- 05.11.2010, 11:14:06
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Umweltdachverband: Kraftwerksliste der E-Wirtschaft ist utopisch!
- Verbund wirbt mit "sauberer Wasserkraft", baut jedoch weiterhin Gaskraftwerke - Damit weiters enorme Zuwächse beim CO2-Ausstoß garantiert
Wien (OTS) - - Wasserkraft als überschätzte Alternative - gerade
die größten Wasserkraftvorhaben sind unrealistisch
- Wind, Biomasse, Solarstrom, Energiesparen und Energieeffizienz
werden nach wie vor ignoriert
"Dem Verbandpräsidenten Wolfgang Anzengruber sei ins Stammbuch
geschrieben: Ökoschmähwerbeaktionen - wie die laufende
Verbund-Werbebotschaft "unsere saubere Wasserkraft" - gehen nach
hinten los, wenn man der Bevölkerung verschweigt, dass gleichzeitig
der kalorische Kraftwerkspark um sagenhafte 2.500 Megawatt ausgebaut
wird. Während die Industriebetriebe bemüht sind, den Ausstoß des
klimaschädlichen CO2 zu reduzieren, unternehmen Anzengruber & Co.
alles, diesen weiterhin zu erhöhen", sagt Gerhard Heilingbrunner,
Präsident des Umweltdachverbandes.
Kraftwerksliste ist ein Wunsch ans Christkind
"Die gestern von der E-Wirtschaft vorgestellte Wasserkraftwerksliste
stellt einen Großangriff auf unsere letzten 15 % naturnahen
Gewässerstrecken dar und enthält außerdem utopische Projekte, die
kein seriöser Unternehmer in Österreich ernst nehmen kann. Die
Mehrzahl der Projekte liegt in sensiblen Gebieten (vgl.
UWD-Kraftwerksliste auf Google maps via
http://www.umweltdachverband.at), deren Umsetzung würde daher einen
klaren Verstoß gegen die EU-Wasserrahmenrichtlinie und die
EU-Naturschutzrichtlinien bedeuten", so Heilingbrunner.
Megakraftwerksprojekte de facto nicht realisierbar
"Megakraftwerksprojekte wie das Kaunertal (900 Megawatt) können
niemals realisiert werden. Erstens, weil es mitten im
Europaschutzgebiet liegt und zweitens, weil es die Geologie nicht
zulässt: Wegen des labilen Untergrunds können im Kaunertal keine
Staumauern gebaut werden", erklärt Heilingbrunner. Kavernenkraftwerke
wie Limberg III Reißeck II etc. tragen zudem nichts zur
Stromversorgungssicherheit Österreichs bei: Sie sind sündteuer, als
Atomstromspeicher reine Cash Cows und schaffen fast keine
Arbeitsplätze. "Um Limberg III 2016 in Betrieb zu nehmen, müsste
jetzt vom Verbund ein UVP-Projekt eingereicht werden, was ebenso
unrealistisch ist wie beim Tiroler Pumpspeicherwerk Kühtai, wo die
TIWAG-Planungen so mangelhaft sind, dass ein UVP-Verfahren nicht
begonnen werden kann. Kraftwerke wie Tauernbach/Matrei, Telfs/Inn,
Spullerseer Ostbeileitung, Pumpspeicher Jochenstein/Riedl in OÖ sind
naturschutzrechtlich schlicht nicht genehmigungsfähig", so
Heilingbrunner.
Arbeitsplatzrechnung an den Haaren herbeigezogen
"Auch die Konjunkturschub- und Arbeitplatzrechnung der E-Wirtschaft
ist unrealistisch. Bei Kavernenkraftwerken sind kaum Menschen im
Einsatz, Baumaschinen und Tunnelbohrer dominieren.
Energiesparmaßnahmen, Effizienzmaßnahmen und Ökoenergien wie Wind,
Biomasse und Sonnenenergien, welche im E-Wirtschaftspapier fehlen
bzw. stiefmütterlich behandelt werden, sind die echten Motoren für
Konjunktur und Arbeitsplätze", konstatiert Heilingbrunner.
Unsere Flüsse dürfen nicht weiter zerstört werden
"Österreich ist seit 10 Jahren Nettostromimporteur. Der Verbund setzt
alles daran, dass jedes Jahr mehr Strom verkauft und verbraucht wird.
Das Motto "jede gesparte Kilowattstunde ist gut fürs Börsel und die
Umwelt", ist Verbundchef Anzengruber und der Generalsekretärin von
Oesterreichs Energie, Barbara Schmidt, offenbar fremd", so
Heilingbrunner. Der UWD begrüßt hingegen die Bemühungen von BM
Mitterlehner, dass die Pumpspeicherkraftwerke im neuen ElWOG
Netztarife zahlen müssen. "Die so genannten grünen Batterien in den
Alpen gibt es sicherlich nicht zum Nulltarif", versichert
Heilingbrunner. "Anzengruber und Schmidt tun alles, damit die seit
Jahrzehnten erreichte und praktizierte Balance zwischen
Kraftwerksbauern und NaturschützerInnen wieder aus den Fugen gerät.
Die beiden werden die Verantwortung dafür tragen müssen, dass NGOs,
Bürgerinitiativen und betroffene Bevölkerung wieder um jeden
einzelnen Fluss kämpfen werden müssen", so Heilingbrunner
abschließend.
Rückfragehinweis:
Umweltdachverband Dr.in Sylvia Steinbauer Öffentlichkeitsarbeit Tel.: (++43-1)40113/21 mailto:[email protected] http://www.umweltdachverband.at
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