• 05.10.2010, 17:23:36
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WWF befürchtet Umweltkatastrophe nach Schlammflut in Ungarn

Giftschlamm darf die Donau nicht erreichen

Wien/Budapest. (OTS) - Der WWF befürchtet verheerende
Langzeitschäden durch die Giftschlammkatastrophe in Ungarn, die sich
heute 160 Kilometer von Budapest entfernt ereignete. Eine Million
Kubikmeter des Rotschlammes ergießen sich nun in die Flüsse. Der
Schlamm enthält Blei, Kadmium, Arsen und Chrom, Gifte die sich
verheerend auf Pflanzen und Tiere auswirken können. Der Marcal-Fluss
ist nach Expertenmeinung bereits tot. Die Zahl der verendeten
Haustiere lässt den Schluss zu, dass auch die wild lebende Tierwelt
stark betroffen ist. Der Schlamm hat einen PH-Wert von 13 und Säuren
im Marcal-Fluss neutralisieren den alkalischen Strom, bevor er die
Raba und die Donau erreicht. 500 bis 600 Tonnen Gips werden in den
Fluss geschüttet um das leicht radioaktive Material zu binden. Diese
Umweltkatastrophe ist beispiellos in der ungarischen Geschichte und
kann die Ökosysteme, Flusslandschaften, Grund und Boden und die
Trinkwasservorräte Ungarns massiv gefährden", sagte der ungarische
WWF-Direktor Gabor Figeczky heute Nachmittag. Die starken Regenfälle
in Ungarn beschleunigen den Transport des Giftschlamms in die Flüsse,
befürchtet der WWF.

Der WWF fordert, dass der giftige Schlamm vollständig gesammelt und
neutralisiert wird, bevor er die Donau erreicht, was in etwa fünf
Tagen der Fall sein wird. Der WWF befürchtet ähnlich dramatische
Auswirkungen auf die Umwelt wie bei dem Unfall in Baia Mare/Rumänien,
wo sich 2000 eine Flutwelle aus Schwermetallen und Zyanid aus einem
Goldabbauwerk in die Wassersysteme ergossen. Damals wurden Flüsse in
Rumänien, Serbien und Bulgarien vergiftet. Tausende Fische und
Wildtiere starben damals durch das Gift. "Wir können nur hoffen, dass
diese Katastrophe weniger furchtbar für die Natur sein wird", sagte
heute Andreas Beckmann, der Direktor des
WWF-Donau-Karpaten-Programms. Besonders die im Schlamm vorhandenen
Schwermetalle lagern sich langfristig in den Naturräumen ab, so der
WWF.

Der WWF kritisiert, dass sich noch viele dieser giftigen Depots im
Donauraum befinden und mit ihren Giftstoffen und radioaktiven
Materialien die Flüsse Osteuropas gefährden. Manche dieser Depots
sind verlassen und ungesichert. In Ungarn befinden sich noch weitere
Reservoire mit geschätzten 50 Millionen Kubikmetern, die ähnliche
Giftstoffe wie der heute ausgeflossene Rotschlamm beinhalten. Eines
dieser Reservoirs steht bei Almasfuzito direkt an den Ufern der
Donau.

Rückfragehinweis:
MMag. Franko Petri, WWF-Pressesprecher, Tel. 01-48817-231 oder 0676-83488231, Email: [email protected].
Für den WWF in Ungarn: Gabor Figeczky, WWF Ungarn, Tel. +36-306787398,l [email protected].

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