HTU Wien: Budget 2011 - Studiengebühren durch die Hintertür

Im Budget der Regierung sollen die Universitäten 80 Mio Euro mehr bekommen, während den Studierenden ca. 100 Mio Euro über die Kürzung der Familienbeihilfe weggenommen werden.

Wien (OTS) - Die Verringerung des Anspruchsalters auf Familienbeihilfe von 26 auf 24 Jahren betrifft beinahe ausschließlich Studierende, wodurch diese durch das neue Budget gezielt benachteiligt werden. Das trifft jene Studierende besonders hart, die aufgrund ihrer sozialen Situation auf die Beihilfe angewiesen sind. "Mit dem Budgetvorschlag kürzt die Regierung treffsicher bei den sozial Benachteiligten und führt damit versteckte Studiengebühren ein" zeigt sich Bianka Ullmann, Vorsitzende der HTU Wien, erbost.

Bisher war es möglich, während der gesamten Ausbildungszeit Familienbeihilfe in Anspruch zu nehmen. In Zukunft ist es für einen Großteil der Studierenden fraglich, ob sie überhaupt ihren Bachelorabschluss in der Hand haben, bevor die Familienbeihilfe aussetzt.

"Gerade im technisch-naturwissenschaftlichen Bereich, der vom Wissenschaftsministerium besonders beworben wird, ist ein angehängtes Masterstudium essentiell, um wissenschaftliches Arbeiten zu erlernen und die Forschung anzukurbeln", so Peter Smolek, erster stellvertretender Vorsitzender der HTU Wien.

Der Wegfall der Familienbeihilfe ab dem 24. Lebensjahr stellt nicht die einzige finanzielle Auswirkung dar. Viele Vergünstigungen sind an den Bezug der Beihilfe geknüpft. "Zukünftig werden für 24 und 25 - Jährige die öffentlichen Verkehrsmittel mehr als das Doppelte kosten und es entstehen weitere Ausgaben durch den Wegfall der Mitversicherung", so Ulf Fischer, zweiter stellvertretender Vorsitzender der HTU Wien. Der harte Übertritt in das beihilfenlose Alter war immer schon ein großes Problem, das viele Studierende einer akuten Armutsgefährdung aussetzte. Mit der Kürzung der Familienbeihilfenanspruchszeit wird diese Gefahr selbst auf jene ausgeweitet, die es trotz miserabler Studienbedingungen schaffen, in Regelstudienzeit zu bleiben.

Die HTU Wien (Hochschülerinnen- und Hochschülerschaft an der TU Wien) ist die gesetzliche Interessensvertretung der Studierenden an der TU Wien.

Rückfragen & Kontakt:

Hochschülerinnen- und Hochschülerschaft der TU Wien (HTU)
Manfred Menhart, Referat für Bildung und Politik
Tel.: 0650 350 50 40
Email: bipol@htu.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | HTU0001