- 19.11.2010, 09:31:40
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Tiger-Gipfel in St. Petersburg: WWF veröffentlicht Undercover-Report
Jagd bis zur Ausrottung: WWF befürchtet Aussterben der Tiger bis 2020
Wien/St. Petersburg (OTS) - Ab Sonntag treffen sich Staats- und
Regierungschefs sowie Minister aus allen dreizehn Nationen, in denen
heute noch wilde Tiger leben, im russischen St. Petersburg zum
Internationalen Tiger Forum (21. bis 24. November). Es soll beraten
werden, wie das Aussterben der majestätischen Großkatzenart noch
verhindert werden kann. "Zum ersten Mal treffen sich Regierungschefs
zu einer internationalen Konferenz, um über das Schicksal einer
einzigen Tierart zu sprechen", sagt Jutta Jahrl,
WWF-Artenschutzexpertin, und bewertet die Konferenz daher auch als
einen "historischen Moment" für die weltweiten Naturschutzbemühungen.
"Ohne ein durchsetzbares Abkommen der Tiger-Länder könnten die
Großkatzen bis 2020 nur mehr in Zoos, Zuchtanstalten und ausgestopft
in Museen zu bewundern sein", warnt Jahrl.
Anlässlich des Gipfelauftakts veröffentlichten der WWF und das
Artenschutzprogramm TRAFFIC einen Undercover-Report zum illegalen
Handel mit Produkten aus Tigern und anderen asiatischen
Großkatzenarten. Demnach stellen vor allem die Märkte in der
Grenzregion zwischen Myanmar, China und Thailand ein Drehkreuz des
internationalen Arten-Schmuggels dar. Wie Filmaufnahmen des WWF
belegen, werden auf Schwarzmärkten Teile von Tigern offen angeboten,
scheinbar ohne Angst vor Aufdeckung. "In diesen Regionen haben
Behörden und die zentralen Regierungen offenbar keinen Einfluss. Hier
herrschen lokale Führer, die mit ihren Milizen ihre eigenen Gesetze
durchsetzen", sagt Jahrl. Die illegalen Märkte ziehen vor allem
Touristen aus China an, die sich dort mit Tiger-Medizin,
Glücksbringern aus Tigerkrallen oder mit Fellen eindecken. "Um das
Überleben der Tiger zu sichern, müssen diese Schwarzmärkte
austrocknet werden", fordert Jahrl. Das Ausmaß des illegalen Handels
in der Region rund um Myanmar zeigt, wie wichtig verstärkter
politischer Wille zum Schutz der Tiger und ein entschlossenes
Vorgehen seitens der Regierungen und Behörden gegen Wilderer und
Schmuggler sind, so der WWF.
"Die Staats- und Regierungschefs der Tiger-Länder müssen auf dem
Gipfel den vorliegenden globalen Rettungsplan für den Tiger
bestätigen und eine Deklaration unterzeichnen, in der sie sich dem
Ziel verpflichten, alles zu unternehmen um die Zahl der wilden Tiger
bis 2022 zu verdoppeln", fordert Jahrl. Darüber hinaus erwartet der
WWF, dass sich die einzelnen Staaten auch klare und vor allem
überprüfbare Ziele auf nationaler Ebene setzen. Zu deren Umsetzung
ist allerdings auch die verbindliche Unterstützung von Geldgebern
notwendig, so der WWF. Auch Vertreter Deutschlands, der USA,
Frankreichs, Japans und Südkoreas, der Vereinten Nationen und der
Weltbank werden nach St. Petersburg reisen, um im "Jahr des Tigers"
endlich die weltweite Wende in den Schutzbemühungen einzuleiten.
"Ohne ein entschiedenes und gemeinsames Vorgehen gegen die Wilderer
und für den Schutz der Lebensräume der Großkatzen werden wild lebende
Tiger bald Geschichte sein", unterstreicht Jahrl die Bedeutung dieser
Konferenz.
Rückfragehinweis:
MMag. Franko Petri, Pressesprecher WWF, Tel. 01-48817-231 oder 0676-83488-231, Email: [email protected].
Hintergrundinformationen, Factsheets, Fotos, Footage und 12-Minuten-Film zum Thema unter www.wwf.at/presse;
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