- 19.10.2010, 11:59:22
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Vollversammlungen: Universitäten zeigen die Folgen des Budget- Sparkurses auf
Wien (OTS) - Der angekündigte Sparkurs der Bundesregierung und
ihre Säumigkeit bei der Lösung der dringlichsten hochschulpolitischen
Probleme - insbesondere der Frage einer ausreichenden Finanzierung -
hat die Rektorate zur Abhaltung von Universitätsversammlungen an
allen Universitätsstandorten bewogen. Diese greifen damit eine
Initiative der Österreichischen HochschülerInnenschaft (ÖH) auf und
möchten die Öffentlichkeit über mögliche Konsequenzen des
angekündigten Sparkurses für den weiteren Betrieb der Universitäten
informieren.
Auch wenn die Globalbudgets für die Leistungsvereinbarungsperiode
von 2010 bis 2012 gesichert sind, wird es als Folge der sich
verschlechternden Studienbedingungen (steigende Studierendenzahlen,
gleich bleibendes Budget) bereits im laufenden Studienjahr zu
spürbaren Qualitätseinbußen kommen. Ab 2013 fehlen allein zur
Aufrechterhaltung des laufenden Betriebes der Universitäten rund 300
Millionen Euro jährlich, wobei der eigentlich anzustrebende Ausbau
(Studienplätze, bessere Betreuungsrelationen, Infrastruktur, Gebäude)
erhebliche zusätzliche Mittel erfordern würde. Sollte die Regierung
ihre Ankündigungen, das Universitätsbudget für die nächste
Leistungsvereinbarungsperiode 2013 bis 2015 einzufrieren und damit
real zu kürzen in die Tat umsetzen, würde das an den
Universitätsstandorten unweigerlich einen Abbau von
Universitätspersonal bzw. die Schließung von Studiengängen oder
ganzen Instituten zur Folge haben. Diese Auswirkungen fänden bereits
deutlich vor 2013 ihren Niederschlag.
Die Universitätenkonferenz (uniko) und die Fachhochschulkonferenz
haben daher gemeinsam an Bundeskanzler Werner Faymann und Vizekanzler
Josef Pröll appelliert, den angekündigten Sparkurs bei Bildung und
Forschung zu überdenken. Die uniko hat in den vergangenen Wochen und
Monaten die Bundesregierung, insbesondere die Regierungsspitze,
mehrfach auf die sich abzeichnende dramatische Situation der
Universitäten aufmerksam gemacht. Das derzeit vorliegende
Gesprächsangebot mit Bundeskanzler und Vizekanzler für Ende November
kommt nach Ansicht der uniko für eine allfällige Korrektur des
Sparkurses vermutlich zu spät. Das solcherart zum Ausdruck gebrachte
Desinteresse der höchsten Repräsentanten der Bundesregierung am
Schicksal der Universitäten und somit an den Zukunftsthemen des
Landes steht in krassem Widerspruch zu der stets betonten Priorität
für Wissenschaft, Forschung und Innovation - für die zum
überwiegenden Teil die Universitäten verantwortlich zeichnen.
Dieser gegenwärtige hochschulpolitische Stillstand kann aus Sicht
der Universitätsleitungen nicht länger hingenommen werden. Sowohl die
Studierenden als auch die Lehrenden werden daher die Bundesregierung
heute, ebenso wie in den kommenden Wochen und Monaten an ihre
Verpflichtung für eine ausreichende Finanzierung der Universitäten
und die Herstellung angemessener Studienbedingungen erinnern.
Universitäten schaffen sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen
Mehrwert und sind elementare Leistungsträger der österreichischen
Gesellschaft. Die heute stattfindenden Vollversammlungen an allen 21
österreichischen Universitäten sollen diese bedeutende Rolle der
Universitäten selbstbewusst gegenüber der Politik verdeutlichen.
Rückfragehinweis:
Manfred Kadi Referent für Öffentlichkeitsarbeit Österreichische Universitätenkonferenz Floragasse 7/7, 1040 Wien Tel.: +43 (0)1 310 56 56 - 24 Fax: +43 (0)1 310 56 56 - 22 Email: [email protected] Homepage: www.uniko.ac.at
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