- 06.09.2010, 12:57:32
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Greenpeace: Merkel gibt vor der Atomindustrie klein bei
BM Berlakovich muss diplomatischen Protest einlegen
Wien (OTS) - Für Greenpeace stellt die Laufzeitverlängerung der
deutschen Atomkraftwerke einen Kniefall der Bundeskanzlerin Merkel
vor der Atomindustrie dar. "Obwohl sich zwei Drittel der deutschen
Bevölkerung gegen die Atomkraft ausspricht, hört Bundeskanzlerin
Merkel lieber auf Einflüsterer aus der Atomindustrie. Damit hat sie
ihr Image als engagierte Klima- und Umweltschützerin auf dem
internationalen Parkett endgültig verspielt", meint Niklas Schinerl,
Anti-Atom-Sprecher von Greenpeace.
Die terroristische Bedrohung wurde als wesentlicher Grund für den
bisher geplanten Atomausstieg genannt. Greenpeace hat nun in einer
Studie die Anfälligkeit der deutschen Atomkraftwerke bei
Terrorangriffen untersucht und ist zu dem Schluss gekommen, dass
diese im Falle eines Flugzeugabsturzes zum größten Teil vollkommen
ungeschützt wären. Vor allem die Altanlagen wären besonders
betroffen. Zu diesen zählt auch das Atomkraftwerk Isar 1, das zudem
ohnehin über lediglich unzureichende Sicherheitsstandards verfügt.
Dadurch steigt das Risiko für einen schweren Unfall mit einer
massiven radioaktiven Freisetzung enorm.
Die Entscheidung zu einer Laufzeitverlängerung für alle
Atomkraftwerke hat damit auch enorme Auswirkungen auf Österreich. Das
Atomkraftwerk Isar 1 bei München steht nur fünfzig Kilometer von der
österreichischen Staatsgrenze entfernt und stellt damit eine massive
Gefährdung für die österreichische Bevölkerung dar.
Greenpeace fordert von Bundesminister Berlakovich auf
diplomatischer Ebene gegen die deutschen Atompläne aktiv zu werden.
"Bundesminister Berlakovich kritisiert die Laufzeitverlängerung zwar,
das alleine ist aber zu wenig. Wir fordern ihn daher auf, bei seinem
Amtskollegen in Berlin diplomatischen Protest gegen die
Laufzeitverlängerung dieser Schrottreaktoren einzulegen", appelliert
Schinerl abschließend.
Rückfragehinweis:
Niklas Schinerl, Anti-Atom-Sprecher Greenpeace
Tel.: 0664-6126704
Melanie Beran, Pressesprecherin Greenpeace; Tel.: 0664-6126718
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