• 08.10.2010, 19:58:53
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Beweisfoto zeigt Skandal: Giftschlammbecken seit Monaten undicht

WWF: Katastrophe in Ungarn hätte verhindert werden können

Wien/Budapest (OTS) - Der WWF veröffentlichte heute Abend ein Foto
von Juni 2010, das beweist, dass das Giftschlammbecken der
Bauxitfabrik in Ajka bereits seit Monaten undicht war und Rotschlamm
ausfloss. "Das Unglück und die bisher sieben Todesopfer hätten leicht
verhindert werden können, wenn die Betreiber ihrer Sorgfaltspflicht
nachgekommen wären", sagte Andreas Beckmann, Direktor des
WWF-Donauprogramms. Der jüngste Beweis, dass das Becken bereits seit
Monaten desolat war und stark leckte muss sofort untersucht werden.
Dies gilt nicht nur für das Unfallbecken sondern auch für alle
anderen Giftschlammbecken in Ungarn", fordert Beckmann, denn "diese
Fahrlässigkeit und die Mängel bei den Sicherheitsvorschriften waren
die Ursache für die größte Umweltkatastrophe in der Geschichte
Ungarns."

Das Foto wurde von der Firma Interspect aufgenommen, die beauftragt
war, Schlammbecken, Bergbauaktivitäten und andere gefährliche
Industriezonen zu fotografieren. Vertreter der Firma erklärten
gegenüber dem WWF, dass sie besonders besorgt über den Zustand des
Unfallbeckens von Kolontar waren, weil es so nahe an Wohnhäusern
liegt.

Auf dem Bild vom Juni 2010 ist klar ersichtlich, dass der Schlamm
bereits heraus floss und Teile des Dammes des zehnten Beckens
beschädigt sind", so Beckmann. Letztlich brach der Damm zwar an einer
anderen Stelle, aber das Foto ist ein klarer Beweis, dass das Becken
einer dringenden Inspektion bedurfte. Der Rotschlamm auf dem Foto ist
sichtbar in den Kanälen, die das Firmengelände umgeben. Die rote
Farbe stammt vom Eisenoxid, das in Wasser unlöslich ist.

Der WWF erwartet vom betreibenden Unternehmen eine Erklärung, warum
das Becken nicht regelmäßig untersucht wurde um eine derartige
Katastrophe zu verhindern. Der WWF fordert eine schnellstmögliche
Untersuchung der übrigen Becken in Ungarn sowie Kontrollaufnahmen
dieser Giftdeponien aus der Luft. "Es brauchte erst eine Katastrophe
wie diese, damit die Behörden endlich aktiv werden und weitere
Gefahrenzonen für Mensch und Umwelt kontrollieren", so Beckmann. Mit
einfachen Luftaufnahmen können solche Gefahren bereits im Frühstadium
entdeckt werden.

Besonders besorgt ist der WWF über das viel größere Giftschlammbecken
in Almásfüzitö, das in einer Erdbebenzone direkt neben der Donau
steht. Das Becken, das 80 Kilometer von Budapest entfernt ist,
enthält neben Rotschlamm aus der Aluminiumproduktion viele weitere
Giftstoffe.

Rückfragehinweis:

MMag. Franko Petri, Pressesprecher WWF, Tel. 0676-83488-231.
   Andreas Beckman, Direktor WWF-Donau-Karpatenprogramm, [email protected]
    +43 676842728216.
   Das Beweisfoto zum Download: http://wwf.panda.org/wwf_news/press_releases/?195541/Hungary-toxic-mud-disaster-could-have-been-avoided

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | WWF

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