- 10.11.2010, 10:28:26
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AUGE/UG: "Außeruniversitäre und universitäre Forschung finanziell absichern, statt Forschungsprämie für private Unternehmen erhöhen!"
Vollkommen falsche Prioritätensetzung bei Forschungsausgaben seitens der Bundesregierung. "Bürgerliche" ÖVP übt sich in Antiintellektualismus und Provinzialismus.
Wien (OTS) - "Während die Forschungsprämie für Unternehmen im
Rahmen der von der Bundesregierung beschlossenen 'Offensivmaßnahmen'
von 8 auf 10 % erhöht - was SPÖ und ÖVP von 2011 bis 2014 immerhin
einen geschätzten Steuerausfall von mindestens 320 Millionen Euro
wert ist - drohen sozial-, geistes- und kulturwissenschaftlichen
außeruniversitären Forschungseinrichtungen das Aus. Weil die
insgesamt 28 Millionen an Basissubventionen für die Jahre 2011 bis
2014 nicht mehr leistbar sein sollen. Hier wird unternehmensbezogene,
private Forschung - zusätzlich zu einer ohnehin bereits
existierenden, großzügigen Forschungsförderung - noch einmal um das
mehr als 10fache aus Steuermitteln gefördert, als Dutzenden
außeruniversitären Forschungseinrichtungen an Basissubventionen zur
Verfügung steht. Und ÖVP-Wissenschaftsministerin Karl besitzt auch
noch die Chuzpe, angesichts dieses dieses Kahlschlags in der
Wissenschaftsszene von einer Strukturbereinigung zu sprechen !",
kritisiert Markus Koza, Bundessekretär der AUGE/UG - Alternative und
Grüne GewerkschafterInnen/Unabhängige GewerkschafterInnen und
Vertreter der UG - Unabhängige GewerkschafterInnen im
ÖGB-Bundesvorstand die vollkommen falsche Prioritätensetzung bei den
Forschungsausgaben seitens der Bundesregierung.
Zwt.: ÖVP: Antiintellektualismus und Provinzialismus als Programm?
Die ÖVP habe offensichtlich Antiintellektualismus und
Provinzialismus zu neuen "bürgerlichen" Werten erhoben: "Solange nur
die Reichsten und Vermögenden ihre Schäfchen vor der Finanz ins
Trockene bringen können und der Landwirtschaft ihre
Agrardieselrückvergütung gesichert ist, ist für die ÖVP die Welt
offensichtlich in Ordnung. Da ist es auch egal, wenn universitäre und
außeruniversitäre Forschung den Bach 'runtergehen'. Forschungspolitik
wird in der ÖVP scheinbar ohnehin nur noch von der
Industriellenvereinigung gemacht. Die darf sich zusätzliche hunderte
Millionen an Forschungsförderung sichern, wobei die Effekte die aus
einer steuerlichen Förderung auf die unternehmensinterne
Forschungstätigkeit ausgehen genauso zweifelhaft sind, wie die
verteilungspolitische Wirkung. Sozial-, geistes- und
kulturwissenschaftliche Forschung spielt in der Welt der ÖVP, die in
St. Pölten beginnt und beim nächsten Lagerhaus endet, dagegen ganz
offensichtlich überhaupt keine Rolle mehr. Ein Blick über den
Tellerrand würde nicht schaden," so Koza weiter.
Zwt.: Wer bei universitärer und außeruniversitärer Forschung spart
raubt berufliche Perspektiven für JungwissenschafterInnen!
Mit der drohenden Streichung von Basissubventionen bei rund 40
Instituten, drohen hunderte von den insgesamt rund 2.300
Beschäftigungsverhältnissen im gesamten außeruniversitären Bereich
verloren zu gehen. "Wer bei außeruniversitärer wie universitärer
Forschung spart, raubt künftigen UniabgängerInnen berufliche
Perspektiven und befördert so den Exodus von ungwissenschafterInnen.
Das wäre eine einzige Katastrophe und ein unglaublicher
intellektueller Aderlass! Es braucht mehr statt weniger Geld für
universitäre wie auch außeruniversitäre Forschung und eine vollkommen
andere Prioritätensetzung bei den Forschungsausgaben - weg von
privatwirtschaftlicher, an Gewinnmaximierung orientierter und nicht
öffentlich zugänglicher Forschung, hin zu universitärer und
unabhängiger, außeruniversitärer Forschung, deren Ergebnisse zu einem
großen Teil auch einer interessierten Öffentlichkeit zugänglich sind.
Wir brauchen daher eine Bildungsmilliarde für universitäre Forschung
und eine großzügige finanzielle Absicherung außeruniversitärer
Forschung! Gerade Gewerkschaften und Arbeiterkammern sind daher
dringend aufgerufen, sich auch für das weitere Bestehen einer
außeruniversitären Forschung zu engagieren," schließt Koza.
Rückfragehinweis:
Markus Koza, Tel: 0676/951 27 82
Internet: www.auge.or.at
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