• 18.11.2010, 11:30:42
  • /
  • OTS0124 OTW0124

Jüdische Friedhöfe gerettet

IKG dankt allen Beteiligten

Wien (OTS) - 65 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs, nach fast
20-jährigen Verhandlungen und Bemühungen seitens der IKG, konnte eine
Lösung zur Sanierung und Erhaltung der jüdischen Friedhöfe in
Österreich gefunden werden. Die Republik zahlt eine Million jährlich
wertgesichert 20 Jahre in den Instandsetzungsfonds ein. Die
Kultusgemeinde Wien hat die Aufgabe übernommen von allen anderen,
Körperschaften, Ländern, Gemeinden, Spendern, EU, je eine weitere
Million 20 Jahre lang aufzubringen (irrtümlich wird medial behauptet,
dass die Kultusgemeinde diese zweite Million bezahlt). Das dritte
wesentliche Standbein der Vereinbarung ist, dass sich die jeweiligen
Gemeinden verpflichten müssen, die jüdischen Friedhöfe über 20 Jahre
zu erhalten (bei den Friedhöfen Deutschkreutz und Lackenbach liegen
bereits unterschriebene Pflegevereinbarungen vor). Die Zusage von
Bürgermeister Häupl, dass auch Wien diese Pflegevereinbarung
unterschreiben wird, ist der wesentliche Meilenstein zur
tatsächlichen Umsetzung des gesamten Projekts. Mit dem einstimmigen
Beschluss des Nationalrats vom 17. November 2010 ist diese
Vereinbarung jetzt besiegelt und es kann zügig mit den Arbeiten
begonnen werden. Im Burgenland (Kobersdorf und Lackenbach) waren
heuer Arbeiten bereits voll im Gange. In Niederösterreich hat
Landeshauptmann Pröll zugesagt 25% der Instandsetzungskosten zu
übernehmen und bei jenen Gemeinden zu helfen, deren Bürgermeister
sich weigern, die Pflegevereinbarung zu unterschreiben.

Dieser Erfolg hat nicht nur eine tief religiöse, sondern vor allem
eine kulturhistorische Bedeutung für die jüdische Gemeinde. Manche
dieser Friedhöfe bestehen seit dem 17. Jahrhundert und zeugen von
einer blühenden jüdisch-österreichischen Geschichte. Sie sind ein
wichtiges erhaltenswertes Kulturerbe, dessen Bestand jetzt für die
Zukunft gesichert ist.

Die Israelitische Kultusgemeinde dankt Bundeskanzler Faymann,
Vizekanzler Pröll, den Landeshauptleuten, insbesondere
Landeshauptmann Häupl und Pröll, Nationalratspräsidentin Prammer, den
Abgeordneten zum Nationalrat und allen anderen, die mitgeholfen
haben, dass nunmehr diese seit Jahrzehnten offene Wunde jetzt
gemeinsam einer Heilung zugeführt wurde.

Dr. Ariel Muzicant, Präsident
Israeltische Kultusgemeinde Wien

Rückfragehinweis:
Israelitische Kultusgemeinde Wien
Tel: +43 1 53104.180
Email: [email protected]

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | IKG

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel