- 30.11.2010, 10:20:24
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Ökosoziales Forum: Hans-Kudlich-Preis-Verleihung 2010
Maria Forstner, Heinz Gstir und Alois Heißenhuber für besondere Verdienste um den ländlichen Raum und die Landwirtschaft ausgezeichnet
Wien (OTS) - Maria Forstner (Engabrunn, NÖ), Heinz Gstir
(Niederndorferberg, Tirol) und Alois Heißenhuber
(München-Weihenstephan, Bayern) sind die PreisträgerInnen des
Hans-Kudlich-Preises 2010. Das Ökosoziale Forums vergibt diesen Preis
in Gedenken an den Bauernbefreier Hans Kudlich an Menschen, die durch
ständiges Bemühen das Verständnis der Allgemeinheit für Land- und
Forstwirtschaft und den ländlichen Raum vertiefen, einen nachhaltigen
Umgang mit den natürlichen Ressourcen aufzeigen und damit einen
Beitrag leisten, die Ökosoziale Marktwirtschaft in die Praxis
umzusetzen. Die Preisverleihung fand gestern Abend (29.11.2010) in
Wien statt.
Maria Forstner bekam die Auszeichnung für ihr außergewöhnliches
Engagement in der Dorferneuerung, Heinz Gstir wurde für seinen
Einsatz in der Sicherung der regionalen Wertschöpfung ausgezeichnet,
Alois Heißenhuber wurde vom Ökosozialen Forum für seine
Brückenfunktion zwischen Wissenschaft, Wirtschaft, Technologie und
Agrarpolitik geehrt.
Der Bauernsohn Hans Kudlich hat im Revolutionsjahr 1848 als
jüngstes Mitglied des österreichischen Reichstages den Antrag auf
Aufhebung der bäuerlichen Untertänigkeits-verhältnisse gestellt. Das
Gesetz trat in leicht abgeänderter Form im selben Jahr in Kraft.
Der Hans-Kudlich-Preis ist mit jeweils 2.000 EUR dotiert und wird
jedes zweite Jahr vergeben. Gestiftet werden die Preise von der
Landwirtschaftskammer Österreich, dem Österreichischen Bauernbund,
dem Österreichischen Raiffeisenverband und dem Ökosozialen Forum. Die
Preisverleihung wird von der UNIQA und der Österreichischen
Hagelversicherung unterstützt.
Maria Forstner aus Engabrunn (NÖ) trägt mit großem Engagement die
umfassende Dorferneuerung in Niederösterreich seit langer Zeit
maßgeblich mit. Durch ihren Einsatz und ihre Vorbildwirkung ist es
ihr oftmals gelungen, Verantwortliche und BewohnerInnen für eine
zukunftsorientierte Weiterentwicklung der Dörfer und Gemeinden zu
begeistern. Ihr Anliegen ist die soziale Dorferneuerung, die weit
über Fassadenverschönerung hinausgeht und dazu anregt, sich als
BürgerIn ehrenamtlich im eigenen Wohnort, beispielsweise in der
Nachbarschaftshilfe, zu engagieren. Maria Forstner ist Weinbäuerin
und engagiert sich seit 8 Jahren als Obfrau der NÖ Dorf- und
Stadterneuerung. Sie leitet auch den Dorferneuerungsverein "Engabrunn
Aktiv" und arbeitet in der Leader AG Kamptal Wagram mit.
Heinz Gstir aus Niederndorferberg (Tirol) hat mit einem besonders
hohen Maß an Durchsetzungskraft und Engagement, das weit über seine
berufliche Tätigkeit hinausgeht, die Interessen der Tiroler Bauern
vertreten. Lange bevor landwirtschaftliche Bio-Produktionsweise im
öffentlichen Bewusstsein verankert war, versuchte er, Ökonomie und
Ökologie in Einklang zu bringen. Als Obmann der Sennerei Hatzenstädt
musste er sowohl unter den Biobauern im Berggebiet als auch beim
Handel und in der Wirtschaft harte Überzeugungsarbeit leisten. Heinz
Gstir ist es gelungen, mit regionalen Produkten regionale
Wertschöpfung zu sichern und zu steigern. Heinz Gstir stammt aus
einer Bergbauern-Familie. Ab 1991 übernahm er die Funktion als Obmann
der Sennerei Hatzenstädt und führte sie zurück auf einen
erfolgreichen Weg. Ab 2001 war er maßgeblich am Aufbau der Tiroler
Bio-Marke "BIO vom BERG" beteiligt. Das Konzept: Bio-Produkte also
solche erkennbar zu machen und so den nötigen Mehrwert für die
Biolandwirtschaft zu erzielen. Gestartet wurde mit 8 Produkten,
mittlerweile sind über 80 Produkte im Sortiment, rund 600 Tiroler
Bio-Bauern profitieren vom Erfolg.
Alois Heißenhuber aus München-Weihenstephan (Bayern) ist Inhaber
des Lehrstuhls für Wirtschaftslehre des Landbaues an der Technischen
Universität München-Weihenstephan. Die Auszeichnung mit dem
Hans-Kudlich-Preis 2010 erhält er vor allem für seine Brückenfunktion
zwischen Agrarwirtschaft, -wissenschaft, -technik und Agrarpolitik.
Er ist ein begeisterter und guter Lehrer, der immer das Ganze im
Blick hat und nicht nur Einzelfragen. Alois Heißenhuber ist kein
abgehobener Wissenschafter, sondern versucht in der ihm eigenen
pointierten Weise, die Politik, die StudentInnen und die KollegInnen
zu überzeugen. Durch seinen Einsatz und seine Fähigkeit, komplexe
Zusammenhänge einfach und verständlich darzustellen, gelingt es ihm,
Signale aus dem akademischen Sektor heraus für die Gesellschaft zu
formulieren. Die Arbeitsschwerpunkte von Alois Heißenhuber reichen
von der einzelbetrieblichen Ebene bis zu der Verfahrensoptimierung im
Produktionsbereich und deren Auswirkungen auf das Ökosystem.
Rückfragehinweis:
und Fotoanfragen:
Ökosoziales Forum, Martina Baumeister
Tel. 01/253 63 50-22 u. 0676/64480 41
[email protected], www.oekosozial.at
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