Gebäuderöntgen des Hohen Hauses liegt vor Prammer: Umfassende Sanierung ist unumgänglich

Wien (PK) - Das "Gebäuderöntgen", das in den vergangenen Monaten im gesamten Parlamentsgebäude durchgeführt wurde, liegt nun vor und spricht eine eindeutige Sprache: Eine umfassende Sanierung
des Hohen Hauses ist dringend geboten und kann nicht länger aufgeschoben werden. Das betonte heute Nationalratspräsidentin Barbara Prammer.

Das nunmehrige Sanierungskonzept soll mit dem parallel dazu erstellten Nutzungskonzept zu einem Gesamtkonzept zusammengefügt werden. Im Februar 2011 werde dann die endgültige Entscheidung darüber fallen, in welchen Schritten die Sanierung erfolgt, sagte Prammer.

Das Haus sei rund 130 Jahre nach Errichtung in vielen Bereichen
am Ende seiner technischen und funktionellen Lebensdauer
angelangt. Außerdem müsse, etwa was den Brandschutz oder die Barrierefreiheit betrifft, den gesetzlichen Bestimmungen
entsprochen werden.

Sanierungskonzept

Eine derart gründliche Durchleuchtung vom Dach bis zum Keller des Parlamentsgebäudes ist zum ersten Mal erfolgt. Die Arbeiten umfassten alle Bereiche, von der Statik und Konstruktion über Hochbau und Architektur, Denkmalschutz, Haustechnik,
Elektrotechnik, IT-Technik und Vermessung.

Der von der Parlamentsdirektion bestellte Generalkonsulent, eine Arbeitsgemeinschaft der österreichischen Architekten Frank & Partner und Werner Consult Ziviltechniker GmbH, wird am kommenden Donnerstag, dem 21. Oktober 2010, dem Baukomitee ausführlich über diese Gutachten informieren. Ein entsprechender Bericht wurde den Fraktionen bereits übermittelt. Ihm zufolge ist eine umfassende Sanierung des Parlamentsgebäudes, die auch eine Restaurierung des einzigartigen, unter Denkmalschutz stehenden Bestandes umfasst, unumgänglich.

Demnach haben die Konstruktionen im Dachbereich sowie die Holztragewerke des Gebäudes ihre statische Lebensdauer bereits überschritten. Die Eindeckung des Daches muss daher in den kommenden Jahren dringend erneuert werden, wesentliche Teile der Dachkonstruktion sind zu sanieren. Erhebliche Mängel sind auch im Brandschutz und bei den Elektroinstallationen des Gebäudes festzustellen. Ebenso entspricht die Sicherheitsbeleuchtung nicht den gesetzlichen Bestimmungen. Weiterer Sanierungsbedarf besteht
bei den haustechnischen Anlagen. Darüber hinaus ist der Einbau zusätzlicher Treppenhäuser notwendig, um in Notfällen eine Evakuierung von BesucherInnen und im Parlament tätigen Personen sicherzustellen.

Nutzungskonzept

Parallel zur umfassenden Gebäudeuntersuchung wurde unter Leitung des deutschen Planungsunternehmens "Quickborner Team" ein Nutzungskonzept entwickelt, um das Parlament im Zuge der
Sanierung mit möglichst geringfügigen Zusatzmaßnahmen im Betrieb effizienter und ökologischer zu machen.

Dazu sollen einerseits neue Büroflächen erschlossen und andererseits das Management der bestehenden Flächen optimiert werden. Das soll den Energie- und Ressourcenverbrauch verringern
und Kosten senken.

Eine weitere Vorgabe im Sinne eines modernen Parlaments ist die Öffnung des Hauses. So ist daran gedacht, das Erdgeschoß vom Ring bis zur Reichsratsstraße für BesucherInnen zu erschließen. Auch sollen öffentlichkeitstaugliche Ausschusslokale geschaffen und
die Arbeitsmöglichkeiten für Medien auf einen zeitgemäßen Standard gebracht werden.

Gesamtkonzept

Aufgabe des Generalplaners ist es nun, das Sanierungskonzept und
das Nutzungskonzept zu einem Gesamtkonzept zusammen zu führen. Dieses soll auf Basis sämtlicher Untersuchungen, Analysen und Expertisen mögliche Optionen für eine realisierbare Gesamtlösung aufzeigen und Entscheidungsgrundlage für die Politik sein.

Teil des Gesamtkonzepts wird die Frage einer teilweisen oder kompletten Aussiedlung des Parlamentsbetriebs während der
Sanierung sein. Mit der für eine Gesamtkostenschätzung erforderlichen Sondierung des Wiener Immobilienmarktes hat die Parlamentsdirektion die Firma OTTO Immobilien beauftragt.

Im Februar 2011 muss dann die grundsätzliche Entscheidung
getroffen werden, in welcher Form die Generalsanierung des Parlamentsgebäudes erfolgen soll. Der Vorbereitungsprozess dazu befindet sich exakt im Zeitplan, stellte die Parlamentsdirektion fest.

Das Gutachten ist auf der Parlaments-Homepage unter
http://www.parlament.gv.at/GEBF/PROJ/ZWISCHENBERICHT/index.shtml
nachzulesen. (Schluss)

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