- 22.10.2010, 11:36:23
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KORRIGIERTE NEUFASSUNG der OTS0114 von heute: "Meet Science": Ein gelungenes Fest der Wissenschaft
Die hochkarätige Leistungschau und spannende Interviews mit ForscherInnen waren Highlights im Semper Depot, wo die Ludwig Boltzmann Gesellschaft LBG gestern ihren 50. Geburtstag feierte
Wien (OTS) - Es war eine neue Form der Präsentation: 24 Ludwig
Boltzmann Institute und Cluster stellten gestern, Donnerstag, ihre
Forschungsarbeit in Kurzvorträgen vor. Die 400 Gäste aus der Science
Community erhielten Kopfhörer und konnten sich nach ihrer Wahl in
einen der jeweils vier simultan laufenden Vorträge einschalten. Alles
wurde aufgezeichnet und später auf Monitoren wiederholt, so dass
Versäumtes nachgeholt werden konnte.
Um die tollen Leistungen der Institute und Cluster in ein
besonderes Licht zu setzen, verzichtete man bei der zweiten "Meet
Science"-Veranstaltung (erstmals 2008) auf das übliche Szenario einer
Leistungsschau in Form von Kojen. Es sollte kein "Messe"-Charakter
herrschen, sondern spannende Inhalte in konzentrierter Form
vermittelt werden. Auf diese Weise wurde deutlich, wie stark die LBG
aufgestellt ist in Richtung medizinisch-klinischer Forschung,
Translational Research und auch den Humanities.
So traten in den vier sehr atmosphärisch inszenierten Cornern
RepräsentantInnen der LB-Institute und LB-Cluster an und erklärten
interessierten Zuhörern ihre Arbeit. Pro Corner gab es sechs
Präsentationen nacheinander, jeweils vier fanden gleichzeitig statt.
Durch diese Straffung gelang es, das Publikum in Konzentration und
Spannung zu halten. Danach wechselte das Setting von den Cornern in
die Mitte, wo Moderator Robert Buchacher LBG-ForscherInnen zu vier
Themen, die einen zentralen Stellenwert in der LBG haben,
interviewte.
"Medizinische und gesundheitliche Herausforderungen der Zukunft"
war Titel der ersten Runde, in der etwa Wolfgang Dür (LBI Health
Promotion Research) über Mechanismen der Arbeitswelt sprach, die
krank machen können. Andrea Olschewski (LBI Lungengefäßforschung)
erklärte, warum der häufig erst spät diagnosizierte Lungenhochdruck
so gefährlich ist, und Peter Valent (Cluster Oncology) berichtete
über die wissenschaftlichen Fortschritte bei der Früherkennung von
Krebserkrankungen.
Ein Fokus der LBG liegt im Bereich "Translational Research", was
auch Thema der zweiten Runde war. Ein gutes Beispiel für Forschung,
die rasch in die Anwendung übergeführt werden kann, ist das LBI
Osteologie, dessen Leiter Klaus Klaushofer über medikamentöse
Behandlungsmethoden für Knochen sprach. Heinz Redl (LBI
Experimentelle und Klinische Traumatologie) erläuterte sein
Forschungsthema Geweberegeneration. Wolfgang Wayand (LBI Operative
Laparaskopie), ein Pionier der minimalinvasiven Chirurgie in
Österreich, erzählte vom Schmerzkonzept, das sein Team entwickelt
hat, um postoperative Beschwerden zu vermindern.
Die Runde "Humanities quer denken" brachte gut zum Ausdruck, dass
die LBG auch in diesem Bereich erfolgreich ist durch vergleichsweise
große Forschungsinstitute. Ein gutes Beispiel dafür bot Michael
Doneus (LBI Archäologische Prospektion und Virtuelle Archäologie).
Das neue LBI hatte erst kürzlich große internationale Resonanz durch
den Fund kreisförmig angeordneter Palisaden nahe bei Stonehenge.
Tobias Heinrich (LBI Geschichte und Theorie der Biographie) sprach
über die Methodik, Biographien zu erstellen am Beispiel des aktuellen
Projektes zu Hugo von Hofmannsthal.
Über "Zivilcourage und Forschung" konnte Claudia Wild (LBI Health
Technology Assessment) viel Auskunft geben, die in kritischer Weise
medizinische Interventionen wissenschaftlich hinterfragt. Stefan
Karner (Cluster Geschichte) berichtete von den Großveranstaltungen
zur Bewußtmachung von schwierigen historischen Problemfeldern, wie
dem "Prager Frühling" 1968. Manfred Nowak (LBI Menschenrechte)
erzählte vom Bedrohungspotenzial, dem sein Institut durch mutige
Darstellung von menschenrechtswidrigen Fakten ständig ausgesetzt ist.
Die große Leistung der LBG als außeruniversitäre
Forschungsorganisation betonte nach dem Interview-Block auch Beatrix
Karl, Bundesministerin für Wissenschaft und Forschung, in ihrer
Ansprache. Das Schlußwort hatte Christian Konrad, Präsident der LBG.
Er warnte vor den Folgen, gerade an Wissenschaft und Bildung
einzusparen und versprach, auch in ökonomisch schwierigen Zeiten
keinesfalls innerhalb der LBG auf Grundlagenforschung zu verzichten.
Rückfragehinweis:
Ludwig Boltzmann Gesellschaft
Nußdorferstraße 64, 1090 wien
Tel: 01 513 27 50
[email protected]
www.lbg.ac.at
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