- 03.11.2010, 07:53:19
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Leitartikel der Tiroler Tageszeitung von PETER NINDLER: "Zukunftsmusik war nicht hitverdächtig"
Ausgabe vom 3. November 2010
Wien (OTS) - Das AK-Zukunftszentrum verschlang rund 24 Millionen,
seinem Namen wurde es aber selten gerecht.
Zu viel Prestige wurde in den vergangenen Jahren in diverse
Zukunftsprojekte des Landes gesteckt, die konkreten Resultate konnten
aber selten mit den hochgeschraubten Erwartungen Schritt halten. So
schlitterten das AK-Zukunftszentrum und die Zukunftsstiftung langsam
in die Krise. Jetzt benötigt es in der Landesregierung sogar ein
Zukunftsbüro, damit der stotternde Zukunftsmotor durch richtige
Vernetzung wieder wie geschmiert läuft.
Ein neues Gesetz entzieht der Zukunftsstiftung die Fördervergabe,
dafür ist künftig wieder das Land zuständig. Die Zukunftsstiftung
selbst soll ihr Profil schärfen und sich auf die Standortvermarktung
sowie Beratung konzentrieren. Die Reform hat sich abgezeichnet, weil
sich die Rahmenbedingungen geändert haben.
Anders verhält es sich beim Zukunftszentrum der Arbeiterkammer.
Von Anfang an irrte es in der Zukunft herum, die Gegenwart bescherte
jedoch stets Probleme. Ständige Diskussionen und
Geschäftsführerwechsel prägten die Arbeit des Zukunftszentrums, die
sich im Wesentlichen auf Potenzialanalysen und Laufbahnberatung
konzentriert. Zu wenig für 24 Mio. Euro in den vergangenen zehn
Jahren. Die Idee war gut, doch die Umsetzung hinkte den blumigen und
wortgewaltigen Reden ihres Erfinders Fritz Dinkhauser hinterher: Aber
Kritik prallte am ehemaligen Arbeiterkammerchef ab, obwohl sein Baby
nicht erwachsen werden wollte.
Sein Nachfolger Erwin Zangerl erbte das Problemzentrum. Er wusste,
dass die Millionen nicht mehr zu rechtfertigen sind und brachte jetzt
den Mut auf, einen Schlussstrich zu ziehen. Das war längst
überfällig: Doch eine Kritik muss sich auch Zangerl gefallen lassen.
Als er noch Dinkhausers Kronprinz war, hat er das Millionenbudget für
das Zukunftszentrum Jahr für Jahr abgenickt. Wie viele andere in der
AK.
Rückfragehinweis:
Tiroler Tageszeitung, Chefredaktion , Tel.: 05 04 03 DW 610
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