• 17.09.2010, 11:49:28
  • /
  • OTS0141 OTW0141

Caritas-Auslandshilfechef zu Millenniumsentwicklungszielen: "Erfolge muss man mit der Lupe suchen"

Christoph Petrik-Schweifer fordert im Vorfeld des UN-Gipfels in New York einen "ordentlichen Sprint in der Armutsbekämpfung"

Wien (OTS) - Eine alarmierende Zwischenbilanz zu den
Millenniumszielen, die bis 2015 eine Halbierung des weltweiten
Hungers und der Armut vorsehen, zieht Caritas-Auslandshilfechef
Christoph Petrik-Schweifer im Vorfeld des UN-Gipfels in New York: "Es
gibt Erfolge, aber angesichts des weltweiten Elends muss man sie mit
der Lupe suchen." Echte Fortschritte wurden etwa im Bereich der
Schulbildung und beim Zugang zu Aidsmedikamenten erzielt.

Die Armen nicht im Stich lassen

"Beim weltweiten Hunger ist in all den Jahren der Anteil der
Betroffenen an der Weltbevölkerung von 16 Prozent aber nur um drei
Prozentpunkte auf 13 Prozent gesunken. Vom Ziel, den Hunger zu
halbieren, sind wir also meilenweit entfernt", ist Petrik-Schweifer
alarmiert. Heute hungern 925 Millionen Menschen. "Abgesehen vom
Wirtschaftskrisenjahr 2009 ist das die höchste Zahl, die wir jemals
hatten", sagt der Caritas-Auslandshilfechef.

Eine Hauptursache für diese mangelnden Erfolge sieht der
Caritas-Auslandshilfechef darin, dass die reichen Staaten ihre
Versprechungen für mehr Entwicklungshilfe nicht eingehalten haben:
"Die österreichische Regierung gehört leider zu den Musterschülern in
der Klasse der Hilfsverweigerer."

"Die Tradition des Brechens von Versprechen hat bei
österreichischen Regierungen leider eine lange Tradition. Und zwar
unabhängig davon, ob es sich um Zeiten der Hochkonjunktur oder um
Zeiten der Krise gehandelt hat", betont der
Caritas-Auslandshilfechef: "Es geht nicht an, dass die reichen
Staaten die Ärmsten der Armen völlig im Stich lassen."

Mehr Unterstützung für Kleinbauern

Für die dritte und letzte Etappe des Weges plädiert der
Caritas-Auslandshilfechef für einen "ordentlichen Sprint in der
Armutsbekämpfung, wenn die im Jahr 2000 von 189 Staatschefs
unterzeichneten Millenniumserklärung mehr wert sein soll als das
Papier, auf dem sie steht." Um den weltweiten Hunger zu bewältigen,
solle beim UN-Gipfel ein Aktionsplan ausgearbeitet werden, der
Bäuerinnen und Bauern in den ärmsten Ländern bei einer nachhaltigeren
und ertragreicheren Landwirtschaft sowie einer besseren
Produktvermarktung unterstütze. Petrik-Schweifer: "Zudem plädieren
wir dafür, dass der zuletzt drastisch auf wenige Prozent reduzierte
Anteil der Entwicklungshilfe, der in die kleinbäuerliche
Landwirtschaft geht, auf zehn Prozent gesteigert wird."

Damit gewährleistet ist, dass die Hilfe tatsächlich jenen zugute
kommt, die sie am dringendsten brauchen, solle bei der Vergabe der
staatlichen Entwicklungshilfegelder vermehrt die große Erfahrung und
professionelle Arbeit von NGOs genutzt werden.

Rückfragehinweis:
Caritas Österreich
Mag. Silke Ruprechtsberger
Tel.: 01/488 31/417 oder: 0664/82 66 909

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | OCZ

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel