- 27.09.2010, 14:32:37
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Kärnten investiert 40 Millionen Euro für Pflege zuhause
LR Ragger: Einführung eines Pflegefonds gefordert
Klagenfurt (OTS/LPD) - Als Reaktion auf die Aussagen der
Präsidentin des Hilfswerks Kärnten, Elisabeth Scheucher-Pichler,
wonach Angehörige von Pflegebedürftigen mehr Unterstützung benötigen
würden, betont heute, Montag, Sozialreferent LR Christian Ragger:
"Das Land Kärnten investiert rund 40 Millionen Euro in die mobile
Pflege, die in ganz Kärnten die Voraussetzung schafft, dass
pflegebedürftige Menschen in ihrer vertrauten Umgebung verbleiben
können. Die flächendeckende Versorgung mit den mobilen Diensten ist
für uns ein wesentlicher Faktor." Es liege daher auch in der
Verantwortung des Landes, dafür zu sorgen, dass vom Gesamtbudget
möglichst viel direkt in die Pflege fließe und so wenig wie möglich
in die Logistik.
Wie Ragger weiter berichtet, investiere das Land Kärnten für die
24-Stunden-Pflege rund 600.000 Euro. Der Aufwand für diesen
Teilbereich habe sich gegenüber 2008 verfünffacht. Lange Zeit sei die
Förderung der 24-Stunden-Pflege durch Bund und Land, in deren Rahmen
Zuschüsse für meist ausländische Haushaltshilfen gewährt werden, in
Kärnten auf wenig Resonanz gestoßen. "Das hat sich im Vorjahr
geändert und so werden mittlerweile über 300 Kärntnerinnen und
Kärntner, die einen Pflegeaufwand von monatlich über 120 Stunden
haben (Pflegestufe 3) von solchen Betreuungskräften im Alltag
unterstützt", sagt der Sozialreferent. Damit sei auch der finanzielle
Aufwand auf rund 1,5 Millionen Euro gestiegen, was die Länder und
Gemeinden in allen Bundesländern zu überfordern drohe. "Daher ist es
dringend notwendig, dass die Bundesregierung endlich Vorschläge auf
den Tisch legt, wie der Bund sich neben den Ländern, Gemeinden und
Klienten, die für die mobile Pflege Selbstbehalte leisten, als
weiterer Finanzier einbringen wird", fordert Ragger. Bei der
24-Stunden-Pflege engagiere sich der Bund bereits, aber das sei nur
ein kleiner Teilbereich, die großen Kostenblöcke seien die stationäre
und mobile Pflege.
Weiteren Handlungsbedarf der Bundesregierung sieht Ragger bei der
Thematik des Pflegefonds. "Sozialminister Rudolf Hundstorfer ist bei
der Umsetzung des Pflegefonds, der die zukünftige Finanzierung des
Pflegebereichs sicherstellen sollte, säumig. Obwohl allgemein bekannt
ist, dass die Pflegekosten in den nächsten Jahren dramatisch
ansteigen werden, hat Hundstorfer bis dato kein Konzept
ausgearbeitet", betont Ragger. Die Sicherstellung der Pflege, für die
Kärnten heuer fast 160 Millionen Euro aufwende, sei einer der am
stärksten wachsenden Ausgabenposten. Länder und Gemeinden könnten
diese Last nicht mehr alleine schultern. Ragger fordert die Regierung
auf, den jahrelangen Stillstand bei diesem wichtigen Thema endlich zu
überwinden. Konkret pocht der Sozialreferent darauf, dass der Bund
als dritter Zahler in der Pflege - neben Ländern und Gemeinden -
auftrete. Dabei sei es egal, in welcher Form, ob mittels eines Fonds
oder einer Versicherung.
(Schluss)
Rückfragehinweis:
Kärntner Landesregierung, Landespressedienst
Tel.: 05- 0536-22 852
http://www.ktn.gv.at
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