• 10.09.2010, 14:21:23
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ÖBVP: Kinder haben das Recht auf kassenfinanzierte psychotherapeutische Behandlung!

Wien (OTS) - Anlässlich des Welttages des Kindes am 12. September
weist der Österreichische Bundesverband für Psychotherapie (ÖBVP) auf
die prekäre Situation der psychotherapeutischen Versorgung von
Kindern und Jugendlichen in Österreich hin.

"Wenn Kindern und Jugendlichen in psychischen Krisensituationen
nicht psychotherapeutisch geholfen wird, chronifiziert und verstärkt
sich die Problematik. Psychische Störungen im Erwachsenenalter sind
die Folge", warnt Dr. Eva Mückstein, Präsidentin des ÖBVP. Doch
kassenfinanzierte Psychotherapie für Kinder ist Mangelware, viele
Familien können sich Psychotherapie für ihre Kinder deshalb nicht
leisten. In Institutionen sind Wartezeiten von einem Jahr und länger
die Regel, der Versorgungsgrad von gerade einmal 0,3 Prozent der
Bevölkerung ist besorgniserregend. Nur jedes zehnte Kind, das
Psychotherapie dringend braucht, kann Psychotherapie in Anspruch
nehmen. Der ÖBVP begrüßt die Initiative für Kindergesundheit von
Bundesminister Alois Stöger, doch darf dabei die seelische Gesundheit
nicht ausgelassen werden. In einem ersten Schritt sollte zumindest 1
Prozent der Kinder und Jugendlichen kassenfinanzierte
psychotherapeutische Behandlung bekommen, der Bedarf liegt zwischen
2,1 bis 5 Prozent.

Auf Basis des heutigen Wissens über Ursachen, therapeutische
Beeinflussbarkeit und Verlauf von psychischen Störungen kann davon
ausgegangen werden, dass das Gros der psychischen Störungen
erfolgreich psychotherapeutisch behandelbar ist. Einer Verschleppung
psychischer Probleme ins Erwachsenenalter und dem steigenden Konsum
von Psychopharmaka von Kindern und Jugendlichen könnte so
entgegengesteuert werden.

Zur Verbesserung der psychischen Gesundheit für Kinder und
Jugendliche fordert der ÖBVP, dass jedes Kind, das Psychotherapie
braucht, diese auch kassenfinanziert bekommen kann! Das erfordert:

- Einführung des Gesamtvertrages für Psychotherapie und sofortige
Erhöhung des Kostenzuschusses auf 40 Euro pro Behandlungsstunde.

- Kostenlose Therapien für alle Kinder und Jugendlichen bis zum 18.
Lebensjahr.

- Gute Zugänglichkeit und Niederschwelligkeit ohne geographische,
soziale oder finanzielle Barrieren von psychosozialen Leistungen.

- Ausbau der stationären und institutionellen Versorgung

- Förderung und Finanzierung von Vernetzung und
Multiprofessionalität: Die Behandlung von psychosozialen Störungen
bei Kindern und Jugendlichen erfordert eine intensive Zusammenarbeit
von PsychotherapeutInnen mit ÄrztInnen, PsychologInnen,
SozialarbeiterInnen, LehrerInnen und Eltern.

Rückfragehinweis:
Dr. Eva Mückstein
Präsidentin des ÖBVP
Tel.: 0676/600 46 76

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