• 05.10.2010, 12:27:22
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Haushohe Fleisch fressende Pflanzen und Dracula-Fische

WWF präsentiert 145 neu entdeckte Arten aus Südostasien

Vientiane/Wien. (OTS) - Achtung: Sperrfrist bis Mittwoch, 6.
Oktober 2010, 02.01 Uhr

Innerhalb eines Jahres wurden nach einem aktuellen Bericht der
Umweltschutzorganisation WWF in der Mekong-Region 145 bisher
unbekannte Tier- und Pflanzenarten entdeckt, darunter skurril
anmutende Exemplare wie etwa der "Glatzkopfbülbül", ein Singvogel mit
federlosem Gesicht, oder ein Fisch, der sich an Felsbrocken
festsaugt, um in schnell fließenden Flüssen aufwärts schwimmen zu
können. Verblüfft waren die Forscher außerdem von einer bisher
unbekannten, zahnlosen Schlangenart, dem "Dracula-Fisch" mit
Vampir-ähnlichen Fangzähnen und einem Frosch der wie eine Grille
zirpt. Hinzu kommen eine bis zu sieben Meter große, Fleisch fressende
Pflanze, zwei neue Fledermausarten und eine giftige Grubenotter. Die
Fotos der neuen Arten sind beim WWF erhältlich.

"Die Biodiversität am Mekong ist enorm. Durchschnittlich wurden drei
neue Arten pro Woche entdeckt", sagt WWF-Expertin Jutta Jahrl. Doch
zahlreiche der nur hier vorkommenden Arten sind durch den Bau von
Straßen, Dämmen und schnell wachsenden Städten bedroht. Auch die mehr
als 140 Neuentdeckungen könnten daher schon bald für immer
verschwinden. So mussten nach WWF-Angaben in Südostasien seit 1990
jährlich 2,7 Millionen Hektar Urwald den Monokulturen riesiger
Plantagen weichen, in denen Kakao, Kaffee, Tee, Cashew-Nüsse oder
Kautschuk angebaut werden. Außerdem sollen rund 150 neue
Wasserkraftwerke am Mekong entstehen. Bereits heute sind 70 Prozent
der endemischen Säugetierarten in den Mekongländern Thailand,
Vietnam, Laos, Kambodscha, Myanmar und Südchina auf der Roten Liste
der Weltnaturschutzunion (IUCN), darunter der Indochinesische Tiger,
das praktisch ausgestorbene Java-Nashorn in Vietnam oder der
Asiatische Elefant. Auch das Maß der Überfischung ist nach
WWF-Angaben besorgniserregend. "Wir können nur erahnen wie viele
Tiere und Pflanzen noch darauf warten entdeckt zu werden. Zahlreiche
Arten könnten verschwinden bevor sie überhaupt entdeckt und
beschrieben wurden", warnt Jahrl.

Um die hohe biologische Vielfalt der Region zu bewahren, will der WWF
die Chance nutzen, die sich durch die UN-Konferenz zur Biodiversität
(CBD) im japanischen Nagoya vom 18. bis 29. Oktober ergibt. Der WWF
will die einmalige Ökoregion am Mekong durch die internationale
Staatengemeinschaft grenzüberschreitend und dauerhaft schützen
lassen. Ein gesundes und intaktes Ökosystem kommt auch den Millionen
von Bewohnern der Region zugute, versichert der WWF. So bedrohen
viele der geplanten Mega-Staudämme in der Region nicht nur die
Artenvielfalt sondern auch die Ernährungssicherheit in Laos,
Kambodscha und Vietnam.

Der aktuelle WWF-Bericht "New Blood - Greater Mekong Species
Discoveries" ist der dritte WWF-Report zu neu entdeckten Arten seit
2008. Insgesamt wurden seit 1999 über 1.300 neue Tier- und
Pflanzenarten in der Region "Greater Mekong" erstmalig
wissenschaftlich beschrieben.

Rückfragehinweis:
MMag. Franko Petri, WWF-Sprecher, Tel. 01-48817-231 oder 0676-83488231, Email: [email protected].
Fotos der neu entdecketen Arten und der WWF-Report zum Download: www.wwf.at/mekongspezies.
Fotos vom Draculafisch (gebührenpflichtig): Juliett McConnell, Naturhistorisches Museum London, [email protected].

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | WWF

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