- 06.11.2010, 08:27:59
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Mandl zum Androsch-Volksbegehren: "Kolportierte Inhalte sind weder Fisch noch Fleisch"
Durch Ankündigungen eines Volksbegehrens, "dessen kolportierte Inhalte weder Fisch noch Fleisch" seien, gehe wertvolle Zeit für die Schulreform verloren, so der ÖAAB-Generalsekretär
Wien (OTS) - Am Freitag Abend besuchte der Generalsekretär des
ÖAAB, LAbg. Mag. Lukas Mandl, die steirische Landeshauptstadt Graz
für den dritten Tour-Stopp im Rahmen seiner "Bildungsdialogtour".
Während "in Wien durch Ankündigungen für ein Volksbegehren, dessen
bisher kolportierte Inhalte weder Fisch noch Fleisch sind, wertvolle
Zeit verloren geht, arbeitet der ÖAAB mit den Schulpartnern zusammen
und drängt auf Tempo und Tiefgang für eine umfassende Schulreform,
die Österreich so dringend braucht. Die Maßnahmen aus dem
ÖAAB-Bildungskonzept sind reif für die Umsetzung", so Mandl.****
Wie in allen Landeshauptstädten diskutierte Mandl mit
Vertreterinnen und Vertretern der Schulpartner - der Schülerinnen und
Schüler, der Lehrerinnen und Lehrer sowie der Eltern. Mehr als 70
Spitzenrepräsentantinnen und -repräsentanten waren der Einladung
gefolgt. Dir. Mag. Josef Rumpf, Obmann der AHS-Lehrerfachgruppe,
moderierte die Diskussion. Klubobmann LAbg. Mag. Christopher Drexler,
Landesobmann des Steirischen ÖAAB, zeigte sich in seinen
Begrüßungsworten überzeugt, dass der ÖAAB auch auf Bundesebene
zukunftsweisende bildungspolitische Akzente setze.
Mandl präsentierte die Eckpunkte des umfassenden Bildungskonzepts,
das der ÖAAB im Frühjahr der Öffentlichkeit vorgestellt hatte:
"Sprachkompetenz, soziale Kompetenz, mehr Schulpsychologinnen und
-psychologen sowie Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter,
Verbesserungen in der Ausbildung der Lehrerinnen und Lehrer, keine
endgültige Entscheidung über die Bildungslaufbahn vor dem 14.
Lebensjahr, pädagogisch wertvolle Nachmittagsangebote, Zusammenarbeit
mit Eltern und Zivilgesellschaft und ein Schulausbauprogramm" stehen
auf der Agenda des ÖAAB.
"Wenn wir die Maßnahmen aus dem ÖAAB-Bildungskonzept umsetzen, dann
schauen wir einer glücklichen Zukunft entgegen", erklärte Bernhard
Braunstein, gf. Obmann des Lehrerbundes Steiermark. "Kinder sind das
wertvollste Gut in einer Gesellschaft. Wir arbeiten für Kinder mit
verschiedenen Hintergründen", so Braunstein, der betonte, dass auch
die Eltern Verantwortung für die Erziehung hätten. Außerdem mahnte
Braunstein "Vorsicht bei Schulversuchen" ein. Zu viele Schulversuche
würden die pädagogische Arbeit eher erschweren und könnten ein
durchgängiges System nicht ersetzen.
HR Prof. MMag. Jürgen Rainer, Vorsitzender der Lehrergewerkschaft für
die Berufsbildenden Mittleren und Höheren Schulen, bezeichnete das
ÖAAB-Bildungskonzept als "gelungenes Werk". Er spannte einen weiten
Bogen von der pädagogischen Bedeutung der Kindergärten über die
aktuelle budgetäre Situation und die Wichtigkeit der Schulautonomie
bis hin zur Schulpartnerschaft. Wichtig sei überall, auf jede
einzelne Schülerin und jeden einzelnen Schüler einzugehen. Die
Differenzierung sei wichtig. In welcher Form die Differenzierung
gelebt werde, sei eine zweite Frage.
Ilse Schmid, Präsidentin des Steirischen Landesverbandes der
Elternvereine an Schulen für Schulpflichtige, argumentierte für die
Notwendigkeit verstärkter Schulsozialarbeit. Sie ging auch auf die
konkreten Erwartungen ein, die Eltern für ihre Kinder an eine gute
Schule stellen. Schmid ging auch auf die Herausforderungen der Arbeit
für Kinder mit Migrationshintergrund sowie auf die Leistungen gut
geführter Horte für pädagogisch wertvolle Nachmittagsangebote ein.
Die Elternvertreterin betonte auch die konstruktive Mitarbeit der
meisten Eltern an der Schulbildung für ihre Kinder.
"Das ÖAAB-Bildungskonzept gefällt mir sehr gut", sagte Lukas
Preitler, Landesobmann der Steirischen Schülerunion. Der
Schülervertreter ging auf viele grundlegende Fragen für das
Schulsystem ein. So sei etwa die persönliche Kompetenz der
Lehrerinnen und Lehrer wichtiger als deren Umgang mit
Präsentationsmedien. "Das beste Präsentationsmittel ist ein
motivierter Lehrer", so Preitler. Schulen sollten an Nachmittagen
nicht nur Aufenthaltsorte sein, sondern "Lebensräume für Schülerinnen
und Schüler". Dafür sei die Zusammenarbeit mit Vereinen aus der
Zivilgesellschaft wichtig, so Preitler.
Der Schülerunion-Landesobmann betonte auch, dass die Entwicklung des
Schulsystems "ein ständiger dynamischer Prozess" sei. Die
Gesellschaft entwickle sich enorm schnell weiter, das Schulsystem
brauche daher laufende Evaluierung und Weiterentwicklung. Dafür
müsste die Schulpartnerschaft auch auf Landes- und Bundesebene
institutionalisiert werden - etwa durch einen Landes- und einen
Bundes-SGA. Nicht zuletzt in diesem Punkt pflichteten die
versammelten Vertreterinnen und Vertreter der Schulpartner und
ÖAAB-Generalsekretär Landesobmann Lukas Preitler bei.
Mandl betonte, dass die Perspektive der Schülerinnen und Schüler,
"für die das Schulsystem da ist", jene Perspektive sei, aus der
seitens des ÖAAB Bildungspolitik gemacht werde. Und das Verständnis
des ÖAAB "für die Erarbeitung zukunftsfähiger Konzepte" sei jene,
"aus Betroffenen Beteiligte zu machen, also im Dialog mit den
Schulpartnern die Schulreform umfassend und schnell umzusetzen". Das
Bildungskonzept des ÖAAB sei reif für die Umsetzung. Weitere
Verzögerungen, etwa durch ein Volksbegehren, das "weder Fisch noch
Fleisch" sei, würden "wertvolle Zeit kosten".
Rückfragehinweis:
ÖAAB-Generalsekretariat Mag. Nikola König PR & Kommunikation Tel.: Tel.: +43 (1) 40 141 216, Fax: +43 (1) 40 141 229 mailto:[email protected] www.oeaab.com
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