• 14.11.2010, 18:01:11
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"DER STANDARD"-Kommentar zu "Kein Mandat für Van der Bellen": "Verpuffter Wählerwille!" von Roman David-Freihsl

Ausgabe vom 15.11.2010

Wien (OTS) - Horrorexperiment", Schikanen für Autofahrer, "Asyl-
und Zuwanderungsparadies". Die FPÖ griff wie zu erwarten tief in die
plakative Vorurteilskiste. Die konkreten Auswirkungen von Rot-Grün
auf die Stadt kann man entspannt einmal abwarten und an den Taten
messen.
Die große Trübung bei der Bildung dieser Rathauskoalition ist
vielmehr der Umgang der Wiener Grünen mit der Causa Van der Bellen.
Noch im Wahlkampf wurde frisch-fröhlich auf den FP-Kandidaten
Heinz-Christian Strache hingeprügelt: Jede Stimme für ihn sei
verschenkt, der werde doch eh keinen Schritt ins Rathaus setzen. Und
jetzt? Alexander Van der Bellen ging auf die Zukunft seiner Person
bei der Landesversammlung am Sonntag nur kurz und locker-humorig ein:
Seine neue Funktion als Wiener Uni-Beauftragter biete eine gute
Möglichkeit, der "Wut" über die Vorgänge im Bund Ausdruck zu
verleihen.
Kein Wort dazu, dass er mit seiner Kandidatur einen Oppositionsrekord
an Vorzugsstimmen ermöglicht hatte - und dass der so ausgedrückte
Wählerwille nun schlicht verpufft. Wie passt das mit den
basisdemokratischen Prinzipien der Grünen zusammen? Basisdemokratie
auf Landesversammlungen - aber nicht für die Wähler?
Dass eine traditionelle Oppositionspartei sich beim Schritt in eine
Regierungsverantwortung notgedrungen verändern muss, ist normal. Die
Wiener Grünen sind hier in dieser Hinsicht deutlich gestolpert.

Rückfragehinweis:
Der Standard, Tel.: (01) 531 70/445

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