualifikationen unserer Kinder verbessern und deren Potentiale zur
Entfaltung bringen. Wir müssen uns bei der Bildung so wie auch in
anderen Bereichen an den Besten orientieren und daher rasch Reformen
einleiten." Der WKÖ-Präsident erinnert daran, dass er bereits vor
etlichen Tagen zu einem Bildungskonklave aufgerufen hat: "Jetzt
brauchen wir einen umfassenden Bildungsdialog".

Man dürfe das Ergebnis der Pisa-Studie jetzt nicht schönreden und
darauf verweisen, dass auch die die OECD den Absturz beim Lesen
aufgrund von damaligen Boykott-Aufrufen "mit Vorbehalt" beurteilt. Es
gebe aber auf der anderen Seite auch noch "keinen Grund zum
Verzweifeln". Und auch die Suche nach Schuldigen und das
demonstrative Streiten um einzelne Bildungsmaßnahmen oder die
Verwaltung der Lehrer sei ein "kontraproduktives Politik-Ritual". Es
liegen genügend Konzepte für eine umfassende Reform des Schulwesens
am Tisch, verweist Leitl auch auf das Sozialpartnerpapier "Chance
Bildung": "Hier gibt es ein Gesamtkonzept, das für die
Regierungsparteien eine abgestimmte, umfassende und ganzheitliche
Basis für eine große Bildungsreform bietet."

Wenn die Pisa-Studie ergibt, dass die Zahl der "Risikoschüler"
beim Lesen bereits auf 28 Prozent und bei Mathematik auf 23 Prozent
gestiegen ist, hat der Standort Österreich aus mehrfacher Hinsicht
dringenden Handlungsbedarf. So verweist der WKÖ-Präsident auf den
gravierenden Facharbeiter-Mangel, der sich aufgrund der zunehmenden
Überalterung bereits jetzt in einigen Branchen abzeichnet und ab
2015 massiv zunehmen wird: "Da geht es um unsere internationale
Wettbewerbsfähigkeit. Viele Betriebe, die Lehrlinge ausbilden, klagen
schon seit geraumer Zeit, dass viele Lehrstellenbewerber in den
Kulturtechniken Lesen, Schreiben, Rechnen massive Probleme haben."

Österreich stehe zwar Im "Pisa-Winkerl", verfüge aber - so Leitl
- mit der dualen Ausbildung und mit dem berufsbildenden Schulwesen
noch über einen funktionierenden zweiten Ausbildungs-Ast, auf den wir
stolz sein können: "Bei der Jugendarbeitslosigkeit verzeichnet
Österreich mit 10 Prozent den zweitniedrigsten Wert in der EU. Da
stehen wir im Gegensatz zu Pisa in der Auslage. Und auch unsere
Erfolge bei den Berufs-Weltmeisterschaften sind absolut herzeigbar."
(RH)

Rückfragehinweis:
Wirtschaftskammer Österreich, Abteilung für Bildungspolitik
Dr. Michael Landertshammer
Tel.: (+43) 0590 900-3573, F:(+43) 0590 900-261
mailto:[email protected]
http://wko.at/bp

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