• 01.12.2010, 10:30:01
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  • OTS0091 OTW0091

Teller gegen Tank muss nicht sein

Unterpertinger: "Einstellung zur Nachhaltigkeit entwickelt sich positiv"

Wien (OTS) - Der internationale Handel von Biomasse und die
steigende Nachfrage in Europa schließen nachhaltige Produktion nicht
aus - brauchbare Konzepte für Nachhaltigkeitszertifikate sind in
Entwicklung. Dies ist eines der Ergebnisse einer internationalen
Expertenrunde auf Einladung der Österreichischen Energieagentur in
Wien.

Die stark steigende Nachfrage nach Biomasse für die energetische
und stoffliche Nutzung in den 27 Ländern der EU ist nicht notwendig
mit rücksichtsloser Ausbeutung entsprechender Ressourcen in
Entwicklungsländern verbunden. Der internationale Handel kann - so
ein Ergebnis des Workshops des EU Projekts 4Biomass zum Thema "Trade
of Biomass in Central Europe" sogar die nachhaltige Produktion
unterstützen und damit etwa illegale Abholzung einbremsen.

Am konkreten Beispiel der Biokraftstoffe hat sich gezeigt, dass
eine weltweit rasch ansteigende Nachfrage nach landwirtschaftlich
erzeugten Rohstoffen Gefahren im Hinblick auf Konkurrenz zur
Lebensmittelproduktion, Monokulturen, Düngemitteleinsatz und
Wasserverbrauch mit sich bringen kann. Freiwillige Initiativen aus
der Industrie aber auch die Forderung nach nachhaltiger Produktion
der EU haben die Nachhaltigkeit in den Fokus gerückt: Aktuell sind
weltweit 67 Zertifizierungssysteme dafür entwickelt worden, die in
verschiedenen Teilbereichen nachhaltige Produktion dokumentieren
können. (Anmkg. Die Anrechnung erreichter CO2 Einsparung für die
Verpflichtungen gegenüber der EU sind nur mit dem Nachweis
nachhaltiger Produktion von energetisch genutzter Biomasse
anrechenbar.)

Fritz Unterpertinger, Geschäftsführer der Österreichischen
Energieagentur: "Diese Entwicklung zeigt, dass eine Verankerung der
Nachhaltigkeit im weltweiten Markt für Biomasse funktionieren kann.
Mit entsprechenden Nachhaltigkeitszertifikaten kann das erhebliche
Potential der energetischen Nutzung von Biomasse abgeholt werden.
Dazu ist es wichtig, dass sich die Österreichische Energieagentur als
Partner im Projekt 4Biomass, verstärkt der nachhaltigen Nutzung von
Biomasse in Europa widmet."

Die Biomasse-Handelsströme entwickeln sich eindrucksvoll von Ost
nach West, führend unter den Biomasseimporteuren sind Dänemark,
Deutschland und Italien. Die Ukraine exportiert bis zu 80 % ihrer
erst zu einem geringen Teil genutzten Biomasseressourcen, bei
Biodiesel wie bei Pellets kämpft das Land noch mit
Qualitätsproblemen. Gereinigtes Biogas über Erdgaspipelines nach
Westeuropa zu transportieren, stellt für die Ukraine einen
Zukunftsmarkt dar, der Markt dafür ist in Europa erst zu 5% des
möglichen Potentials realisiert. Kanada liefert ebenfalls einen hohen
Prozentsatz seiner Biomasseproduktion nach Europa, wogegen der
kanadische Biomassemarkt selbst noch kaum entwickelt ist.

Vorträge und Diskussionen der etwa 60 versammelten internationalen
ExpertInnen zeigen die enorme Bandbreite von Perspektiven und Trends
des Biomassehandels. Unter Nachhaltigkeitskriterien wurde etwa der
Transportaspekt durchaus kontroversiell diskutiert. Wie die Beispiele
Ukraine und Kanada zeigen, entsteht vor der Entwicklung von
Heimmärkten die exportorientierte Nutzung von Rohstoffen.

Das Projekt 4Biomass

Bis 2020 sollen in der EU 20% der Endenergie aus erneuerbaren
Ressourcen stammen. Biomasse wird als Energieträger immer wichtiger,
wachsender Biomassehandel und transport erfordern adäquate,
nachhaltige Lösungen. Im Rahmen des Central-Europe-Projekts 4BIOMASS
brachte die Österreichische Energieagentur dazu eine internationale
Expertenrunde nach Wien.

In Europa soll Biomasse einen wesentlichen Beitrag zum 20%-Anteil
der Erneuerbaren Energien am Energieverbrauch bis 2020 leisten und
die Nachfrage nach Biomasse wird daher steigen. Unter dem Titel
"4BIOMASS - Fostering the sustainable usage of renewable energy
sources in Central Europe - putting biomass into action!" startete im
Februar 2009 ein dreijähriges EU-Projekt, das die nachhaltige
Bioenergienutzung in Mitteleuropa vorantreiben soll. Die Finanzierung
erfolgt im Rahmen des Programms "Central Europe" durch den
Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRD), die
Kofinanzierung in Österreich durch das Lebensministerium. Insgesamt
16 Projektpartner aus den "Central Europe"-Ländern Deutschland,
Italien, Österreich, Polen, Slowakei, Slowenien, Tschechien, Ungarn
und dazu noch der Ukraine sind an diesem Projekt beteiligt.

Weiterführende Informationen über das Projekt 4BIOMASS wie auch
zum Workshop "Trade of Biomass in Central Europe" sind auf der
Projekt-Website www.4biomass.eu zu finden.

Über die Österreichische Energieagentur - Austrian Energy Agency:

Die Österreichische Energieagentur ist das nationale
Kompetenzzentrum für Energie in Österreich. Sie berät auf Basis ihrer
vorwiegend wissenschaftlichen Tätigkeit Entscheidungsträger aus
Politik, Wissenschaft und Wirtschaft. Ihre Schwerpunkte liegen in der
Forcierung von Energieeffizienz und erneuerbaren Energieträgern im
Spannungsfeld zwischen Wettbewerbsfähigkeit, Klima- und Umweltschutz
sowie Versorgungssicherheit. Dazu realisiert die Österreichische
Energieagentur nationale und internationale Projekte und Programme,
führt gezielte Informations- und Öffentlichkeitsarbeit durch und
entwickelt Strategien für die nachhaltige und sichere
Energieversorgung. Die Österreichische Energieagentur setzt
klima:aktiv - die Klimaschutzinitiative des Lebensministeriums -
operativ um und koordiniert die verschiedenen Maßnahmen in den
Themenbereichen Mobilität, Energiesparen, Bauen & Sanieren und
Erneuerbare Energie. Weitere Informationen für Mitglieder und
Interessenten unter www.energyagency.at.

Rückfragehinweis:
Österreichische Energieagentur - Austrian Energy Agency
Mag. Heinrich Sigmund, MSc
Tel.: +43 (0) 1-586 15 24
E-Mail: [email protected]
Web: www.energyagency.at

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