- 24.11.2010, 16:01:29
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Wissenschaftliches Gipfeltreffen der Bauwirtschaft
30 Jahre Kolloquium Forschung & Entwicklung für Zement und Beton
Wien (OTS) - Insgesamt blickt das jährlich stattfindende
Kolloquium Forschung & Entwicklung für Zement und Beton auf eine
bereits 30-jährige Geschichte zurück und hat sich seit seiner
Gründung zur führenden Branchen-Plattform der Bauwirtschaft
entwickelt - als umfangreiches Informations- und Tagungsprogramm für
Professionals und Führungskräfte mit knappem Zeitbudget. "Die
Teilnehmer schätzen vor allem, dass sie an einem Nachmittag Einblick
in die wichtigsten Forschungsergebnisse und Praxisanwendungen eines
Jahres bekommen", so Dr. Johannes Steigenberger (VÖZfi). Mehr als 350
Teilnehmer folgten am 3. November 2010 in Wien den Ausführungen der
Wissenschaftler zu den aktuellsten Erkenntnissen. Neue Entwicklungen
in der Betontechnologie, Baustellenpraxis und Betoninnovationen
bildeten den inhaltlichen Rahmen der Veranstaltung, bei der 34
Experten verschiedenster Fachbereiche aus dem In- und Ausland
Beiträge lieferten.
Dank intensiver Forschungen und großem Innovationspotenzial
gewinnt Zement und Beton immer mehr an Bedeutung. "Beton tritt nun
selbstbewusst aus seinem Schattendasein heraus und zeigt, dass durch
neue Erkenntnisse der Forschung und den Einsatz neuer
Materialkombinationen das vor wenigen Jahren noch Unmögliche Realität
werden kann", erklärte VÖZ-Geschäftsführer DI Felix Friembichler.
"Durch unsere Zusammenarbeit mit den bedeutendsten Vertretern aus
Industrie und Forschung sind förmlich Quantensprünge möglich." Der
Zementindustrie ist es nicht nur gelungen, anerkannte, modernste
Techniken aus den verschiedensten Bereichen wie der Formel 1 oder der
Flugzeugtechnik zu integrieren, sondern auch angehende Konstrukteure
und Architekten für den Baustoff zu begeistern, die mit innovativen
Projekten der Branche eine völlig neue Richtung und Perspektive
geben.
Urbane Brücke ganz in Weiß
Die besondere Aufmerksamkeit des Publikums galt dem 2010
realisierten Siegerprojekt der Concrete Student Trophy 2007. Der
Entwurf von DDI Rudolf Brandstötter und Gonzalo Espinosa Ortega mit
dem Namen Link 27, eine barrierefreie Fuß- und Radwegbrücke über den
Wienfluss als filigrane Spannbetonstruktur aus weißem Beton, vereint
alles in sich, was Beton heute zu sein vermag. Die Besonderheit der
rund 40 Meter langen Hauptträger ist ihre Herstellung in einem
Betoniervorgang vor Ort, bei dem eine außergewöhnlich homogene Beton-
und Farbqualität erzielt werden konnte. Im Vergleich zu "normalem"
Beton waren beim weißen Beton weder beim Einbau noch bei der
Nachbehandlung weitere Begleitmaßnahmen erforderlich.
Weißer Spritzmörtel für sichere Tunnel
Ein perfekter Tunnelanstrich zeichnet sich durch einen
ausreichenden Hellbezugswert, eine gute Reinigungsfähigkeit und eine
glatte Oberfläche aus. Durch Verschmutzungen verschlechtert sich nach
einiger Zeit der Helligkeitswert und es werden Erneuerungsanstriche
notwendig. Vom VÖZfi wurde nun nach einer wirtschaftlich sinnvollen
Alternative gesucht. DI Dr. Stefan Krispel vom Forschungsinstitut der
VÖZ berichtet von den Ergebnissen: "Eine zementgebundene weiße
Spritzmörtelschicht erfüllt alle Anforderungen an die Oberfläche, hat
hervorragende Helligkeitswerte und ist beständig wie
Konstruktionsbeton. Das bedeutet lange Haltbarkeit und weniger
Reinigungsarbeiten." Verschmutzungen werden durch leichtes
Nachschleifen ohne großen Zeitaufwand entfernt und es sind nur kurze
Tunnelsperren dafür erforderlich.
Formel 1-Technik für Brücken
Als herausragende Errungenschaft gilt der Einsatz der aus
Flugzeugindustrie und Formel 1 bekannten Composite Wedge Technik in
Form von eingeschlitzten, vorgespannten Kohlefaserlamellen (CFK). Die
Vorteile der Verstärkung mit CFK-Lamellen sind die Ausnützung der
hohen Zugfestigkeit, die Reduzierung der Rissweiten, die Verbesserung
der Durchbiegung, die Aktivierung von bestehenden Lasten sowie eine
Verbesserung des Verstärkungseffekts.
Vorgespannte Bodenplatten nach amerikanischem Vorbild
DI Anton Schweighofer und Prof. Dr. Johannes Kollegger weisen in
ihrem Vortrag auf das brachliegende Potenzial vorgespannter
Bodenplatten hin. "Mit dieser Methode können Flächen bis zu 30.000
Quadratmetern fugenlos betoniert werden. Die Vorteile liegen klar auf
der Hand: Reduktion der Plattenstärke, Entfall der schlaffen
Bewehrung, Reduktion der Lebenszykluskosten sowie Risskontrolle und
Schließung von Rissen durch vorübergehende Überbeanspruchung",
betonen die Mitglieder des Instituts für Tragkonstruktionen und
Betonbau der TU Wien. Als absolute Innovation dabei gilt die
neuartige Luftgleitlagerung, die eine nahezu reibungsfreie Lagerung
durch Kompensation des Eigengewichts während der Herstellung der
Bodenplatte ermöglicht.
Vorgespannte Beton-Fertigteile auch bei Brückenbau
DI David Wimmer vom Institut für Tragkonstruktionen und Betonbau
betreut ein Projekt, bei dem dünnwandige vorgespannte
Beton-Fertigteilträger beim Brückenbau zum Einsatz kommen sollen.
"Ziel des Forschungsvorhabens ist die Entwicklung und Erprobung von
trogförmigen Fertigteilträgern, die im Brücken- und Ingenieurbau an
Stelle von Stahlträgern eingesetzt werden können", ist der
Hochbauspezialist von der Alternative zum Verbundbau überzeugt.
Repräsentativer Querschnitt aus Wissenschaft und Industrie
Beim Kolloquium 2010 bereicherten auch weitere fachspezifische
Vorträge aus der Forschung und Zementindustrie das Programm.
Referiert wurde unter anderem über neue Methoden in der
Oberflächenanalyse von Waschbeton und Griffigkeit von
Betonfahrbahnoberflächen, über den Einfluss vom Temperatur und
Schwinden auf Risse bei der Erhärtung des Betons, über das
Ermüdungsverhalten der Verbundfuge zwischen Aufbeton und
Brückentragwerk und über die Auswirkungen der Zementart auf
Befestigungselemente in Beton. Vorgestellt wurde auch Flüssigboden
mit mobiler Mischanlage als kosteneffiziente und ressourcenschonende
Variante des Betonierens, sowie optimale Lösungen für Problemzonen
bei der Pflasterung von stark beanspruchten Verkehrsflächen,
präsentiert von renommierten österreichischen Industrievertretern.
Mit seinen insgesamt 20 Vorträgen bot das Betonkolloquium 2010 einen
informativen wie anregenden Querschnitt für die Branche und
Interessenten, die in die Zukunft investieren wollen.
Vereinigung der Österreichischen Zementindustrie (VÖZ)
Die Vereinigung der Österreichischen Zementindustrie versteht sich
als Partner der Bauindustrie, der Behörden, aber auch als Service-
und Anlaufstelle für den Endverbraucher. Die VÖZ bietet praktische
Hilfestellung bei Fragen der fachgerechten Verarbeitung von Zement
und Beton. Darüber hinaus beobachtet die VÖZ laufend die aktuellen
internationalen Entwicklungen und ist maßgeblich daran beteiligt, den
jeweils neuesten Stand der Technik in der österreichischen
Bauwirtschaft zu verankern.
Infos und Download unter: www.zement.at
Rückfragehinweis:
Pressestelle der Österreichischen Zementindustrie
Andrea Baidinger
andrea.baidinger bauen wohnen immobilien
Kommunikationsberatung GmbH
Tel +43-1-904 21 55 0, email: [email protected]
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