• 15.10.2010, 13:12:01
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Gebäuderöntgen des Hohen Hauses liegt vor Prammer: Umfassende Sanierung ist unumgänglich

Wien (PK) - Das "Gebäuderöntgen", das in den vergangenen Monaten
im gesamten Parlamentsgebäude durchgeführt wurde, liegt nun vor
und spricht eine eindeutige Sprache: Eine umfassende Sanierung
des Hohen Hauses ist dringend geboten und kann nicht länger
aufgeschoben werden. Das betonte heute Nationalratspräsidentin
Barbara Prammer.

Das nunmehrige Sanierungskonzept soll mit dem parallel dazu
erstellten Nutzungskonzept zu einem Gesamtkonzept zusammengefügt
werden. Im Februar 2011 werde dann die endgültige Entscheidung
darüber fallen, in welchen Schritten die Sanierung erfolgt, sagte
Prammer.

Das Haus sei rund 130 Jahre nach Errichtung in vielen Bereichen
am Ende seiner technischen und funktionellen Lebensdauer
angelangt. Außerdem müsse, etwa was den Brandschutz oder die
Barrierefreiheit betrifft, den gesetzlichen Bestimmungen
entsprochen werden.

Sanierungskonzept

Eine derart gründliche Durchleuchtung vom Dach bis zum Keller des
Parlamentsgebäudes ist zum ersten Mal erfolgt. Die Arbeiten
umfassten alle Bereiche, von der Statik und Konstruktion über
Hochbau und Architektur, Denkmalschutz, Haustechnik,
Elektrotechnik, IT-Technik und Vermessung.

Der von der Parlamentsdirektion bestellte Generalkonsulent, eine
Arbeitsgemeinschaft der österreichischen Architekten Frank &
Partner und Werner Consult Ziviltechniker GmbH, wird am kommenden
Donnerstag, dem 21. Oktober 2010, dem Baukomitee ausführlich über
diese Gutachten informieren. Ein entsprechender Bericht wurde den
Fraktionen bereits übermittelt. Ihm zufolge ist eine umfassende
Sanierung des Parlamentsgebäudes, die auch eine Restaurierung des
einzigartigen, unter Denkmalschutz stehenden Bestandes umfasst,
unumgänglich.

Demnach haben die Konstruktionen im Dachbereich sowie die
Holztragewerke des Gebäudes ihre statische Lebensdauer bereits
überschritten. Die Eindeckung des Daches muss daher in den
kommenden Jahren dringend erneuert werden, wesentliche Teile der
Dachkonstruktion sind zu sanieren. Erhebliche Mängel sind auch im
Brandschutz und bei den Elektroinstallationen des Gebäudes
festzustellen. Ebenso entspricht die Sicherheitsbeleuchtung nicht
den gesetzlichen Bestimmungen. Weiterer Sanierungsbedarf besteht
bei den haustechnischen Anlagen. Darüber hinaus ist der Einbau
zusätzlicher Treppenhäuser notwendig, um in Notfällen eine
Evakuierung von BesucherInnen und im Parlament tätigen Personen
sicherzustellen.

Nutzungskonzept

Parallel zur umfassenden Gebäudeuntersuchung wurde unter Leitung
des deutschen Planungsunternehmens "Quickborner Team" ein
Nutzungskonzept entwickelt, um das Parlament im Zuge der
Sanierung mit möglichst geringfügigen Zusatzmaßnahmen im Betrieb
effizienter und ökologischer zu machen.

Dazu sollen einerseits neue Büroflächen erschlossen und
andererseits das Management der bestehenden Flächen optimiert
werden. Das soll den Energie- und Ressourcenverbrauch verringern
und Kosten senken.

Eine weitere Vorgabe im Sinne eines modernen Parlaments ist die
Öffnung des Hauses. So ist daran gedacht, das Erdgeschoß vom Ring
bis zur Reichsratsstraße für BesucherInnen zu erschließen. Auch
sollen öffentlichkeitstaugliche Ausschusslokale geschaffen und
die Arbeitsmöglichkeiten für Medien auf einen zeitgemäßen
Standard gebracht werden.

Gesamtkonzept

Aufgabe des Generalplaners ist es nun, das Sanierungskonzept und
das Nutzungskonzept zu einem Gesamtkonzept zusammen zu führen.
Dieses soll auf Basis sämtlicher Untersuchungen, Analysen und
Expertisen mögliche Optionen für eine realisierbare Gesamtlösung
aufzeigen und Entscheidungsgrundlage für die Politik sein.

Teil des Gesamtkonzepts wird die Frage einer teilweisen oder
kompletten Aussiedlung des Parlamentsbetriebs während der
Sanierung sein. Mit der für eine Gesamtkostenschätzung
erforderlichen Sondierung des Wiener Immobilienmarktes hat die
Parlamentsdirektion die Firma OTTO Immobilien beauftragt.

Im Februar 2011 muss dann die grundsätzliche Entscheidung
getroffen werden, in welcher Form die Generalsanierung des
Parlamentsgebäudes erfolgen soll. Der Vorbereitungsprozess dazu
befindet sich exakt im Zeitplan, stellte die Parlamentsdirektion
fest.

Das Gutachten ist auf der Parlaments-Homepage unter
http://www.parlament.gv.at/GEBF/PROJ/ZWISCHENBERICHT/index.shtml
nachzulesen. (Schluss)

Eine Aussendung der Parlamentskorrespondenz
Tel. +43 1 40110/2272, Fax. +43 1 40110/2640
e-Mail: [email protected], Internet: http://www.parlament.gv.at

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