- 17.11.2010, 12:17:26
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Lukas Mandl zur Schulpolitik: Der Zeitpunkt für die Reform ist jetzt!
Im Rahmen seiner Bildungsdialogtour machte der ÖAAB-Generalsekretär gestern Halt in Salzburg, um mit den Schulpartnern die Schulreform zu diskutieren.
Wien (OTS) - Am Dienstag Abend besuchte der Generalsekretär des
Arbeitnehmerinnen-und Arbeitnehmerbundes ÖAAB in der ÖVP, LAbg. Mag.
Lukas Mandl, die Landeshauptstadt Salzburg für den fünften Tour-Stopp
seiner "Bildungsdialogtour". Wie in allen Bundesländern diskutierte
Mandl mit Vertreterinnen und Vertretern der Schulpartner - der
Schülerseite, der Lehrerseite und der Elternseite. "In fünf bis zehn
Jahren werden wir in der Rückschau wissen: Wir hätten die Reform 2011
machen können, oder wir haben die Reform 2011 gemacht. Der ÖAAB hat
ein umfassendes Bildungskonzept erarbeitet und vor mehr als einem
halben Jahr vorgelegt. Die vom ÖAAB vorgeschlagenen Maßnahmen sind
umsetzungsreif. Der Zeitpunkt für die Reform ist jetzt. Die
Unterrichtsministerin darf nicht noch mehr Zeit verstreichen lassen",
betonte Mandl.****
Mehr als 60 Spitzenvertreterinnen und -vertreter der Schülerinnen
und Schüler, der Lehrerinnen und Lehrer sowie der Eltern waren der
Einladung des Salzburger ÖAAB-Landesobmannes LAbg. Dr. Christian
Stöckl gefolgt. Der Landesobmann beteiligte sich auch selbst intensiv
an der Reformdiskussion. In seinen Begrüßungsworten betonte Stöckl,
dass eine umfassende Schulreform nötig sei. Der ÖAAB unter der
Führung von BM Dr. Michael Spindelegger "ist auf dem richtigen Weg
und setzt zukunftsweisende und deutliche bildungspolitische Akzente".
Die Bildungsministerin hingegen lenke ständig davon ab, dass sie auf
viele Fragen keine Antworten habe. Der Bildungssprecher der ÖVP
Salzburg, LAbg. Dr. Josef Sampl, der an der Veranstaltung ebenfalls
teilnahm, betonte in seinem Statement, dass im gesamten Spektrum der
politischen Parteien nur der ÖAAB über ein Gesamtkonzept für die
Schulreform verfüge. "Jetzt ist das Zeitfenster für die Reform", so
Sampl.
Mandl präsentierte die Eckpunkte des umfassenden Bildungskonzepts,
das der ÖAAB im Frühjahr der Öffentlichkeit vorgestellt hatte:
"Sprachkompetenz, soziale Kompetenz, mehr Schulpsychologinnen und
-psychologen sowie Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter,
Verbesserungen in der Ausbildung der Lehrerinnen und Lehrer, keine
endgültige Entscheidung über die Bildungslaufbahn vor dem 14.
Lebensjahr, pädagogisch wertvolle Nachmittagsangebote, Zusammenarbeit
mit Eltern und Zivilgesellschaft sowie ein Schulausbauprogramm"
stehen auf der Agenda des ÖAAB.
In diesem Sinne betonte der Generalsekretär, dass der ÖAAB den
"flächendeckenden Ausbau der Neuen Mittelschule" wolle, aber einer
"Abschaffung bewährter Schulformen wie der Langform des Gymnasiums,
der HAK oder der HTL nichts Positives abgewinnen" könne. Auch ein
Verbot von Privatschulen sei "in einer freien Gesellschaft
undenkbar". Aus aktuellem Anlass kritisierte Mandl, dass die
Unterrichtsministerin die Mittel für den Ethikunterricht streichen
wolle. Das sei im Rahmen der Erstellung des Budgetentwurfs für 2011
"ans Tageslicht gekommen". Mandl erklärt: "Im Sinne einer
ganzheitlichen Bildung tritt der ÖAAB in seinem Bildungskonzept für
verpflichtenden Ethikunterricht im Fall der Abmeldung vom
Religionsunterricht ein. Neben Wissen und Fähigkeiten muss in der
Schule auch das vermittelt werden, was für die Einzelne und den
Einzelnen ein geglücktes Leben möglich macht und für die gesamte
Gesellschaft den Kitt des Zusammenhalts bildet: Es sind Grundwerte
etwa der Freiheit und der Verantwortung oder der
Leistungsbereitschaft und der Solidarität."
Dipl.-Päd. Ute Huber, Elternvertreterin, sieht im
ÖAAB-Bildungskonzept "gute Ansatzpunkte". Besonders die Frühförderung
schon im Kindergartenalter und das frühzeitige Erlernen von
Fremdsprachen hob Huber als positiv hervor und ergänzte, dass vor
allem kleine Kinder auch Zeit zum Spielen brauchen würden und dass
vor den Fremdsprachenkenntnissen auch die Deutschkenntnisse wichtig
seien.
HD Dipl. Päd. Wolfgang Neubacher, Vizepräsident des Salzburger
Landesschulrates, betonte: "Ein Bildungssystem kann dem Einzelnen
seine Verantwortung nicht abnehmen." Der Bildungsdialog müsse offen
und ehrlich geführt werden. Es sei aber auch wichtig, zu einem
Abschluss zu kommen, um das Schulsystem weiterentwickeln zu können,
denn "die Anforderungen an unsere Kinder und Jugendlichen ändern sich
stetig. Das muss sich auch im Bildungswesen widerspiegeln", so
Neubacher.
Aus Sicht des Landesobmannes der Salzburger Schülerunion, Alexander
Stücklberger, ist das Mitspracherecht der Schülerinnen und Schüler
ein Schlüssel zum Erfolg: "Die größte Berufsgruppe in Österreich sind
mit 1,2 Millionen die Schülerinnen und Schüler. Der
schulpartnerschaftliche Dialog muss dringend ausgebaut werden.
Immerhin sind wir die Hauptbetroffenen des Schulsystems. Wir brauchen
mehr Mitspracherecht." Auch ist die Qualitätssicherung an der Schule
sei ein wesentlicher Faktor, den es etwa durch mehr Feedbackkultur
umzusetzen gelte. "Feedback-Schleifen bringen den Lehrerinnen und
Lehrern sowie den Schülerinnen und Schülern Aufschluss über das
gemeinsame Arbeiten. Dieses System sollte gestärkt werden", so
Stücklberger.
Auch Mandl betonte die Wichtigkeit der Schulpartnerschaft: "Wenn wir
arbeits- und wirtschaftspolitische Fragen sozialpartnerschaftlich
diskutieren, müssen schulpolitische Fragen schulpartnerschaftlich
diskutiert werden. Das ist auch das Konzept hinter meiner
Bildungsdialogtour. Wir halten das Thema in Bewegung, bis sich
endlich auch die Unterrichtsministerin bewegt und es zu einer
Schulreform für Österreich kommt, die diesen Namen verdient", so der
Generalsekretär.
Rückfragehinweis:
ÖAAB-Generalsekretariat Mag. Nikola König PR & Kommunikation Tel.: Tel.: +43 (1) 40 141 216, Fax: +43 (1) 40 141 229 mailto:[email protected] www.oeaab.com
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