• 17.11.2010, 11:42:32
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Spitäler: Ärztinnen wünschen flexiblere Arbeitsbedingungen (2)

Familienfreundlichere Dienstzeiten

Wien (OTS) - Ein zentrales Problem sei die Zeitaufteilung, führte
Mayer aus: "Mit einer durchschnittlichen Wochenarbeitszeit von 54
Stunden ist es fast schon unmöglich, sich neben dem Beruf auch noch
einer Familie zu widmen. Wir brauchen flexiblere Arbeitszeitmodelle -
ansonsten werden engagierte junge Ärztinnen gezwungen, sich zwischen
Karriere und Familie zu entscheiden. Unser Ziel muss es aber sein,
beides zu vereinen." Das betreffe auch die Ausbildung, ergänzte die
Obfrau der Bundessektion Turnusärzte und Stellvertreterin des
Bundesobmanns der angestellten Ärzte, Katharina Gordon. Ganz
abgesehen von der Qualität der Turnusausbildung müssten unbedingt
intelligente Arbeitsmodelle geschaffen werden, die es jungen Frauen
ermöglichten, neben der Ausbildung eine Familie zu gründen. "Es kommt
immer wieder vor, dass junge Ärztinnen in Ausbildung schwanger
werden. Diese müssen dann den Turnus unterbrechen, oft für mehrere
Jahre - und das wirkt sich natürlich auch negativ auf die Karriere
aus", so Gordon. Alleinerzieherinnen stünden dabei vor zusätzlichen
Problemen, etwa durch eingeschränkte Öffnungszeiten von Kindergärten,
und würden leichter den Anschluss verlieren als Frauen, die den
Rückhalt einer Partnerschaft hätten.

Ein weiteres Problem sei, dass Betriebskindergärten oft nur über eine
beschränkte Platzzahl verfügten und viele Mütter bei der Vergabe der
Plätze durch die Finger schauten. Auch Teilzeitstellen seien derzeit
eher unattraktiv, weil sie sich finanziell nicht lohnten. Gordon: "Es
genügt nicht, einfach mehr Teilzeitstellen zu schaffen, wenn die
Entlohnung nicht passt." Derzeit gebe es zwar bereits
Halbtagsstellen, aber in der jetzigen Form würden diese eine
zusätzliche Belastung für den Rest des Teams bedeuten. Zudem sei es
nach wie vor alles andere als selbstverständlich, dass eine Ärztin
lediglich in Teilzeit arbeite: "Hier fehlt vielfach das Verständnis
seitens der Kolleginnen und Kollegen."

Aufgrund dieser Fakten sei es wenig verwunderlich, dass Frauen in den
Top-Positionen nach wie vor stark unterrepräsentiert seien: "Wir
haben genügend fähige Frauen, die auch das Zeug zur Primarärztin
hätten - aber viele nehmen zugunsten der Familie einen Karriereknick
in Kauf. Flexiblere Arbeitszeiten und die Einrichtung geeigneter
Kinderbetreuungsstätten könnten hier viel bewirken", zeigte sich
Gordon überzeugt. (Forts.)

Rückfragehinweis:
Pressestelle der Österreichischen Ärztekammer
Mag. Martin Stickler
Tel.: (++43-1) 513 18 33 - 14 DW

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