- 29.11.2010, 18:13:15
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Die drückende Last der Armut Veranstaltung gegen Armut und soziale Ausgrenzung im Hohen Haus
Wien (PK) - Das Jahr 2010 steht im Zeichen des "Europäischen
Jahres zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung". Aus
diesem Anlass lud Nationalratspräsidentin Barbara Prammer heute
zu einer Veranstaltung ins Hohe Haus, bei der auf die besondere
Bedeutung politischer Antworten auf soziale Missstände
hingewiesen werden sollte.
In ihrer Begrüßungsrede wies die Präsidentin darauf hin, dass es
aus dem genannten Anlass auch in Österreich viele Veranstaltungen
gegeben habe, welche viele Ideen und Initiativen gebracht hätten,
die der Politik wichtige Anregungen geliefert haben. In diesem
Zusammenhang verwies Prammer auch auf die vormittägige
Veranstaltung mit Integrationsklassen, die in dieser Hinsicht
auch sehr erwähnenswert und erkenntnisreich gewesen sei.
Der Kampf gegen Armut und soziale Ausgrenzung müsse einem unter
die Haut gehen, denn immer noch seien viel zu viele Menschen von
Armut betroffen, bedinge Armut doch auch eine Vielzahl von
Folgeschäden wie etwa Krankheiten oder psychische Belastung.
Gerade deshalb sei die Bekämpfung der Armut von ganz besonderer
Wichtigkeit.
Die europäische Finanzkrise habe eindrucksvoll gezeigt, dass
jene, die nach "mehr privat, weniger Staat" gerufen hatten, sich
im Unrecht befanden, denn gerade die Politik sei jene gestaltende
Kraft, die am Arbeitsmarkt die richtigen Akzente setzen und mehr
Verteilungsgerechtigkeit erwirken könne. Man brauche nach wie vor
Arbeit für alle, damit alle ein ausreichendes Einkommen haben,
betonte die Präsidentin. Österreich sei hier, schloss Prammer,
einen guten Weg gegangen, doch müsse man auch auf europäischer
Ebene aktiv sein, müsse das Ziel doch ein soziales Europa sein.
Bundesminister Hundstorfer verwies darauf, dass das heute
aufzuführende Theaterstück eines jener Projekte sei, die man im
Laufe des "Europäischen Jahres zur Bekämpfung von Armut und
sozialer Ausgrenzung" unterstützt habe. Er erinnerte daran, dass
man als wesentliches Ziel dabei in Österreich die
Mindestsicherung, die 15 Jahre lang verhandelt worden sei,
erreicht habe, die bis Jahresende überall implementiert sein
werde.
Und wenn sich das Jahr auch dem Ende zuneige, so werde man bei
der aktiven Arbeitsmarktpolitik nicht nachlassen, denn Arbeit sei
immer noch die beste Medizin gegen Armut. Hundstorfer kam auf
jene 40.000 ÖsterreicherInnen zu sprechen, die nicht einmal über
ein Bankkonto verfügten, was es ihnen verunmögliche, einen Job
anzunehmen oder eine Wohnung zu mieten. Hier dankte er der "Erste
Bank" und der BAWAG, die Menschen in einer solch speziellen
Lebenslage eine neue Chance gäben. Sein Ressort werde sich
jedenfalls weiterhin für Arbeitsplätze und soziale Sicherheit
einsetzen und in diesem Bemühen sicher nicht nachlassen, schloss
der Minister.
Nachdem Michaela Moser und Michael Wrentschur das Projekt
vorgestellt hatten, brachte das Ensemble "InterACT" das Stück
"Kein Kies zum Kurven Kratzen" zur Aufführung. Im Anschluss daran
diskutierten die Abgeordneten Christine Lapp (S), August Wöginger
(V) und Karl Öllinger (G) mit Experten über Wege aus der Armut.
(Schluss)
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