• 03.11.2010, 10:39:10
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ARBÖ: Umweltzonen sind weiterer Anschlag auf Pendlerinnen und Pendler

Wien (OTS) - Pendlerinnen und Pendler tragen durch ihre
Steuerleistungen nachhaltig zur Sanierung des Staatshaushaltes bei,
doch die Regierung plant mit der Einführung von Umweltzonen weitere
Belastungen für all jene, die für dem Weg zur Arbeit auf das Auto
angewiesen sind. "Das ist ein weiterer Anschlag auf fleißige
Pendlerinnen und Pendler, denen die Regierung eine saftige Erhöhung
der Mineralölsteuer und eine viel zu kleine Kompensation durch höhere
Pendlerpauschalen zumutet," kritisiert der ARBÖ.

Nach den Plänen der Regierung soll das Umweltzonen-Pickerl in
Österreich mindestens 20 Euro kosten, doppelt so viel wie in
Deutschland, wo es zwischen fünf und zehn Euro kostet, kritisiert der
ARBÖ. "Es ist überhaupt nicht einzusehen, warum dieses Pickerl bei
uns so teuer sein soll", kritisiert der Leiter der
ARBÖ-Rechtsabteilung Mag. Gerald Kumnig. Offensichtlich soll einfach
nur abkassiert werden. Gerade Pendlerinnen und Pendler, die zur
Erreichung ihrer Arbeitsstätte auf den Pkw angewiesen sind, haben
keine Wahl, diese Kosten zu vermeiden, die der Umweltminister in
seinem Entwurf zu IG-L-Kfz-Abgasklassen-Kennzeichnungsverordnung
völlig herunterspielt.

Umweltzonen bringen der Umwelt wenig bis gar nichts, führen aber
zu einer beispiellosen Wertvernichtung. Abgewertet werden damit alle
Gebrauchtwagen, die in Österreich - im gravierenden Unterschied zu
Deutschland - besonders beliebt sind. Wer wird sich künftig noch
einen Gebrauchten zulegen, wenn man damit nicht mehr überall
hinfahren kann, so der ARBÖ. Abgewertet werden alle Fahrzeuge, die
älter als fünf Jahre sind. 2,85 Millionen Pkw sind von einem
ständigen Fahrverbot durch Umweltzonen bedroht. In Österreich werden
pro Jahr über 700.000 Gebrauchtwagen verkauft. Damit ist der
Gebrauchtwagenmarkt doppelt so groß wie der Markt für neue Pkw, der
bei knapp unter 300.000 liegt. Grund dafür ist die
Normverbrauchsabgabe (NoVA), die man beim Kauf eines Neuwagens zahlen
muss, bei einem Gebrauchtwagen jedoch wegfällt.

Allein in Graz würde nach einer Studie des Joanneum Research zu
einer Wertvernichtung von 64 Millionen Euro kommen. Weiters würden
1.500 Arbeitsplätze und ein Umsatz von 430 Millionen Euro verloren
gehen. "Diese enorme Wertvernichtung steht in keinem Verhältnis zu
den 1,26 Prozent Einsparung an Feinstaub-Emissionen, die durch die
Umweltzone erreicht werden soll", kritisiert Landesgeschäftsführer
des ARBÖ Steiermark Hans Marcher. Beim ARBÖ gibt es die Möglichkeit,
online gegen diese Pläne zu protestieren:
www.arboe.at/umweltzone.html.

Der ARBÖ kritisiert, dass in Österreich auch alle Benzin-Autos aus
den Umweltzonen verdammt werden können, während in Deutschland
benzinbetriebene Pkw eine grüne Umweltplakette erhalten, auch wenn
diese schon 17 Jahre alt sind. Es ist nicht einzusehen, dass in
Österreich auch Benziner der Umweltzone unterliegen, obwohl diese so
gut wie keinen Feinstaub aus Verbrennung erzeugen. Hier werden
Österreichs Fahrzeuglenker krass schlechter behandelt.

Rückfragehinweis:
ARBÖ Interessensvertretung & Öffentlichkeitsarbeit
Sieglinde Rernböck
Tel.: (++43-1) 891 21-244
mailto:[email protected]
http://www.arboe.at

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