Jüdische Friedhöfe gerettet

IKG dankt allen Beteiligten

Wien (OTS) - 65 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs, nach fast 20-jährigen Verhandlungen und Bemühungen seitens der IKG, konnte eine Lösung zur Sanierung und Erhaltung der jüdischen Friedhöfe in Österreich gefunden werden. Die Republik zahlt eine Million jährlich wertgesichert 20 Jahre in den Instandsetzungsfonds ein. Die Kultusgemeinde Wien hat die Aufgabe übernommen von allen anderen, Körperschaften, Ländern, Gemeinden, Spendern, EU, je eine weitere Million 20 Jahre lang aufzubringen (irrtümlich wird medial behauptet, dass die Kultusgemeinde diese zweite Million bezahlt). Das dritte wesentliche Standbein der Vereinbarung ist, dass sich die jeweiligen Gemeinden verpflichten müssen, die jüdischen Friedhöfe über 20 Jahre zu erhalten (bei den Friedhöfen Deutschkreutz und Lackenbach liegen bereits unterschriebene Pflegevereinbarungen vor). Die Zusage von Bürgermeister Häupl, dass auch Wien diese Pflegevereinbarung unterschreiben wird, ist der wesentliche Meilenstein zur tatsächlichen Umsetzung des gesamten Projekts. Mit dem einstimmigen Beschluss des Nationalrats vom 17. November 2010 ist diese Vereinbarung jetzt besiegelt und es kann zügig mit den Arbeiten begonnen werden. Im Burgenland (Kobersdorf und Lackenbach) waren heuer Arbeiten bereits voll im Gange. In Niederösterreich hat Landeshauptmann Pröll zugesagt 25% der Instandsetzungskosten zu übernehmen und bei jenen Gemeinden zu helfen, deren Bürgermeister sich weigern, die Pflegevereinbarung zu unterschreiben.

Dieser Erfolg hat nicht nur eine tief religiöse, sondern vor allem eine kulturhistorische Bedeutung für die jüdische Gemeinde. Manche dieser Friedhöfe bestehen seit dem 17. Jahrhundert und zeugen von einer blühenden jüdisch-österreichischen Geschichte. Sie sind ein wichtiges erhaltenswertes Kulturerbe, dessen Bestand jetzt für die Zukunft gesichert ist.

Die Israelitische Kultusgemeinde dankt Bundeskanzler Faymann, Vizekanzler Pröll, den Landeshauptleuten, insbesondere Landeshauptmann Häupl und Pröll, Nationalratspräsidentin Prammer, den Abgeordneten zum Nationalrat und allen anderen, die mitgeholfen haben, dass nunmehr diese seit Jahrzehnten offene Wunde jetzt gemeinsam einer Heilung zugeführt wurde.

Dr. Ariel Muzicant, Präsident
Israeltische Kultusgemeinde Wien

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