- 26.10.2010, 09:29:47
- /
- OTS0022 OTW0022
Greenpeace: Große Fortschritte bei HP und Philips
Microsoft und Toshiba scheitern an eigenen Versprechen
Wien (OTS) - Greenpeace hat heute eine neue Ausgabe des Ratgebers
"Grüne Elektronik" veröffentlicht. Einige Hersteller haben große
Fortschritte gemacht, indem sie nach und nach problematische
Chemikalien aus ihren Produkten entfernt, die Energieeffizienz ihrer
Geräte verbessert und/oder die Recycling-Möglichkeiten für
Konsumentinnen und Konsumenten erleichtert haben. Andere hinken
jedoch stark hinterher, da es ihnen nicht einmal gelungen ist, ihre
eigenen ökologischen Vorgaben zu verbessern. Positiv-Beispiele sind
unter anderen Acer, HP oder Philips. Zu den Nachzüglern gehören Dell,
Lenovo, Microsoft und Toshiba.
"Die Kluft zwischen Elektronikunternehmen, die fortlaufend an der
ökologischen Verbesserung ihrer Produkte arbeiten, und jenen, die nur
große Versprechungen machen, ist stark gewachsen", sagt Greenpeace
Konsumentensprecherin Claudia Sprinz. "Philips hat mit der Einführung
des ersten PVC- und BFR-freien Fernsehers gezeigt, was möglich ist.
Jetzt müssen auch die anderen Hersteller folgen."
Philips hat mit dem Econova den ersten Fernseher ohne
Polyvinylchlorid (PVC) und ohne bromierte Flammschutzmittel auf den
Markt gebracht. "Philips hat damit seine Pläne zum stufenweisen Abbau
besonders problematischer Substanzen bis Ende 2010 eingehalten und
damit auch alle anderen Fernseherproduzenten überholt", so Sprinz.
PVC ist ein Kunststoff, bei dessen Herstellung und Verbrennung Gase
entstehen, die dauerhaft in der Umwelt verbleiben und selbst in
kleinsten Konzentrationen giftig sind. Bromierte Flammschutzmittel
(brominated flame retardants = BFR) können die Lern- und
Gedächtnisleistung mindern, die Funktionsweise von Schilddrüse und
Fortpflanzungssystem beeinträchtigen und Verhaltensstörungen
verursachen.
Auch Acer erzeugt neue Geräte ohne PVC und BFR. Und HP bringt
ebenfalls mehrere Notebook- und Desktop Computer-Produktserien ohne
PVC und BFR auf den Markt und stellt seit kurzem auch einen
PVC-freien Drucker her. Selbst die bei uns nicht so bekannten
indischen Hersteller Wipro und HCL bieten mittlerweile
Elektronikprodukte ohne PVC und BFR an.
Im Gegensatz dazu haben es Dell, Lenovo, LG, Samsung und Toshiba
bislang nicht geschafft, PC-Produktserien auf den Markt zu bringen,
die ohne diese problematischen Substanzen auskommen. Denn Dell,
Lenovo, LG, Microsoft, Samsung und Toshiba mussten sogar Punkte
abgezogen werden, weil sie ihre Versprechen zur Entfernung
problematischer Chemikalien nicht eingehalten haben.
In Führung bleiben weiterhin Nokia und Sony Ericsson, gefolgt von
Philips, HP und Samsung. Den größten Abwärtssprung macht Apple, nicht
aufgrund eines Punkteabzugs, sondern weil Apple von ökologisch
innovativeren Firmen überholt wurde. Panasonic hat als erster
Hersteller eine Initiative zur freiwilligen Rücknahme und zum
Recycling seiner Fernseher in Indien gestartet. Es ist das erste
Programm dieser Art für Fernseher außerhalb der OECD-Länder und das
erste für Fernseher überhaupt.
"Es ist zu begrüßen, dass Panasonic in Indien Verantwortung für seine
alten Fernseher übernimmt. Diesem Beispiel müssen nun auch andere
Hersteller folgen und ähnliche Programme entwickeln. Das Ziel muss
ein weltweites System für die Rücknahme und das Recycling von
Altgeräten sein", fordert Claudia Sprinz. "Unser aktueller Ratgeber
zeigt viele erfreuliche Fortschritte, doch leider auch das fehlende
Engagement einiger Firmen, die den aktuellen Entwicklungen immer noch
stark hinterher hinken."
Rückfragehinweis:
Claudia Sprinz, Konsumentensprecherin Greenpeace
Tel.: 0664 6126731
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | GRP






