• 15.09.2010, 09:15:32
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Greenpeace-Aktivisten blockieren italienische Botschaft

Berlusconis Nuklearpläne treiben Atomrenaissance in Europa weiter voran

Wien (OTS) - Vierzig Greenpeace-Aktivisten aus Österreich und
Italien blockieren heute seit neun Uhr das Gebäude der italienischen
Botschaft am Rennweg in Wien. Damit protestiert Greenpeace gegen den
geplanten Wiedereinstieg Italiens in die Atomenergie. Die Aktivisten
erklommen auch den Balkon des Botschaftsgebäudes und entrollten dort
ein Transparent mit der Aufschrift "Stopp Berlusconis Atomwahn!".
Zudem errichteten Umweltaktivisten in Strahlenschutzanzügen, die
zusätzlich mit Geigerzählern und Sirenen ausgestattet wurden, vor der
Botschaft eine umzäunte radioaktive Sperrzone.

Eine aktuelle Greenpeace-Studie verdeutlicht die Gefährdung weiter
Teile Österreichs durch einen möglichen Reaktorunfall in Norditalien.
Deshalb fordert die Umweltorganisation von der italienischen
Regierung die völlige Offenlegung aller Atompläne, die von ihr und
dem italienischen Energiekonzern Enel seit über einem Jahr bewusst
zurückgehalten werden. Obwohl aus Enel-Kreisen immer wieder
vereinzelte Informationen über mögliche AKW-Standorte an die
Öffentlichkeit gelangten, hält sich die italienische Regierung nicht
nur diesbezüglich bis heute bedeckt. "Die Standorte für diese
Kernkraftwerke sollen hinter verschlossenen Türen bestimmt werden, um
möglichst rasch mit deren Bau beginnen zu können. So groß ist die
Angst der italienischen Regierung vor der eigenen Bevölkerung", weiß
Alessandro Gianni, Kampagnensprecher von Greenpeace Italien.

Bereits im letzten Jahr ließ Berlusconi die gesetzlichen
Rahmenbedingungen wie auch den Aufbau der entsprechenden Behörden in
die Wege leiten, um Italien den Wiedereinstieg in die Atomkraft zu
ermöglichen. Die norditalienische Stadt Chioggia, ein
wahrscheinlicher Standort für eines der geplanten Kraftwerke, liegt
in unmittelbarer Nähe zu Venedig und den beliebten Urlaubsorten
Lignano, Jesolo, Bibione und Caorle - sowie nur 160 Kilometer von der
österreichischen Staatsgrenze entfernt.

Die Greenpeace-Studie, erstellt vom Institut für Meteorologie an
der Universität für Bodenkultur und vom Österreichischen
Ökologie-Institut, zeigt typische Ausbreitungsszenarien nach einem
schweren Reaktorunfall am möglichen AKW-Standort bei Chioggia: Bei
durchaus häufig auftretendem Südwind käme es in Folge eines Unfalls
zu einer massiven Kontamination in Österreich, wobei vor allem das
Gebiet südlich des Alpenhauptkammes, also Kärnten, Osttirol und Teile
der Steiermark, besonders stark betroffen wäre. Einzelne Szenarien
gehen sogar noch darüber hinaus und zeigen eine Kontamination des
gesamten Staatsgebietes.

"Bundeskanzler Faymann und Außenminister Spindelegger legen ihre
Hände in den Schoß und sehen tatenlos zu, wie an Österreichs Grenzen
weitere Atomreaktoren entstehen. Jetzt wäre es aber hoch an der Zeit
zu handeln, damit sie nicht, wie etwa bei Mochovce und Isar 1, erst
dann aus ihrem atompolitischen Dornröschenschlaf erwachen, wenn es zu
spät ist", stellt Niklas Schinerl, Anti-Atom-Sprecher von Greenpeace
in Österreich, abschließend klar.

Weitere Informationen: http://stop-berlusconi.at/

Rückfragehinweis:
Niklas Schinerl, Anti-Atomsprecher Greenpeace CEE
Tel.: +43-664-612 67 04
Melanie Beran, Pressesprecherin Greenpeace CEE
Tel.: +43-664-612 67 18

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