• 28.11.2010, 11:11:47
  • /
  • OTS0027 OTW0027

WWF: Klimaschutz statt Katzenjammer

Die EU muss die Führung im Klimaschutz übernehmen und die Schutzziele für 2020 erhöhen

Wien (OTS) - Ab morgen verhandeln die Staats- und Regierungschefs
von 193 Ländern auf der 16. UN-Klimakonferenz im mexikanischen
Cancún. Der WWF sieht diese Konferenz als wichtige Zwischenstation
für ein globales, rechtverbindliches und faires Klimaschutzabkommen.
"Nach Kopenhagen ist der Klimaprozess in eine Art Schockstarre
geraten", erklärt Kathrin Hebel, Klimasprecherin des WWF Österreich.
"Umso wichtiger ist es, die Verhandlungen jetzt wieder anzuschieben
und Pflöcke einzuschlagen, die den Weg für die Folgekonferenz Ende
2011 ebnen." In Cancún soll demnach die Grundlage für ein Abkommen
im Rahmen der COP 17 in Südafrika gelegt werden, das dann im Laufe
von 2012 in Kraft treten kann. "Es muss unter allen Umständen
vermieden werden, dass nach dem 2012 auslaufenden Kyoto-Protokoll ein
klimapolitisches Vakuum ohne Ziele und Mechanismen entsteht", warnt
Hebel.

Vor allem die EU muss dafür sorgen, dass der internationale
Klimaschutz wieder in Fahrt kommt, fordert der WWF. Die europäischen
Klimaschutzziele sollen bis 2020 von heute 20 Prozent auf mindestens
30 Prozent erhöht werden. Außerdem muss es gelingen, die beiden
großen Treibhausgasemittenten USA und China endlich mit ins Boot zu
holen. Nur wenn die Interessen der Weltgemeinschaft über die
nationalen Interessen der einzelnen Länder gestellt werden, kann die
globale Erwärmung bei 1,5Grad C gegenüber den vorindustriellen Werten
gestoppt werden.

Noch nie war die Kluft zwischen wissenschaftlichen Erkenntnissen
und politischer Handlungsbereitschaft so tief wie jetzt. Die
CO2-Konzentration in unserer Atmosphäre betrug Ende 2009 387 ppm
(parts per million) CO2. Das sind 40 Prozent mehr, als zu Beginn der
industriellen Revolution Ende des 18. Jahrhunderts. Mit einer
Wachstumsrate von derzeit 1,6 ppm pro Jahr steigt die Konzentration
rasant an, während sich der Verhandlungsprozess im Schneckentempo
bewegt. "Fast scheint es so, als liefe den Ländern nicht nur die
Zeit, sondern vor allem das Klima davon", so Hebel.

Die Konferenz in Cancún bietet die Chance dafür, dass die Welt ein
Zeichen setzt und Verantwortung für die Zukunft übernimmt. Vor allem
in den Verhandlungen um eine Verringerung der Entwaldung und
Waldzerstörung (REDD+) könnte es ein Teilabkommen geben. Die
Vertragsparteien müssen sich dabei zu einem verbindlichen, globalen
Ziel von einem Stopp der Entwaldung und Degradierung bis 2020
bekennen. Nur so können auch die damit verbundenen CO2-Emissionen,
die heute 15 Prozent des globalen Treibhausgasausstoßes bedingen,
reduziert werden.

Außerdem müssen in den Bereichen Technologietransfer von
Industrie- in Entwicklungsländer und Anpassung an die Folgen des
Klimawandels in den Entwicklungsländern erste Teilerfolge erreicht
werden. Auch Strategien zur Finanzierung von Klimaschutzmaßnahmen in
Entwicklungsländern und zur Minderung des weltweiten
Treibhausgasausstoßes sind dringend notwendig.

Um diese Ziele zu erreichen, ist neben Engagement auch eine
ausreichende Finanzierung erforderlich. "In Cancún sollte der globale
Klimafonds formal eingerichtet und dafür gesorgt werden, dass
Entwicklungs- und Industrieländer gleichberechtigt über die
Mittelverwendung entscheiden können", erklärt Hebel vom WWF.
Finanzierungsfenster für die Bereiche Emissionsminderungen,
Anpassungsmaßnahmen, Vermeidung von Entwaldung sowie Technologie
müssen unter diesem Fonds angegliedert werden. Es ist wichtig, dass
die weitere Ausgestaltung des Klimafonds bis zur COP 17 in Südafrika
abgeschlossen ist.

Um den Entwicklungsländern mit neuen zusätzlichen Finanzhilfen bei
der Emissionsminderung und der Anpassung an den Klimawandel zu
helfen, werden dringend innovative Finanzierungsquellen benötigt.
Auch darüber sollte in Cancún diskutiert werden. Aus einem im
November erschienenen Bericht der High Level Advisory Group on
Climate Change Financing (AGF) geht hervor, dass die Mobilisierung
zusätzlicher Mittel mit Hilfe innovativer Quellen machbar ist.

Rückfragehinweis:
Kathrin Hebel, WWF Klimasprecherin, Tel. 0676/83 488 256
Claudia Mohl, WWF Pressesprecherin, Tel. 0676/83 488 203

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | WWF

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel