• 28.09.2010, 11:23:02
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ÖGB-Ruprecht: Frauen arbeiten ab 29. September "gratis"

Forderung nach 1.300 Euro Mindestlohn bekräftigt

Wien (OTS/ÖGB) - Am 29. September endet in Österreich statistisch
gesehen die gleiche Bezahlung von Frauen und Männern. Was Frauen von
diesem Tag an bis Jahresende noch verdienen, haben ihre männlichen
Kollegen bereits auf dem Konto. Hierzulande verdienen Frauen für die
gleiche Arbeit noch immer um durchschnittlich 25,6 Prozent weniger
als Männer - und zwar bei ganzjähriger Vollzeitbeschäftigung. "Der
Einkommensnachteil führt dazu, dass Frauen für 94 Tage quasi gratis
arbeiten", sagt ÖGB-Bundesfrauenvorsitzende Brigitte Ruprecht
anlässlich des Equal Pay Day am 29. September.

Mit dem Equal Pay Day machen die ÖGB-Frauen jährlich auf die
Einkommensschere in Österreich aufmerksam. "Frauen verlieren von
Monat zu Monat viel Geld. Und trotz vieler Bemühungen ändert sich
seit Jahren an der finanziellen Benachteiligung beschämend wenig",
betont Ruprecht. Im vergangenen Jahr fiel der Equal Pay Day auf den
27. September, so wie auch 2007.

"Ein wichtiger Schritt zu mehr Gerechtigkeit bei den Einkommen ist
die gesetzlich vorgeschriebene Einkommenstransparenz. Um
Einkommensgerechtigkeit zu erreichen, muss zuerst unter die Lupe
genommen werden, wer für welche Arbeit wie viel verdient. Wir werden
uns aber nicht damit zufrieden geben, sondern darauf bestehen, dass
andere notwendige Maßnahmen rasch angegangen werden: angefangen von
der Berufswahl junger Frauen, über Arbeitszeiten und die Art der
Beschäftigungsverhältnisse", so Ruprecht weiter.

Vor allem aber müsse in den Ausbau der Kinderbetreuungsplätze und in
die Ausweitung der Öffnungszeiten von Kinderbetreuungseinrichtungen
investiert werden. Ruprecht: "Die Anstoßfinanzierung für die
Bundesländer muss es so lang geben, bis der Bedarf an
Kinderbetreuungsplätzen auch gedeckt ist." Derzeit fehlen für die
Unter-Drei-Jährigen 35.000 Betreuungsplätze, damit das von der EU
formulierte Barcelona-Ziel von 33 Prozent erreicht werden kann.
Großen Aufholbedarf hat Österreich auch bei den Öffnungszeiten: Nur
15 Prozent der Kinderbetreuungseinrichtungen haben 45 Stunden
wöchentliche Öffnungszeiten.

Weiters fordern die ÖGB-Frauen die branchenweite Einführung eines
Mindesteinkommens von 1.300 Euro brutto bei Vollzeitbeschäftigung im
Kollektivvertrag, die Einführung eines Papamonats, sowie die volle
Pflichtversicherung aller Beschäftigungsverhältnisse, und somit die
Abschaffung der Geringfügigkeit.

"Nur wenn an all diesen Schrauben zugleich gedreht wird, wird der
Equal Pay Day eines Tages am 31. Dezember sein", so Ruprecht
abschließend.

Verteilaktion "Wie viel verdienst DU?"

 Am Mittwoch machen die ÖGB-Frauen in ganz Österreich mit ihrer 
 Einkommenspyramide auf die noch immer bestehenden
 Gehaltsunterschiede aufmerksam.

 Datum:   29.9.2010, 08:00 - 10:00 Uhr
 Ort:     Strassenbahn-Station "Schottentor"
          1010 Wien

Rückfragehinweis:
ÖGB Pressereferat
Katja Dämmrich
(01) 534 44 39265
[email protected]
www.oegb.at

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