- 06.12.2010, 10:00:20
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Wirtschaft kann 300 Mio. Euro Energiekosten sparen
Wien (OTS) - Bis zu 300 Mio. Euro können Unternehmen in Österreich
durch Einführung eines Energiemanagements gemäß dem Standard EN 16001
einsparen. Für die Sektoren Sachgüterproduktion und Dienstleistung
bedeutet das eine Reduktion des Energieverbrauchs um 4,3%.
Das ist das Ergebnis eines mit 30. November abgeschlossenen
Projektes der Österreichischen Energieagentur, des Österreichischen
Energiekonsumentenverbandes und des Unternehmensberaters KANZIAN
ENGINEERING & CONSULTING GmbH.
"Die Erfahrungen in anderen EU-Ländern machen klar, dass
Energiemanagement in Unternehmen nur durch entsprechende politische
Rahmenbedingungen und Anreizsysteme breit eingeführt werden kann", so
Fritz Unterpertinger, Geschäftsführer der Österreichischen
Energieagentur, die an der Maßnahmenevaluierung der Energiestrategie
eingebunden war.
In der Energiestrategie Österreich sind Anreizsysteme für eine
breite Umsetzung von Energiemanagement vorgesehen.
Wie Rahmenbedingungen und Anreizsysteme konkret ausgestaltet
werden müssen, untersuchte die Österreichische Energieagentur mit
ihren Partnern im Rahmen des vom Österreichischen Klima- und
Energiefonds mit 177.487 Euro geförderten Projektes aus dem
Forschungsprogramm "Neue Energien 2020".
Ein Ansatz dafür ist eine Verknüpfung von Energiemanagement und
Energiesteuer. Die Rückerstattung von Anteilen der Energiesteuer
sollte für Unternehmen ab einem bestimmten Energieverbrauch (z.B. 5
GWh) an die Einführung eines Energiemanagementsystems nach der EN
16001 gekoppelt werden. Da zunächst höhere Kosten für die Einführung
und Verwaltung des Energiemanagementsystems entstehen und die
Vorteile erst verzögert eintreten, sollte eine derartige Regelung
erst dann in Kraft gesetzt werden, wenn sich das wirtschaftliche
Umfeld generell erholt hat (bedeutet ein nachhaltiges
Wirtschaftswachstum im Bereich von real 1,5 bis 2% p.a.). Weiters
sollte diese Anforderung mit einer freiwilligen Vereinbarung zur
Steigerung der Energieeffizienz verknüpft sein. Ergänzend könnte der
Aufbau von Energiemanagementsystemen in den Beratungsförderprogrammen
der Bundesländer gefördert werden.
Im Rahmen des Projektes konnten sich namhafte österreichischer
Unternehmen, beispielsweise der Pharmaproduzent Sandoz und der
Textil-Logistiker Wozabal 2010 als Projektpartner unter die ersten 5
bereits nach der EN 16001 zertifizierten Unternehmen reihen.
Beide Unternehmen erzielen bei steigenden Produktionszahlen eine
Verringerung des Energieverbrauchs zwischen 2 und 5 Prozent jährlich
und setzen dabei auf das Instrument des Energiemanagements.
Umweltmanager Arno Friedl von Wozabal: "Ich bin davon überzeugt, dass
diese Norm großes Potential hat, da keine andere Norm die
Kosteneinsparung aufgrund von Effizienzsteigerungen so in den
Vordergrund stellt, wie die EN 16001. Wir sehen uns dabei erst am
Beginn eines langen Weges."
Im Jahr 2009 wurde erstmals ein internationaler
Energiemanagementstandard, die EN 16001, veröffentlicht. Generelles
Ziel dieser europäischen Norm ist es, Organisationen beim Aufbau von
Systemen und Prozessen zur Verbesserung ihrer Energieeffizienz zu
unterstützen. Die EN 16001 umfasst dabei Energieeinsparungsziele,
Energieeffizienz-Maßnahmenplan, Schulungen, Betriebliches
Vorschlagswesen und weitere Bausteine eines Energiemanagements.
Durch ein systematisches Energiemanagement können Unternehmen damit
ihre Energiekosten und der Treibhausgasemissionen senken.
Die eingesparten Energiekosten überwiegen ab einem gewissen
Energieverbrauch rasch die Kosten für die Einführung von
Energiemanagement, die im Projekt mit rund 30.000 bis 40.000 EUR pro
Betrieb abgeschätzt werden.
Insbesondere die skandinavischen Ländern Dänemark und Schweden
verfügen bereits seit Jahren über fundierte Erfahrungen mit
Energiemanagement-Programmen. Erik Gudbjerg von der Dänischen
Lokalenergi beschrieb die Umsetzung als Erfolgsgeschichte: zwischen 5
und 10% sparten die Dänischen Betriebe innerhalb der ersten Jahre
nach der Einführung. In Schweden werden gemäß der Auswertung von 2009
Einsparungen von 4,6% des Stromverbrauchs der teilnehmenden
Unternehmen innerhalb der 5 jährigen Programmperiode prognostiziert.
Weitere Informationen zum Projekt EM 2010 und die Ergebnisse der
Befragung unter: www.energyagency.at/EM2010
Weitere Informationen zu Förderungen und zu Projekten des Klima-
und Energiefonds unter: www.klimafonds.gv.at/foerderlandkarte
Über die Österreichische Energieagentur - Austrian Energy Agency:
Die Österreichische Energieagentur ist das nationale
Kompetenzzentrum für Energieeffizienz in Österreich. Sie berät auf
Basis ihrer vorwiegend wissenschaftlichen Tätigkeit
Entscheidungsträger aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft. Ihre
Schwerpunkte liegen in der Forcierung von Energieeffizienz und
erneuerbaren Energieträgern im Spannungsfeld zwischen
Wettbewerbsfähigkeit, Klima- und Umweltschutz sowie
Versorgungssicherheit. Dazu realisiert die Österreichische
Energieagentur nationale und internationale Projekte und Programme,
führt gezielte Informations- und Öffentlichkeitsarbeit durch und
entwickelt Strategien für die nachhaltige und sichere
Energieversorgung. Die Österreichische Energieagentur setzt
klima:aktiv - die Klimaschutzinitiative des Lebensministeriums -
operativ um und koordiniert die verschiedenen Maßnahmen in den
Themenbereichen Mobilität, Energiesparen, Bauen & Sanieren und
Erneuerbare Energie. Weitere Informationen für Mitglieder und
Interessenten unter www.energyagency.at.
Rückfragehinweis:
Österreichische Energieagentur - Austrian Energy Agency
Mag. Heinrich Sigmund
Tel.: +43 (0) 1-586 15 24-101
E-Mail: [email protected]
Web: www.energyagency.at
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