• 22.11.2010, 13:49:20
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Ludwig Boltzmann Gesellschaft: 30 Jahre translationale Traumaforschung rund um Intensivmedizin und Geweberegeneration

Wien (OTS) - Am LBI Trauma haben bahnbrechende medizinische
Neuerungen ihren Ursprung - von Fibrinkleber-Weiterentwicklungen,
verbesserter Schocktherapie bis zum Sensibilitäts-Trainingsapparat
nach Verlust des Tastsinns - Tagungen "Intensive Care" und "Tissue
Regeneration" am 25. und 26. November im UKH Lorenz Böhler.

ElektrotechnikerInnen, MolekularbiologInnen, ChemikerInnen,
Ärztinnen, VeterinärmedizinerInnen - das sind nur einige Disziplinen,
die am Ludwig Boltzmann Institut für Experimentelle und Klinische
Traumatologie (LBI Trauma) vertreten sind. Am LBI Trauma geht
wissenschaftliche Grundlagenforschung direkt in die Anwendung über
und kommt speziell Unfall-PatientInnen zugute - translationale
Forschung (Translational Research) als Idealfall.

Das LBI Trauma wurde 1980 gegründet und ist Teil des
Forschungszentrums der Allgemeinen Unfall Versicherungs Anstalt AUVA.
Es ist im Unfallkrankenhaus Lorenz Böhler untergebracht und wird seit
1998 von Univ.-Prof. Dr. Heinz Redl geleitet. Seit 2006 ist es
außerdem Kern des Clusters für Geweberegeneration und kooperiert
darin mit der Medizinischen Universität Wien, der Bernhard Gottlieb
Zahnklinik und der Blutbank des Roten Kreuz Oberösterreich. Außerdem
ist es Teil der European Institute of Excellence for Tissue
Engineering and Regenerative Medicine und anderer europaweiter
Forschungsprogramme.

Rund achtzig internationale WissenschafterInnen forschen derzeit
für das LBI Trauma und den Cluster Geweberegeneration.

Schock, Sepsis, Blutstillung, Geweberegeneration

Dabei geht es um die Verbesserungen diagnostischer und
therapeutischer Maßnahmen in Unfallchirurgie und Intensivmedizin.
Hauptthemen sind neue Wege in der Therapie von Schock, Sepsis,
Blutstillung und Geweberegeneration bzw. "Tissue Engineering" und
Zellforschung.

Neben der Weiterentwicklung des Fibrinklebers, der zur
intraoperativen Gewebeklebung eingesetzt wird, gab es auch Erfolge in
der Nervenregeneration. So konnte man am LBI Trauma einen
Sensibilitäts-Trainingsapparat entwickeln, der das Gehirn bei Verlust
des Tastsinns in den Fingern unterstützen kann. Grundlagenforschung
und klinische Anwendung gehen auch hier Hand in Hand.

Große Erfolge verspricht man sich vom "Tissue Engineering"
(Gewebekonstruktion) für die Geweberegeneration, wobei z.B. aus
adulten Stammzellen Material als Knochenersatz oder zur
Bandrekonstruktion gewonnen werden kann.

"Diagnostisch gesteuerte Gerinnungstherapie"

Einer der jüngsten Erfolge am LBI Trauma: Mit großen Blutungen
einhergehende Gerinnungsstörungen stellen ein erhebliches Problem bei
der Versorgung von Schwerverletzten dar, die zu einer deutlich
erhöhten Mortalität führen. Durch ein neu angepasstes
Diagnoseverfahren, mit dem nicht nur die üblichen Parameter der
Blutgerinnung, sondern auch wesentliche Eigenschaften des Thrombus
gemessen werden, ist eine verfeinerte Diagnostik möglich. Die Methode
ermöglicht dadurch eine differenzierte maßgeschneiderte Volums- und
Blutkomponenten Therapie der zugrundeliegenden Gerinnungsstörung mit
deutlich verbesserten Überlebenschancen. Auch die lokalen
Blutstillungsmaterialien werden zusammen mit der Industrie weiter
verbessert.

"Personalized Medicine" in der Intensivstation

Genauso wie bei Gerinnungsstörungen versuchen Forscher am LBI
Trauma die Grundlagen für eine personalisierte Medizin durch Messung
von wichtigen immunologischen Parametern, sowohl im Patienten als
auch im experimentellen Rahmen durchzuführen und darauf basierend,
den am besten geeignetsten OP-Termin zu bestimmen bzw. eine bestimmte
Therapie auszuwählen.

Aus eins mach' zwei

Ein weiteres aktuelles Forschungs-Highlight: Mittels eines neuen
mikrochirurgischen Verfahrens kann ein durchtrennter Nervenstumpf mit
einem anderen bestehenden Nerv verbunden werden. Damit wird das
Problem der ansonsten notwendigen langwierigen Nervenaussprossung
elegant umgangen. Das Gehirn ist nämlich plastisch genug, um sich an
die neue Situation anzupassen und ermöglicht dann die Steuerung
zweier verschiedener Funktionen über dasselbe Nervenzentrum. So
können beispielsweise vom Atemzentrum ausgehende Nervenimpulse auch
zur Steuerung der Ellbogenbeugung genutzt werden.

Tagungen "Intensive Care" und "Tissue Engineering"

Anlässlich des 30. Jahrestags veranstaltet das LBI Trauma zwei
Tagungen im UKH Lorenz Böhler: "Intensive Care" am 26. November (9
Uhr bis 17.15 Uhr) und "Tissue Engineering" am 26. November (8.30 Uhr
bis 17 Uhr)

Rückfragehinweis:
Ludwig Boltzmann Institut Experimentelle und Klinische Traumatologie
Donaueschingenstrasse 13, 1200 Wien
Tel: 0043 1 33110 464
e-mail:[email protected]
http://trauma.lbg.ac.at

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