• 06.09.2010, 17:35:11
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Neues Volksblatt: "Bürgernähe" (von Michael Kaltenberger)

Ausgabe vom 7. September 2010

Linz (OTS) - Mit der Politik ist es ein Gfrett: Vieles, was in der
Theorie so klar und einfach ist, was man blind unterschreiben kann,
entpuppt sich in der Praxis als vielschichtig und kompliziert.
Zum Beispiel die Budgetsanierung: Jede und jeder will, dass gespart
wird - aber um Gottes willen nicht bei mir! Also wo?
Oder der Föderalismus: Jede und jeder ist für eine bürgernahe
Verwaltung; was denn sonst? Aber die Landtage, die
Bezirkshauptmannschaften, die Landes- und Bezirksschulräte, die
gehören abgeschafft!
Dazu nur eine Frage: Wo, bitte, soll dann die Bürgernähe stattfinden?
Wo soll einer aus Gosau, Ulrichsberg oder Andorf hin mit seinem
Anliegen? Nach Wien?
Kein Wunder, dass die meisten, die sich für den Zentralismus stark
machen, aus Wien kommen oder dort ihre politische Heimat haben. Nicht
ganz so verständlich ist es aber, dass die einst basisdemokratisch
organisierten Grünen, früher ein Vorbild für Bürgernähe, zu einem der
Zentren des Zentralismus geworden sind. Das geht soweit, dass ein
Grün-Mandatar in einer Aussendung dazu auffordert, die destruktive
Macht der Landeskaiser zu brechen.
Man kann schon über eine Staatsreform reden - aber muss das wirklich
so hasserfüllt sein?

Rückfragehinweis:
Neues Volksblatt, Chefredaktion
Tel.: 0732/7606 DW 782
mailto:[email protected]
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