ÖH sagt zu Umverteilung laut "Ja"

Mehr Mut zu vermögensbezogenen Steuern!

Wien (OTS) - Auf den Vorschlag von Bildungsökonom Dieter Dohmen, einen bestimmten Prozentsatz der Gehälter von AkademikerInnen an die Hochschulen abgeben zu müssen, reagiert die Österreichische HochschülerInnenschaft mit Unverständnis. "Die ÖH sagt zu Umverteilung laut "Ja" - jene die besser verdienen und vermögend sind, sollen einen größeren Beitrag für den Staat leisten als jene, die weniger haben", sagt Sigrid Maurer vom ÖH-Vorsitzteam. "Warum nun aber wieder ein neues Modell erfunden wird, in dem die Umverteilung über die Hochschulen und nicht über das Steuersystem fließen soll, ist vollkommen unverständlich."

"Die ÖH setzt sich für vermögensbezogene Steuern und somit für Umverteilung ein - Österreich ist an vorletzter Stelle der OECD-Länder. Eine Anhebung auf den OECD-Durchschnitt würde mehrere Milliarden bringen, die die kaputtgesparten Universitäten bitter nötig haben - trotzdem fehlt der ÖVP der Mut zu vermögensbezogenen Steuern", sagt Mirijam Müller, ÖH-Generalsekretärin.

Vollkommen außer Acht gelassen wird in dem Vorschlag, dass AkademikerInnen nicht automatisch zu den Besserverdienenden, die selbstverständlich höhere Abgaben leisten sollen, zählen. "Einkommensschwächere AkademikerInnen, wie KünstlerInnen oder SozialwissenschaftlerInnen, mit der gleichen Einkommensquote, wie besserverdienende AbsolventInnen von technischen Hochschulen zu belasten, ist absurd und widerspricht dem Prinzip der progressiven Einkommenssteuer", sagt Thomas Wallerberger vom ÖH-Vorsitzteam.

Sünkels Beispiel der Med-Unis für Effizienzsteigerung an den Universitäten ist zynisch. "Wir wissen, dass Frauen durch den EMS-Aufnahmetest benachteiligt werden und darüber hinaus droht Österreich aufgrund der Beschränkung der Studienplätze ein ÄrztInnenmangel in der Zukunft - diese Selektion wird nachhaltig negative Auswirkungen für unsere Gesellschaft haben", sagt Mirijam Müller.

"Die ÖH wird weiterhin für freie Bildung für alle und eine Umverteilung über eine progressive Einkommenssteuer und vermögenbezogene Steuern kämpfen", sind sich Thomas Wallerberger und Sigrid Maurer einig.

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