• 04.10.2010, 12:55:22
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SOS-Kinderdorf trauert um Theresia Neubauer

Hinterbrühl/Wien (OTS) - Voll Trauer und in großer Dankbarkeit
geben wir bekannt, dass Frau Theresia Neubauer am 2. Oktober 2010 ihr
Leben auf dieser Welt vollendet hat. Sie war eine der ersten Frauen,
die - fasziniert von der Idee Hermann Gmeiners - "SOS-Kinderdorf" zum
Leben erweckt und vielfach öffentlich repräsentiert hat: als
SOS-Kinderdorf-Mutter in Imst/Tirol und Hinterbrühl/Niederösterreich,
als langjährige Müttersprecherin und bis zuletzt als
Vorstandsmitglied des Zweigvereins SOS-Kinderdorf Wienerwald/NÖ.

Am 12. Dezember 1929 auf einem Bauernhof in Unterpeterdorf im
Burgenland geboren, begann Theresia Neubauer, von einem
Zeitungsbericht beeindruckt, mit 26 Jahren im weltweit ersten
SOS-Kinderdorf in Imst/Tirol als Familienhelferin. Schon wenige
Monate später - am Weihnachtsabend 1952 - hat sie ihre ersten fünf
Kinder im "Haus Frieden" aufgenommen. Von da an ist sie - getreu
ihrem Lebensmotto "Ganz oder gar nicht" - ihrer Berufung als
Kinderdorfmutter bis zum letzten Atemzug treu geblieben.

Als im Jahre 1957 das SOS-Kinderdorf Hinterbrühl bei Wien
errichtet wurde, ist sie mit ihren Kindern von Imst nach Hinterbrühl
gezogen. Hier hat sie bald das Haus "Junge Löwen" bezogen - und bis
zu ihrer Pensionierung im Jahr 1984 als legendäre "Neubauer-Mutter"
32 Kinder in ihr selbständiges Leben begleitet.

Als Sprecherin der Kinderdorfmütter hat sie sich während ihrer
letzten aktiven Jahre mit großer Energie für deren Anliegen
eingesetzt und maßgeblich an der Errichtung eines eigenen
Mütterhauses im Kinderdorf Hinterbrühl mitgewirkt. In diesem Haus hat
sie bis zuletzt gelebt und gewirkt - und als "heimliche Leiterin" mit
großer Leidenschaft die Anliegen der SOS-Kinderdorfmütter vertreten.

Weit über ihre aktive Berufsrolle hinaus ist Theresia Neubauer
selbst Mutter geblieben und hat ihren vielen Kindern,
Schwiegerkindern, Enkelkindern und Urenkeln in ihrer Wohnung im
Mütterhaus ein "nach Hause kommen" möglich gemacht. Sie hat mit und
für ihre Kinder gelebt und war für sie da, wann immer sie gebraucht
wurde.

Über nahezu sechs Jahrzehnte hat Theresia Neubauer manche Strömung
und Weiterentwicklung des Kinderdorfes aufmerksam mitverfolgt,
mitgetragen und ist - wo immer sie es für notwendig empfand - auch
als Mahnerin für die Ideen Hermann Gmeiners und seines Nachfolgers
Helmut Kutin aufgetreten. Sie hat gesagt, was sie sich gedacht hat
und ist dabei immer in großer Wertschätzung gegenüber den Menschen
geblieben. Dafür wurde sie von jungen und alten KollegInnen anerkannt
und geliebt. Vielen angehenden Kinderdorfmüttern war sie Vorbild und
Begleiterin.

Als Mutter Theresa aus Kalkutta einst das SOS-Kinderdorf in
Hinterbrühl besuchte, wurde ihr Theresia Neubauer vom damaligen
Kinderdorfleiter Fritz Haider als "unsere Mutter Theresa"
vorgestellt. "Unsere Mutter Theresia", wie sie oft liebevoll genannt
wurde, wird uns sehr fehlen. Ihr Platz - als wirklich starke Frau -
wird in unseren Herzen bleiben.

Rückfragehinweis:
SOS-Kinderdorf/Presse, [email protected]
Tel: 01/368 31 35-91, Mobil: 0676 / 88144-486

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