- 20.09.2010, 12:18:15
- /
- OTS0159 OTW0159
Greenpeace: "LK-Präsident Wlodkowskis Äußerungen fehl am Platz"
Greenpeace begrüßt Vorschlag zur Gentechnikfrei-Kennzeichnung von BM Stöger
Wien (OTS) - Greenpeace übt scharfe Kritik an den Äußerungen des
LK-Präsidenten Gerhard Wlodkowski, wonach ein
Gentechnikfrei-Gütezeichen, wie von Gesundheitsminister Stöger
gefordert, die Konsumenten verunsichern würde. Jedes Jahr werden rund
600 000 Tonnen genmanipuliertes Soja importiert. Insbesondere bei
Fleisch hat der Konsument bislang keine Chance zu erkennen, ob es
mittels Gentech-Futter produziert wurde. Greenpeace begrüßt somit
ausdrücklich den Vorschlag von Gesundheitsminister Stöger, die
Gentechnikfrei-Kennzeichnung von tierischen Lebensmitteln, mittels
eines staatlich anerkannten Gütezeichens zu verbessern. Mit einer
Ausweitung der Kennzeichnung würde dem Wunsch der Konsumenten endlich
Rechnung getragen. Die Äußerungen von LK-Präsident Wlodkowski, dass
Stöger damit Panik verbreite, versteht man bei den Umweltschützern
nicht.
"Die Äußerungen des LK-Präsidenten Wlodkowski sind in dieser
Debatte völlig fehl am Platz. Es ist nun einmal Tatsache, dass fast
jedes Fleisch in Österreich mittels Gentech-Futter hergestellt wird.
LK und AMA beschönigen das zwar immer wieder gern, doch soviel
Wahrheit sollte man den Konsumenten zumuten. Mit Panikmache hat das
nichts zu tun", erklärt Philipp Strohm, Gentechnik-Sprecher von
Greenpeace. Laut Greenpeace wird seitens LK und AMA seit Jahren eine
gezielte Verschleierungstaktik angewendet. Der Konsument soll
glauben, dass das AMA-Gütesiegel höchste Qualität sichere. Doch das
ist schlicht nicht der Fall, da es die Fütterung von Gentech-Soja in
der Fleischerzeugung erlaubt.
Die einzige Möglichkeit für den Konsumenten sicher zu gehen, ist
auf Produkte zurückzugreifen, die das freiwillige
Gentechnikfrei-Zeichen, der ARGE Gentechnik-frei tragen. Die ARGE
Gentechnik-frei ist aber immer noch nicht staatlich anerkannt und das
obwohl sie seit Jahren gute Arbeit leistet. Eine ständig wachsende
Mitgliederzahl beweist das. Die Anerkennung der ARGE Gentechnik-frei
als staatliches Gütezeichen ist auch deshalb nötig, um wichtige
Förderungen aus EU-Töpfen zu erhalten. Damit könnten zum Beispiel die
Kontrollen gefördert werden. Das wiederum hilft den kleinen Bauern,
die derzeit die Kosten für die komplett gentechnikfreie Produktion
tragen. Außerdem erhöht ein staatlich anerkanntes Gütezeichen die
Exportfähigkeit österreichischer landwirtschaftlicher Produkte.
"Ein staatlich anerkanntes Gentechnikfrei-Gütezeichen ist genau
das, was wir in Österreich endlich brauchen", fordert Strohm. "Wenn
Herr Wlodkowski und AMA schon unbedingt die Gentechnik-Fütterung
erlauben wollen, dann dürfen sie wenigstens der Einführung eines
Gentechnikfrei-Zeichens nicht im Wege stehen", so Strohm weiter.
Darüber hinaus appelliert Greenpeace an die Minister Stöger und
Berlakovich auf europäischer Ebene an einem Strang zu ziehen und sich
für eine verpflichtende Kennzeichnung von tierischen Lebensmitteln,
die mit Gentechnikfutter hergestellt wurden, einzusetzen. Nur dadurch
kann die vergleichweise höhere Qualität der österreichischen
Landwirtschaft auf dem internationalen Markt auch sichtbar werden.
Rückfragehinweis:
Philipp Strohm, Gentechniksprecher Greenpeace, +43 664 612 67 21
Melanie Beran, Pressesprecherin Greenpeace, +43 664 612 67 18
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | GRP






