• 11.11.2010, 10:27:19
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Aubauer fordert "Nationalen Aktionsplan für Senioren-Arbeitskräfte"

"Belohnungsmodell", "Senior-Pools", und Angleichung der Frauenpensionsalter sollen längeres Arbeiten ermöglichen!

Perchtoldsdorf/Wien (OTS) - "Was können wir tun, damit mehr
Menschen länger im Job bleiben? Diese Frage stellen sich derzeit
alle. Bei unserem Seniorenkongress waren sich die Teilnehmer in
meinem Arbeitskreis einig: Wir benötigen einen Maßnahmen-Mix, einen
"Nationalen Aktionsplan für Senioren-Arbeitskräfte"! Dieser umfasst
neben einem ordentlichen Pensionszuschlag für Arbeiten nach dem
gesetzlichen Pensionsantrittsalter (Seniorenbund-Belohnungsmodell)
die Einführung von "Senior-Pools" bei AMS sowie im öffentlichen
Dienst, die schnellere Angleichung der Frauen-Pensionsalter an jenes
der Frauen und natürlich Imagearbeit für die Leistungskraft älterer
Arbeitnehmer. Diesen Auftrag nehmen wir gerne an und werden all diese
Punkte gerne in die Sozialpartner-Runde im Jänner einbringen",
erklärt Mag. Gertrude Aubauer, Bundesobmann-Stellvertreterin des
Österreichischen Seniorenbundes, ÖVP-Seniorensprecherin im
Nationalrat und Leiterin des Arbeitskreises "Warum nicht eine Pension
nach Maß?" bei 5. Österreichischen Seniorenkongress, bei dem der
Österreichische Seniorenbund gestern mehr als 350 Teilnehmer/innen im
Veranstaltungszentrum Burg Perchtoldsdorf begrüßen konnte.

Der "Nationale Aktionsplan für Senioren" im Detail:

1. "Seniorenbund-Belohnungsmodell" - 12% mehr Pension für jedes
länger gearbeitete Jahr!

Wer nach dem gesetzlichen Pensionsantrittsalter weiter arbeitet,
erhält pro länger gearbeitetem Jahr einen prozentuellen Zuschlag zur
späteren Pension.

"Wir haben diesen Vorschlag mit 8% mehr Pensionszuschlag pro
länger gearbeitetem Jahr beim Kongress eingebracht - und erhöhen am
Ende der Debatte auf 12% Zuschlag pro länger gearbeitetem Jahr. Dies
entspricht dem Ansatz in Schweden und erschien den Teilnehmern als
ausreichend starker Anreiz. Natürlich haben wir mittlerweile
nachgerechnet: Auch bei 12% Zuschlag kostet dieses Modell den Staat
keinen Cent, bringt bis zu 93 Millionen mehr in die Staatskassen -
und zwar pro Pensionsjahrgang, wenn nur 15% eines Jahrganges das
Modell nutzen", so Aubauer zum Ergebnis der Debatte und den daraus
sich ergebenden Berechnungen. "Wichtig dabei ist uns, dass auch bei
einer Arbeitszeitreduktion in der Phase des Weiterarbeitens der Bonus
in voller Höhe zusteht - denn auch das rechnet sich."

Und abgesehen vom finanziellen Vorteil für den Staat gäbe es noch
einen weiteren wichtigen Vorteil: "Wir werden schon bald dringend
Arbeitskräfte benötigen. Uns Senioren ist es lieber, wir decken
möglichst viel dies Bedarfs mit unseren erfahrenen älteren
Arbeitnehmer, als wir tun dies ausschließlich durch Zuwanderung!"

2. "Senior-Pools" beim AMS - Als älterer Arbeitnehmer eine neue
Rolle finden!

Wer bemerkt, dass er seinen Job in dieser Form nicht bis zur
Pension wird ausüben können, meldet sich beim AMS. Nach Erhebung der
persönlichen Potentiale wird in enger Kooperation mit den Unternehmen
in der Region nach einer "neuen Rolle" für diesen Menschen gesucht.

"In Schweden funktioniert ein ähnliches Modell sehr gut. Als
konkretes Beispiel wäre dabei ein Bauarbeiter zu nennen, der nach dem
"Rollenwechsel" als Berater im Baumarkt weiterarbeitet. Und alle
gewinnen dabei: Der Arbeitnehmer kann länger im Job bleiben und so
mehr Gehalt und später mehr Pension erwirtschaften. Und weil der
Arbeitnehmer in der neuen Rolle bis zum gesetzlichen Antrittsalter
bleiben kann, werden die Pensionssysteme massiv entlastet", erklärt
Aubauer dieses Modell.

3. "Senior-Pools" im öffentlichen Dienst - Beamte in Ruhe für
Karenzvertretungen einsetzen!

Und auch der Öffentliche Dienst sollte "Senior-Pools" einrichten.
Dabei können sich Beamte in Ruhe freiwillig zur Verfügung stellen:
Für Karenzvertretungen, für kurzfristige Krankenstandsvertretungen
oder für Projekte, die über einen bestimmten Zeitraum mehr Personal
erfordern. Die jeweils geleisteten Stunden würden bezahlt werden -
allerdings nicht zum Letztbezug des Betreffenden, sondern zu einem
niedrigeren einheitlichen Wert.

"Einsatz statt Langeweile lautet hier das Motto. Viele Beamte in
Ruhe würden sich sicher gerne - freiwillig und zeitautark - für den
einen oder anderen Einsatz bereit erklären. Machen wir es ihnen
leicht, nutzen wir das Potential", so Aubauer weiter.

4. Neue Teilzeit-Modelle - Derzeitige Altersteilzeit ist teuer und
ungerecht!

Darüber hinaus brauchen wir dringend neue Teilzeit-Modelle für
ältere Arbeitnehmer, denn als einer der wichtigsten Gründe für ein
positives Arbeitsgefühl im Alter - und damit einen längeren Verbleib
im Job - wird "Zeitautonomie" genannt. Doch das derzeit in Österreich
geltende Modell der "Altersteilzeit" funktioniert nicht, hier gilt es
neue Modelle zu entwickeln.

"Wir müssen einsehen, dass das derzeit gültige Modell der
Alters-Teilzeit gescheitert ist! 288 Millionen Euro jährliche Kosten
für nur knapp 17.000 Menschen, die gar nicht die Zeit reduzieren,
sondern die Zeit "blocken" - also zuerst Vollzeit weiterarbeiten, um
dann Jahre in "Zeitausgleich" zu sein. Das hat keinen Sinn, bevorzugt
wenige Privilegierte und muss daher dringend ersetzt werden", sieht
Aubauer dringenden Handlungsbedarf.

5. Offensive für Frauen - Raschere Angleichung der
Frauenpensionsalter!

Und der Arbeitskreis ist sich auch in einem anderen Punkt einig:
Was als Ausgleich von Nachteilen gedacht war - nämlich das niedrigere
gesetzliche Pensionsantrittsalter - entwickelt sich zunehmend zu
einer großen Hürde für Frauen, die gerne auch nach 60 arbeiten
möchten. Daher seien die gesetzlichen Pensionsantrittsalter der
Frauen schneller als bisher vorgesehen an jene der Männer
anzugleichen.

"Faktum ist: Männer werden Generaldirektoren, Frauen werden
zwangspensioniert! Immer mehr Frauen wenden sich an uns mit der Bitte
um Unterstützung. Sie möchten nicht mit 60 in Pension geschickt
werden. Daher sollen nun die Antrittsalter rascher angehoben werden",
erklärt Aubauer.

6. Weitere Punkte des "Nationalen Aktionsplans für Senioren-
Arbeitskräfte"

Weiters sei es noch nötig, für mehr betriebliche
Gesundheitsvorsorge zu sorgen, den älteren Arbeitnehmern mehr
Gestaltungsmöglichkeit auf den Arbeitsplätzen einzuräumen und das
Image von Arbeit an sich zu verbessern.

"Wenn Sie jeden Montag im Radio hören, wie schrecklich das Leben
sei, weil man ja noch 5 böse Arbeitstage vor sich habe, brauchen Sie
sich nicht zu wundern, wenn Arbeit ausschließlich negativ besetzt
wird", weiß Aubauer.

Aubauer erwartet vom Runden Tisch im Jänner konkrete Lösungen!

"Endlich wird das Thema breit diskutiert! Wir leisten mit unserer
Arbeit beim Senioren-Kongress einen konstruktiven Anteil. Ich bin
froh, dass nun schon im Jänner dazu eine Sozialpartner-Runde
stattfinden soll und erwarte ernst zu nehmende Lösungsansätze schon
im nächsten Jahr. Wir sind jedenfalls dazu bereit", hält die
ÖVP-Seniorensprecherin abschließend fest.

Die vollständige Kongress-Unterlage zu Arbeitskreis 2 des 5.
Österreichischen Seniorenkongress erhalten Sie gerne auf Anfrage an
[email protected] !

Rückfragehinweis:
Österreichsicher Seniorenbund, Susanne Kofler, 0650-581-78-82, [email protected]; www.seniorenbund.at

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