• 23.11.2010, 18:49:45
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Staats- und Regierungschefs beschließen globalen Tiger-Rettungsplan

127 Millionen Dollar sind zugesagt: WWF mahnt konkrete Maßnahmen ein

Wien/St. Petersburg (OTS) - Die Staats- und Regierungschefs sowie
hochrangige Minister aller dreizehn Tiger-Verbreitungsstaaten und
weiterer Länder haben sich auf dem Tiger-Gipfel im russischen St.
Petersburg heute Abend zu einem globalen Tiger-Rettungsplan bekannt.
Die Politiker einigten sich auf das Ziel die Bestandszahlen des
Tigers bis 2022 zu verdoppeln. Für Schutzmaßnahmen, die das Überleben
der Tiger sichern sollen, wurden 127 Millionen US-Dollar angekündigt.
Damit ist die Finanzierung der akut anstehenden Rettungsmaßnahmen in
den kommenden fünf Jahren aber noch nicht gesichert. Dafür braucht es
in den nächsten fünf besonders entscheidenden Jahren insgesamt 350
Millionen US-Dollar.

Die Gelder, die die Verbreitungsstaaten beim Tigerschutz unterstützen
sollen, kommen aus Deutschland, den USA, von Institutionen wie der
Weltbank und von Privatpersonen wie Hollywoodstar Leonardo DiCaprio.
Auch der WWF hat in den nächsten fünf Jahren 50 Millionen US-Dollar
zugesichert. Der Tiger-Gipfel in St. Petersburg kam auf Initiative
des WWF und des russischen Ministerpräsidenten Vladimir Putin
zustande. "Wir sind zuversichtlich, dass wir auf das heutige Ergebnis
als einen Wendepunkt in der Geschichte zurückblicken werden, an dem
die Entscheidung für die Rettung eines der faszinierendsten Tiere
der Welt getroffen wurde", freut sich WWF-Artenschutzexpertin Jutta
Jahrl. Dennoch mahnt der WWF die Regierungen der 13 Länder die
Beschlüsse einzuhalten. "Der heute beschlossene Rettungsplan darf
nicht als Papiertiger enden" so Jahrl.

Nach der bemerkenswerten Rede von Vladimir Putin zum Arten- und
Umweltschutz fordert der WWF jedoch auch weitere konkrete Maßnahmen
in Russland ein. So müssen illegaler Holzeinschlag und Wilderei
gestoppt werden. Ein erster Schritt ist ein offizielles russisches
Verbot, Korea-Kiefern zu fällen, deren Wälder das wichtigste Habitat
für die Sibirischen Tiger darstellt. Auch die meisten anderen
Tiger-Länder haben im Vorfeld des Gipfels bereits ihren Willen
signalisiert und wichtige Maßnahmen umgesetzt. "Noch nie gab es eine
vergleichbare Unterstützung für eine einzige Art. Dieser Impuls muss
nun umgesetzt werden, bevor es zu spät ist", appelliert Jahrl vom
WWF.

Von den USA kamen knapp zehn Millionen, von Deutschland mehr als 17
Millionen US-Dollar. Die Weltbank sagte einen
100-Millionen-Dollar-Kredit für drei der Tiger-Länder zu. Weitere
Gelder kamen vom WWF sowie weiteren Organisationen. US-Schauspieler
und WWF-Vorstandsmitglied Leonardo DiCaprio spendet aus seiner
Umweltstiftung eine runde Million US-Dollar.

Rückfragehinweis:
MMag. Franko Petri, Pressesprecher WWF, Tel. 01-48817-231 oder 0676-83488-231, Email: [email protected].

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